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Was Gender-Wahnsinn und Weltfrauentag gemeinsam haben

Ich kann nicht anders. Bei Gender-Wahnsinn und Weltfrauentag muss ich mit den Augen rollen. Selten werden Ressourcen so sinnlos verballert wie bei diesen beiden Themen, vor allem Zeit und gesunder Menschenverstand. Ich will behaupten: Die Diskussion beider Themen verfehlt nicht nur das Ziel von mehr Gleichberechtigung, sie schadet ihm sogar.

Die Befürworter der sprachlichen Akkuratheit, bei der sich niemand mehr sicher sein kann, nun wirklich politisch korrekt formuliert zu haben, argumentieren damit, dass Sprache und Gedanken Realität schaffen. Nur wer beide Geschlechter oder wieviele auch immer anspreche, sorge dafür, dass diese nebeneinander gleichwertig auftreten und Diskriminierung keine Chance habe. Doch ist es nicht viel mehr so, dass das ständige Gerede von Ungerechtigkeit, Diskriminierung und Ausgrenzung gerade dazu führt? Dass durch das penible Auseinanderdröseln aller möglichen Eventualitäten erst Gruppen von Menschen geschaffen werden, denen durch diese Formulierungen eine ungleiche Behandlung zuteil werden? Der Geist schafft Realitäten, das ist wahr. Wenn ich denke, dass ich aufgrund meines Geschlechts (oder sonstigen fraglichen Merkmalen) im Nachteil bin, werde ich das auch sein.

Wenn ich hingegen über das Selbstbewusstsein verfüge, mit dem, was ich (beruflich) mache, am richtigen Ort zu sein, kann es mir herzlich egal sein, ob mein Geschlecht separat bezeichnet wird. Es ist schlichtweg nicht von Bedeutung. Deshalb ist eine Frauenquote in Führungsetagen auch unnötig. Frauen, die dorthin wollen, schaffen das. Sie kommen gar nicht auf die Idee, es nicht zu schaffen. Der Fokus liegt auf dem Ziel und nicht auf den Stolpersteinen. Die Diskussion um gendergerechte Bezeichnungen und die Ungleichstellung der Frau macht aber genau das. Sie sagt den Frauen, wie schlecht es ihnen geht und dass sie ohne rechtliche Regelungen keine Chance hätten. Wie frustrierend!

Dabei ist die Geschichte voll von erfolgreichen Frauen, obwohl es diese aufgrund der Frauenbilder der entsprechenden Zeit nicht hätte geben dürfen. Marie Curie etwa, Entdeckerin des Radiums, Chemikerin und Physikerin, Nobelpreisträgerin in einer Männerdomäne. Ich lehne mich aus dem Fenster und behaupte, dass sie es nicht deswegen so weit gebracht hat, weil sie sich mit dem Frauenbild des ausgehenden 19. Jahrhunderts auseinandergesetzt hat. Vielmehr hat sie ihre Energie auf die Sache gelenkt, die ihr wichtig war. Was dem Ziel nicht dienlich ist, wird aussortiert. Im Übrigen das Merkmal aller erfolgreichen Menschen. Sie finden Lösungen statt Gründe.

Ein weiterer Aphorismus lautet: “Du kannst nicht die Welt verändern. Nur dich selbst.”
Anstatt sich also wie ein Kind aufzuführen, das die anderen Kinder nicht mitspielen lassen, sollte man vielleicht einfach ins Tun kommen und beweisen, dass man auf dem richtigen Spielfeld auf der richtigen Position steht. Den anderen vorzuheulen, wie ungerecht sie sich verhalten, hat schon seit Kindertagen die Lage nur verschlimmert. Man wird vielleicht geduldet, aber nicht akzeptiert. Es sind eben am Ende die Taten, die zählen, unabhängig vom Geschlecht.

Gleichberechtigung wird man also nicht durch entsprechende Suffixe oder Feiertage erreichen, sondern nur durch den wertschätzenden Umgang mit seinen Mitmenschen und einer Erziehung von Kindertagen an, die das Selbstbewusstsein und den Glauben an sich selbst fördert. Denn dann besteht keine Notwendigkeit, den anderen (oder ganze Gruppen) herabzusetzen. Dies gilt übrigens für alle Menschen und nicht nur für Menschinnen.

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