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Mach Mama müde

Endlich Sommerferien! Man wird die im Kindergarten durch soziales Lernen erworbenen Ungezogenheiten wieder los und man erlebt endlich wieder was. Spannung, Spaß und Spiel hilft gegen jegliche Art und jede Tonlage von "Aber Mama, mir ist langweilig!" Zum Beispiel im Vergnügungspark.

In aller Frühe zieht man sich also viel zu viele Kleidungsschichten an, um für jedes Wetter gewappnet zu sein, packt Proviant ein, für den keine Zeit sein wird und erklärt dem aufgeregt herum hüpfenden Kind, dass es wegen der vielen Leute im Park nicht weglaufen soll. Das Kind nickt artig und läuft schon mal voraus ins Auto. Ähm ja.

Der Parkplatz ist der point of no return. Wenn du aus dem Auto steigst, gibt es kein Zurück. Sobald die ersten Fahrgeschäfte in Sicht sind, scheint der Kopf deiner Kinder vor Freude zu explodieren. "Mama! Schau! Damit will ich fahren!" Während Mama sich noch über ihre brillante Ausflugsidee freut, schlängelt sich der 5-Jährige durch die Leute. Nur sein Ziel vor Augen kommt er gar nicht auf die Idee, sich wie ein braver Deutscher anzustellen.

Dein Kind wird wie eine Ausgeburt der Hölle betrachtet, der Kopf geschüttelt ob der heutigen Erziehungsmethoden und dass es das früher nicht gegeben hätte. Also pfeifst du dein nervöses Eichhörnchen zurück. Nur wegen der umstehenden Leute erklärst du, dass man sich hinten anstellt. Dein Kind ist viel zu aufgeregt für Zurechtweisungen. Ich könnte mir mein Gequatsche wirklich sparen. Schon zuletzt deshalb, weil es dann die Erwachsenen sind, die die Kinder am Mini-Freefall ab 2-Jahre (!) zur Seite schubsen, um selbst einen Platz zu ergattern. Ein Vergnügungspark schult also keineswegs die Geduld, sondern lehrt lediglich, wie wichtig der Einsatz der eigenen Ellenbogen ist, um ans Ziel zu kommen.

Unserer Stimmung tut das keinen Abbruch. Nach ein paar Stunden Mini-Achterbahn, Bimmelbahn, Geschaukel und Gewippe plumpsen nicht nur die Kinder in ihre Sitze. Was hätte ich gern die Energie eines Fünfjährigen!

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