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Nimm 2 - Doppelt hält besser

5.50 Uhr. Muttertag. Tatort: Elterliches Schlafzimmer. “Alles Liebe zum Muttertag!” Zwergnase drückt mir einen saftigen Knutscher ins Gesicht und überreicht mir stolz sein im Kindergarten gebasteltes Geschenk. Mir wird ganz warm ums Herz. Passend zum Muttertag. Sie geben einen ja soviel zurück, oder wie war das?

Am Tag zuvor. Nachmittag. Zwergnase brüllt. Goldlöckchen quietscht. “Aber das ist meine Trinkflasche!”, protestiert er, während sie die Füße in den Boden stemmt und daran zieht. Ehe ich einschreiten kann, rutscht ihm die Flasche aus der Hand und beide landen auf dem Hosenboden. Jetzt plärren beide, während der Saft ausläuft und klebrige Flecken auf dem Boden macht. Goldlöckchens etwas kleinere Flasche steht unbehelligt auf dem Tisch. Atmen. Einatmen. Ausatmen. “Hättest du sie nicht einfach trinken lassen können?”, presse ich zwischen den Zähnen hervor. Doch selbst wenn Zwergnase ritterlich nachgegeben hätte, ihre eigene Flasche hätte Goldlöckchen ihm ja doch nicht überlassen. Für alle andere Möglichkeiten fehlt Zwergnase die Weitsicht und seinem Gerechtigkeitssinn widersprechen sie auch. Was habe ich als große Schwester den Satz “Der Klügere gibt nach!” gehasst. Ich werde mich hüten, ihn auszusprechen.

So geht es den ganzen Tag. Es ist zum Haare raufen. Während er ihr das Spielzeug hinter dem Rücken wegnimmt, klaut sie ihm die Pommes vom Teller. Elterliches Einschreiten völlig sinnlos. Dafür kann ich inzwischen richtig gut atmen.

Es gibt nur eine Möglichkeit. Nimm 2! Also nicht Kinder, sondern Spielzeug. Du denkst, dass zwei verschiedene Playmobil-Figuren für mehr Spielspaß sorgen würden? Vergiss es! Denn das andere wird immer das schönere und bessere Spielzeug sein. Selbst bei Werbegeschenken heißt es immer: “Haben Sie nicht vielleicht zwei gleiche?” Das schont Mamas Nerven. Aber so lernen sie doch nie zu teilen? Brauchen sie auch nicht. Wenn sie wollen, tun sie das sowieso.

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