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Es werden Posts vom 2019 angezeigt.

Der mörderische Gärtner

Wer ist der Mörder? Im Krimi kommt der Gärtner auf jeden Fall in die engere Auswahl. Ich nehme mich selbst nicht aus. Nur dass bei mir die Blumen und Gemüsepflanzen die Opfer sind, wie ich hier schon ausgiebig erzählt habe. Doch dieses Jahr im Frühjahr hat es mich angepackt und ich startete die Aktion "Unser Balkon muss schöner werden". Blumenkästen, Blumenerde und natürlich Pflanzen schleppte ich heim. Ich schaffte uns eine kleine grüne Oase.

War es fahrlässige Tötung oder Mord? Ich bin mir da nicht ganz sicher. Anstatt die Pflanzen verdursten zu lassen, ertränkte ich sie dieses Mal. Goldlöckchen unterstützte mich tatkräftig. Denn wenn Mama gießt, muss sie natürlich auch gießen - nur bekam ich davon nichts mit. Die Opfer wurden stillschweigend ausgetauscht.

Ich konnte gar nicht genug Grün um mich haben und ging bei Freunden und Bekannten um Ableger betteln. Hier eine Aloe, da einen Hauswurz, der Zimmerhanf ist auch nicht auszurotten und Ableger einer Grünlilie habe ich scho…

Das Hausschwein

Jedes Mal, wenn ich nach dem Mittagessen unter den Tisch schaue, erscheint mir ein Haustier erstrebenswert. Der Küchenboden wäre jederzeit krümelfrei, geradezu wie geschleckt. Freilich müsste man darauf achten, dass das Tierchen alles verträgt und Übergewicht soll es von den Portionen unter dem Tisch ja auch nicht bekommen. Mit so einem Tier übernimmt man schließlich Verantwortung.

Warum eigentlich nicht? Nach kurzen Recherchen bin ich los und komme mit Pumba wieder heim, unserem neuen Hausschwein, ein kleines Allesfresserchen.

Zunächst sitzt Pumba nur in der Ecke. Soll er sich nur eingewöhnen. Ich sichere derweil die Wohnung. Nicht, dass Pumba versehentlich irgendwelches kleinteiliges Spielzeug erwischt oder sich an herunterhängenden Kabeln zu schaffen macht. Da muss man schon vorsorgen. Man kann sich kein Haustier anschaffen und glauben, dass alles so weiterläuft wie bisher!

Schließlich ermuntere ich Pumba zu einer Erkundungstour. Seine Neugier ist geweckt. Zielstrebig läuft er auf …

Finger weg

Wenn uns zuhause die Decke auf den Kopf fällt, weil es draußen regnet, hilft nur eins: Dann geh doch zu … zum Einkaufen! Irgendwas wird sicher immer knapp. Auch Einkaufen will gelernt sein. Ich würde ja gerne behaupten, dass ich eine der Mütter bin, deren Kinder brav neben dem Einkaufswagen hergehen, nicht quengeln und genügsam sind. Eine Mutter, die sanft Erklärungen abgibt, was nötig ist und was nicht, während die Kinder artig nicken und Methusalems Einsicht besitzen. Natürlich. Nicht.

“Können wir eine Breze haben?” heißt es schon, bevor wir überhaupt ein Wägelchen in Beschlag genommen haben. Zwergnase macht Produktvorschläge. Wird er eigentlich dafür bezahlt? Er sollte Marktschreier werden: “Schau mal, Mama, wie schön dieser Joghurt da verpackt ist! Den könntest du doch nehmen. Wie süß der Simba darauf aussieht!” Noch während er spricht, landet der 4er-Pack schon im Wagen. Naja, gut, wenns nun schon drin liegt und der Joghurt doch so süß verpackt ist...

Dein Wohlwollen wird umgehen…

Mach Mama müde

Endlich Sommerferien! Man wird die im Kindergarten durch soziales Lernen erworbenen Ungezogenheiten wieder los und man erlebt endlich wieder was. Spannung, Spaß und Spiel hilft gegen jegliche Art und jede Tonlage von "Aber Mama, mir ist langweilig!" Zum Beispiel im Vergnügungspark.
In aller Frühe zieht man sich also viel zu viele Kleidungsschichten an, um für jedes Wetter gewappnet zu sein, packt Proviant ein, für den keine Zeit sein wird und erklärt dem aufgeregt herum hüpfenden Kind, dass es wegen der vielen Leute im Park nicht weglaufen soll. Das Kind nickt artig und läuft schon mal voraus ins Auto. Ähm ja.
Der Parkplatz ist der point of no return. Wenn du aus dem Auto steigst, gibt es kein Zurück. Sobald die ersten Fahrgeschäfte in Sicht sind, scheint der Kopf deiner Kinder vor Freude zu explodieren. "Mama! Schau! Damit will ich fahren!" Während Mama sich noch über ihre brillante Ausflugsidee freut, schlängelt sich der 5-Jährige durch die Leute. Nur sein Ziel…

Die Kunst der Diplomatie

Mein größter Kritiker ist mein Sohn. Als echter Niederbayer ist er sparsam mit Lob, dafür deutlich in der Kritik. Ich bin ehrgeizig. Nachdem die grünen Muffins eindeutig durchgefallen waren, heute ein neuer Versuch. Eine kurzzeitige geistige Umnachtung ließ mich glauben machen, dass Pizzaschnecken doch eine lustige Idee seien.

