Was für ein Theater - Wie Eltern das Geld aus der Tasche gezogen wird

Wenn man Kinder hat, ist man immer auf der Suche nach neuen Unternehmungen. "Man will den Kindern ja was bieten" heißt es da. Man weiß zwar auch, dass man dafür nicht zwingend Geld ausgeben muss, die lieben Anbieter aber alles dafür tun, um mit den dummen Eltern ihren Reibach zu machen. Kommt mir jetzt nicht mit "Die müssen ja auch von was leben", "Die haben Kosten und Auslagen!", "Aber das ist doch schön gemacht!" So ein Käse. In den allermeisten Fällen zahlt man überteuerte Preise für eine miese Gegenleistung. Davon will ich erst gar nicht anfangen, dass Süßigkeiten, Luftballons und Souvenirs strategisch so platziert sind, dass man entweder noch mehr Geld da lässt oder aber sein erzieherisches Können beim Wutanfall des Kleinkindes unter Beweis stellen darf.

Natürlich war Zwergnase begeistert, als er die Ermäßigungskarte für das Puppenspiel "Ritter Rost und das Gespenst" aus dem Kindergarten nach Hause brachte. Einen Euro würde man sich bei Vorlage sparen, wenn man das ca. 50-minütige Puppenspiel für Kinder ab 2 Jahren besuchen würde. Was der Spaß an Eintritt kostete, war nirgends ersichtlich. Aber wie teuer kann so ein Puppenspiel schon sein? Wie dem auch sei. Zwergnase hatte noch kein Puppenspiel gesehen, hatte in letzter Zeit kaum was von mir und überhaupt war das mal was anderes. Also sagte ich ihm zu, die Aufführung zu besuchen.

An der Kasse dann bereits das erste Stirnrunzeln. 8 Euro die Karte, für Erwachsene und Kinder, ganz gleich, ob man die Rabattkarte vorlegte oder nicht. Wer keine hatte, konnte sich ohnehin im Foyer bedienen. Weil das Wetter schön war, war die Vorstellung nicht gut besucht. Zum Glück, denn wenn ich für das Folgende auch noch um Plätze streiten hätte müssen, die für Bekannte und Verwandte auf den letzten Drücker reserviert wurden... es wäre es nicht wert gewesen.

Vorausschicken muss ich nun, dass es Zwergnase gefallen hat. Er hat mitgefiebert, mitgemacht und mitgelacht. Die Puppen haben ihr Publikum angesprochen, dafür gesorgt, dass die Kleinen auch mal aufstehen konnten, damit ihnen die Vorführung nicht zu lang wurde. Für Zwergnase waren die 8 Euro sicher gut investiert, er hatte etwas davon. Dass das Stück selber noch sehr viel Luft nach oben hatte, was Spannung und Handlung anging, wird er vielleicht erst verstehen, wenn er selbst Kinder hat. Die 8 Euro für meine Karte bedaure ich zutiefst. Warum macht man es bei Kinderaufführungen eigentlich nicht anders? Kinder den vollen, Eltern den halben Preis? Die Eltern vor uns, die gleich zu zweit mit ihrem 2-jährigen Spatz da waren, der sich alles andere in dem Saal anschaute, nur nicht das Puppenspiel, taten mir fast leid. Aber nur fast. Davon, dass nicht immer beide Elternteile überall mit hinrennen müssen und die Altersangaben meistens sehr geschönt sind, erzähle ich ein anderes Mal.

Wenigstens ließ sich Zwergnase auf den Kompromiss ein, dass wir nicht beim Theater eine völlig überteuerte Süßigkeit kaufen, sondern er sich auf dem Nachhauseweg im Supermarkt eine Nascherei aussuchen durfte. Sonst hätten wir es wohl geschafft, zu zweit in einer Stunde an die 50 Euro loszuwerden. 

Zum Vergleich: Am Sonntag darauf waren wir mehrere Stunden auf dem Kinderfasching im Gasthaus Zwickl in Seebach, bei dem wir zu viert inklusive Eintritt, Essen, Getränke und Süßigkeiten nicht mehr als 50 Euro verbrauchten. Das nenn' ich ein ordentliches Preis-Leistungs-Verhältnis, bei dem die Kinder am Ende des Tages geschafft, aber glücklich in ihre Betten fallen.

Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Welche Unternehmung bereut ihr, weil sie teurer als gedacht war? Oder sollte man bei Kindern gar nicht aufs Geld schauen? Ich freue mich auf eure Kommentare!


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