Macho, Macho

Nach einer Weile stellt man bei der Kindererziehung fest, dass es völlig egal ist, was du sagst. Viel wichtiger ist, was du deinen Abkömmlingen vorlebst. Sie sehen alles und sie hören alles. In jeder Einzelheit. So legt Zwergnase im Spiel dem Papa das Fleisch auf den Teller, während Mama am Salatblatt knabbern darf. Vielleicht sollte ich unseren Kaffeekonsum überdenken… Goldlöckchen braucht an der Puppenküche nur die Tassen und den Vollautomat, der so herrliche Geräusche macht. Fehlt nur noch der Duft der Kaffeebohnen. Der Rest interessiert sie nicht. Einen besonderen Pro-Tipp habe ich aber: Vor den Kindern besser nicht das Messer ablecken! Umso mehr freut es mich, wenn andere Mütter mir sagen, wie brav und anständig sich Zwergnase verhält.

Manchmal ergeben sich auch etwas ungünstige Kombinationen. So trägt Goldlöckchen ihrem großen Bruder die Kleidung hinterher und stellt ihm die Schuhe zum Hineinschlüpfen parat. Er lässt es sich natürlich gefallen. Irgendeinen Vorteil muss ja eine kleine Schwester schließlich haben.

Wer aus unserem Sohn einen ausgewachsenen Macho macht, ist mir allerdings schleierhaft. So lässt er sich beim Spiel mit seiner Freundin auf den Stuhl plumpsen und von hinten bis vorne bedienen. Zum Abendessen brauche er ein Bier und den Abwasch darf sie alleine machen. Weil das Frauenarbeit sei. Das andere Mal linst er kritisch in die Pfanne auf dem Herd, sieht mich entgeistert an und sagt: “Was hast’n heute wieder für ein Zeug gekocht?!” Papa und Opa wissen: So würde man sich bei der Frau des Hauses mehr als unbeliebt machen. Deshalb sind derartige Äußerungen unbedingt zu vermeiden. Also von wem hat mein Kind das? Wer Anhaltspunkte hat, möge sich bitte melden… oder auf einen respektvollen Umgang mit seiner Frau achten! Danke.

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