Die Kunst der Diplomatie

Mein größter Kritiker ist mein Sohn. Als echter Niederbayer ist er sparsam mit Lob, dafür deutlich in der Kritik. Ich bin ehrgeizig. Nachdem die grünen Muffins eindeutig durchgefallen waren, heute ein neuer Versuch. Eine kurzzeitige geistige Umnachtung ließ mich glauben machen, dass Pizzaschnecken doch eine lustige Idee seien.

Schon im Hausgang schnüffelt er misstrauisch. "Was stinkt hier denn so schrecklich? Mama! Was hast du da gekocht?!" Beim Blick auf den Teller wandert eine Augenbraue nach oben. "Ich hab dir nie gesagt, dass ich das essen mag!", wirft er vorwurfsvoll in den Raum.

"Jetzt probier doch erst einmal!" Aufmunternd schiebe ich ihm seinen Teller zurecht. Ein tiefer Schnauferer, widerwillig beißt er ab, kaut sehr ausgiebig und schluckt den Bissen angestrengt hinunter.

Ich traue mich kaum nachzufragen, scheine jedoch einen sehr erwartungsvollen Blick aufgesetzt zu haben, den mein Sohn nicht enttäuschen will.

Er tätschelt mir den Arm tröstend. "Also, Mama, die schauen wirklich lustig aus und ich finde es voll toll, dass du für mich kochst. Wirklich. Aber..."
"Sie schmecken dir nicht?", beende ich seinen Satz.
Er schnauft ob der Antwort noch einmal durch.
"Mama. Die schauen wirklich schön aus! Bestimmt schmecken sie jemand anderem sehr gut!"

Fazit: Ich kann nicht kochen, er aber Diplomatie! Seine zukünftige Frau kann sich glücklich schätzen.

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