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Zurück in die Zukunft

“Wir wollen mit Ihnen über Ihre Zukunft sprechen! Wie sieht die aus…?”, schalmeit es durch die Sprechanlage. “Blendend!”, entgegne ich und verabschiede die beiden Damen mit verdächtigen Broschüren in den Händen und einem Gesichtsausdruck, der dem Leiden Christi alle Ehre macht. Der Staubsauger-Vertreter ist den beiden zuvor gekommen. Auch der wollte mit mir über meine Zukunft sprechen. Das Saug-Wisch-Kombi-Dingens würde alles revolutionieren! Ein paar Tage zuvor versicherte mir der Kundendienst meiner Küchengeräte, dass ich mit der Marke in die Zukunft investiert hätte. Wer wollte schon ohne leben?


Scheinbar weiß jeder über meine Zukunft Bescheid. Eines haben alle gemeinsam. Alle malen sie ein Bild des Verderbens, der Schuld, des Mangels, Unzufriedenheit, Krankheit und Tod. Die Angst vor der Zukunft ist ein Bombengeschäft, das boomt. “Denken Sie auch an morgen!”, sagen Versicherung und Bank. Hauptsache, du gibst Geld aus, um das drohende Unheil abzuwenden. Alles für die Gesundheit und die Umwelt. Die Umwelt zieht als Argument sowieso und überhaupt immer. Ansonsten werden wir am Ende alle sterben! Sakra, wer hätte das gedacht?

Das schlechte Gewissen als Volkssport. Zuviel vom Falschen gegessen? Sport geschwänzt? Plastik gekauft? Immer noch ein Gerät der Energieeffizienzklasse B in Betrieb? Ein Dritte-Welt-Land ausgebeutet? Zu viel geatmet? Vermutlich geht es uns zu gut. Wer keine Probleme hat, macht sich welche, um die dann mit besonderen Produkten zu bekämpfen. Die moderne Form des Ablasshandels.

Dessen größter Feind: die Zufriedenheit. Was wäre, wenn wir einfach glücklich wären? Und dankbar? Und zuversichtlich? Ich denke, dann würden sich die meisten Probleme von selbst lösen.

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