Schon im Hausgang schnüffelt er misstrauisch. "Was stinkt hier denn so schrecklich? Mama! Was hast du da gekocht?!" Beim Blick auf den Teller wandert eine Augenbraue nach oben. "Ich hab dir nie gesagt, dass ich das essen mag!", wirft er vorwurfsvoll in den Raum.

"Jetzt probier doch erst einmal!" Aufmunternd schiebe ich ihm seinen Teller zurecht. Ein tiefer Schnauferer, widerwillig beißt er ab, kaut sehr ausgiebig und schluckt den Bissen angestrengt hinunter.

Ich traue mich kaum nachzufragen, scheine jedoch einen sehr erwartungsvollen Blick aufgesetzt zu haben, den mein Sohn nicht enttäuschen will.

Er tätschelt mir den Arm tröstend. …

Zurück in die Zukunft

“Wir wollen mit Ihnen über Ihre Zukunft sprechen! Wie sieht die aus…?”, schalmeit es durch die Sprechanlage. “Blendend!”, entgegne ich und verabschiede die beiden Damen mit verdächtigen Broschüren in den Händen und einem Gesichtsausdruck, der dem Leiden Christi alle Ehre macht. Der Staubsauger-Vertreter ist den beiden zuvor gekommen. Auch der wollte mit mir über meine Zukunft sprechen. Das Saug-Wisch-Kombi-Dingens würde alles revolutionieren! Ein paar Tage zuvor versicherte mir der Kundendienst meiner Küchengeräte, dass ich mit der Marke in die Zukunft investiert hätte. Wer wollte schon ohne leben?

Scheinbar weiß jeder über meine Zukunft Bescheid. Eines haben alle gemeinsam. Alle malen sie ein Bild des Verderbens, der Schuld, des Mangels, Unzufriedenheit, Krankheit und Tod. Die Angst vor der Zukunft ist ein Bombengeschäft, das boomt. “Denken Sie auch an morgen!”, sagen Versicherung und Bank. Hauptsache, du gibst Geld aus, um das drohende Unheil abzuwenden. Alles für die Gesundheit und …

Das elterliche Meisterstück

“Der Fernseher bleibt jetzt aus!” Entschieden lege ich die Fernbedienung in die Schublade. “Aber Mama!” Fassungslosigkeit macht sich bei Zwergnase breit, Goldlöckchen zeigt protestierend mit dem Zeigefinger auf das Gerät, während sie das Gesicht kraus zieht. Aber ich bleibe konsequent und der Fernseher aus. Ich muss ein Grinsen unterdrücken, als Zwergnase schmollend in sein Zimmer stampft, während seine Schwester ihm ebenso energisch folgt. Zu seinen Entscheidungen zu stehen ist das A und O der Erziehung! Jawohl!

Ich erledige etwas Hausarbeit und freue mich, dass die beiden so einträchtig miteinander spielen. Im Kopf gewinne ich pädagogisches Bullshit-Bingo: Man muss Langeweile auch mal aushalten können - das fördert die Kreativität! Allerdings… Etwas verdächtig ist es schon, dass so gar nichts nach außen dringt. Die beiden Frühaufsteher werden doch nicht eingeschlafen sein?

Leise öffne ich die Tür, um meine beiden Engelchen nicht zu wecken. Doch das Bett ist leer. Stattdessen strahlt …

Auf der Suche

Jeder Mensch ist auf der Suche. Andere Leute suchen ihren Seelenverwandten, den Partner fürs Leben, das kleine und das große Glück. Manch einer sucht sich selbst oder den Sinn des Lebens. Ich bin auch auf der Suche. Ständig. Ich suche die wirklich wichtigen Dinge im Leben. Ich suche zum Beispiel Karl-Heinz.

Karl-Heinz ist ein achtzig Zentimeter großer Plüschhase, den mein 92 Zentimeter großes Goldlöckchen an seinen Schlappohren hinter sich herzieht, wenn sie ins Bett geht. Ohne Karl-Heinz geht nichts. Eltern brauche ich die Folgen nicht zu erläutern, wenn der Herr wieder mal abgängig ist. Es muss Karl-Heinz sein und kein anderer. Ist er verschwunden, hilft sie tatkräftig bei der Suche. Goldlöckchen geht in die Knie, hebt den Spieleteppich an, schaut drunter und ruft “Heinse?” Überrascht, nicht erfolgreich gewesen zu sein, lässt sie den Teppich wieder fallen und zuckt mit den Schultern: “Nimma da!” Dann eilt sie mit Feuereifer zum nächsten Versteck, um den Vorgang zu wiederholen.

