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Spielermama

Irgendwann kommt im Leben einer Frau der Tag, an dem sie ihren Sohn auf den Fußballplatz begleitet. Sie trägt ihm eine Sporttasche hinterher, so groß, dass in dieser ein weiteres Kind Platz hätte. Während ihr kleiner Star von einem Bein auf das andere tritt, enträtselt sie, wie Schienbeinschoner und Stutzen angelegt werden und hilft dem Champion in die Stollenschuhe, mit denen er ihr auf die Finger tritt. Der Göttergatte hat es sich natürlich nicht nehmen lassen, den Sohnemann schon für das erste Training professionell auszustatten. Das Talent kommt mit dem Spiel… oder so ähnlich.

Mit der Disziplin ist es so eine Sache. Bis der letzte vom Trainer auf seinem Platz positioniert wird, tanzt der erste schon wieder aus der Reihe, während der andere die Gänseblümchen auf dem Rasen zählt. Ich bewundere die Geduld des Dompteurs und bin erstaunt, als dann tatsächlich ein geordnetes Training beginnt, bei dem die zukünftige Nationalelf das Passspiel übt.

Plötzlich liegt Zwergnase am Boden und weint. Beherzt nimmt der Trainer ihn hoch und tröstet, bevor er Sanitäter spielt. Er setzt Zwergnase auf einen Ball und greift das Bein, das er lockert und massiert. Ein Schniefer und mit dem Arm den Rotz abgewischt und Zwergnase ist wieder fit. Ein Profi eben.

Das Trainingsspiel kann beginnen. Die Spieler marschieren ordnungsgemäß ein und vor dem Anpfiff gibt’s ein Mannschaftsfoto. Der Trainer stellt jedes einzelne Kind auf eine Position, damit sie nach dem Anstoß ein Knäuel bilden. Ich bezweifle, dass mein Kind überhaupt weiß, in welche Richtung es laufen muss.

Aber ihm gefällt es. Mit strahlenden Augen rennt er einfach vom Spielfeld und ruft: “Mama! Das ist so toll! Aber wie heißt das Spiel eigentlich?” “Ach, Spatzl…”, lache ich und überlege, wo der Fehler liegt.

Nach den Belohnungspommes nimmt mich Zwergnase zur Seite: “Mama, kannst du mich bitte nicht mehr so vor den anderen nennen? Zuhause darfst du schon noch, aber nicht mehr hier.” Mein Fehler. Und irgendwie weiß ich, dass auch die Tage von “Zwergnase” gezählt sind.

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