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Der mörderische Gärtner


Wer ist der Mörder? Im Krimi kommt der Gärtner auf jeden Fall in die engere Auswahl. Ich nehme mich selbst nicht aus. Nur dass bei mir die Blumen und Gemüsepflanzen die Opfer sind, wie ich hier schon ausgiebig erzählt habe. Doch dieses Jahr im Frühjahr hat es mich angepackt und ich startete die Aktion "Unser Balkon muss schöner werden". Blumenkästen, Blumenerde und natürlich Pflanzen schleppte ich heim. Ich schaffte uns eine kleine grüne Oase.

War es fahrlässige Tötung oder Mord? Ich bin mir da nicht ganz sicher. Anstatt die Pflanzen verdursten zu lassen, ertränkte ich sie dieses Mal. Goldlöckchen unterstützte mich tatkräftig. Denn wenn Mama gießt, muss sie natürlich auch gießen - nur bekam ich davon nichts mit. Die Opfer wurden stillschweigend ausgetauscht.

Ich konnte gar nicht genug Grün um mich haben und ging bei Freunden und Bekannten um Ableger betteln. Hier eine Aloe, da einen Hauswurz, der Zimmerhanf ist auch nicht auszurotten und Ableger einer Grünlilie habe ich schon in der Grundschule hinbekommen. Der Ficus hat die 2-Meter-Marke geknackt und wären nicht auch noch zwei Palmen schön? Ich hätte es nicht für möglich gehalten... doch ich hatte plötzlich einen grünen Daumen!

... der mir heimtückisch und ohne Vorwarnung wieder abgehackt wurde. Meine ganze Anstrengung, all die dreckigen Fingernägel, das Schleppen der Säcke mit Blumenerde! Alles umsonst! Meine Familie sabotiert meine Gärtnerei erbarmungslos, ohne Rücksicht, ohne Mitleid. Wenn er sich nur geräuspert hätte, der Göttergatte. Aber nein. Er hüstelt. So hinten in der Kehle. Als säße da etwas, was nicht heraus will.

Hüstel hüstel. Soll er halt weniger rauchen, dachte ich mir, als er auf dem Balkon so vor sich hinhüstelt. Aber dann kam er. Der Schniefer. Die rot umränderten Augen. Es war aber auch ein windiger Tag. Bestimmt wurden irgendwelche fiesen Pflanzenpollen auf unseren Balkon geweht. Redete ich mir ein. Es war scheinbar den ganzen Sommer sehr windig. Denn auf dem Balkon wurde gehustet und geschnieft, was das Zeug hielt.

Dann wurde es kälter und ich habe die Pflanzen in die Wohnung geholt. Plötzlich wurde im Wohnzimmer gehustet und geschnieft. Auch Zwergnase fand keine ruhige Minute mehr. Es fiel mir wie Blätter vom Ficus. Ich vergiftete meine Familie. Der ultimative Test: Das Schlafzimmer. Die Pflanze, die eine Nacht neben dem Göttergatten aushält, ohne vor die Tür gestellt zu werden, weil sie ihm den Atem raubt, ist safe. Seit einigen Wochen steht dort eine künstliche Pflanze. Wie auch in Küche und Bad. Die echten Pflanzen habe ich ins Treppenhaus verbannt. Der Göttergatte meinte nur "Geht doch!" - ich erkundige mich mal, wie es mit seiner Lebensversicherung aussieht...


Bild von Pexels auf Pixabay

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