Finde …

Macho, Macho

Nach einer Weile stellt man bei der Kindererziehung fest, dass es völlig egal ist, was du sagst. Viel wichtiger ist, was du deinen Abkömmlingen vorlebst. Sie sehen alles und sie hören alles. In jeder Einzelheit. So legt Zwergnase im Spiel dem Papa das Fleisch auf den Teller, während Mama am Salatblatt knabbern darf. Vielleicht sollte ich unseren Kaffeekonsum überdenken… Goldlöckchen braucht an der Puppenküche nur die Tassen und den Vollautomat, der so herrliche Geräusche macht. Fehlt nur noch der Duft der Kaffeebohnen. Der Rest interessiert sie nicht. Einen besonderen Pro-Tipp habe ich aber: Vor den Kindern besser nicht das Messer ablecken! Umso mehr freut es mich, wenn andere Mütter mir sagen, wie brav und anständig sich Zwergnase verhält.

Manchmal ergeben sich auch etwas ungünstige Kombinationen. So trägt Goldlöckchen ihrem großen Bruder die Kleidung hinterher und stellt ihm die Schuhe zum Hineinschlüpfen parat. Er lässt es sich natürlich gefallen. Irgendeinen Vorteil muss ja eine k…

Nimm 2 - Doppelt hält besser

5.50 Uhr. Muttertag. Tatort: Elterliches Schlafzimmer. “Alles Liebe zum Muttertag!” Zwergnase drückt mir einen saftigen Knutscher ins Gesicht und überreicht mir stolz sein im Kindergarten gebasteltes Geschenk. Mir wird ganz warm ums Herz. Passend zum Muttertag. Sie geben einen ja soviel zurück, oder wie war das?

Am Tag zuvor. Nachmittag. Zwergnase brüllt. Goldlöckchen quietscht. “Aber das ist meine Trinkflasche!”, protestiert er, während sie die Füße in den Boden stemmt und daran zieht. Ehe ich einschreiten kann, rutscht ihm die Flasche aus der Hand und beide landen auf dem Hosenboden. Jetzt plärren beide, während der Saft ausläuft und klebrige Flecken auf dem Boden macht. Goldlöckchens etwas kleinere Flasche steht unbehelligt auf dem Tisch. Atmen. Einatmen. Ausatmen. “Hättest du sie nicht einfach trinken lassen können?”, presse ich zwischen den Zähnen hervor. Doch selbst wenn Zwergnase ritterlich nachgegeben hätte, ihre eigene Flasche hätte Goldlöckchen ihm ja doch nicht überlassen.…

Spielermama

Irgendwann kommt im Leben einer Frau der Tag, an dem sie ihren Sohn auf den Fußballplatz begleitet. Sie trägt ihm eine Sporttasche hinterher, so groß, dass in dieser ein weiteres Kind Platz hätte. Während ihr kleiner Star von einem Bein auf das andere tritt, enträtselt sie, wie Schienbeinschoner und Stutzen angelegt werden und hilft dem Champion in die Stollenschuhe, mit denen er ihr auf die Finger tritt. Der Göttergatte hat es sich natürlich nicht nehmen lassen, den Sohnemann schon für das erste Training professionell auszustatten. Das Talent kommt mit dem Spiel… oder so ähnlich.

Mit der Disziplin ist es so eine Sache. Bis der letzte vom Trainer auf seinem Platz positioniert wird, tanzt der erste schon wieder aus der Reihe, während der andere die Gänseblümchen auf dem Rasen zählt. Ich bewundere die Geduld des Dompteurs und bin erstaunt, als dann tatsächlich ein geordnetes Training beginnt, bei dem die zukünftige Nationalelf das Passspiel übt.

Plötzlich liegt Zwergnase am Boden und wei…

Der Osterhase auf der Autobahn

Feiertage sind toll. Man kostet die Tage voll aus. Das meine ich wörtlich. Die Kinder sind voller Vorfreude und hüpfen vor Nervosität höher als der Osterhase. Das heißt im Klartext, dass dir Kind 1 um 5.30 Uhr die Augenlider aufzieht und verkündet, nicht mehr müde zu sein, während dir Kind 2 das Schlafshirt hochzieht, um wild auf deinem Bauch herum zu klatschen.

Kennen Sie die Szenen im Film, wenn die Figur in ihre Wohnung zurückkehrt und feststellt, dass diese von Verbrechern durchsucht worden ist? Die Kinder übernehmen das, noch bevor der erste Kaffee durch ist. Es kommen allerhand verschollener Gegenstände zum Vorschein und unter der Couch wird auch wieder einmal durchgewischt. Doch der Osterhase war noch nicht da.

Wie denn auch. Vor dem ersten Kaffee macht der schließlich nichts. Gewerkschaft und so. Weil das Wetter ein Traum ist, soll der seine Nester draußen im Garten verstecken. Doch Zwergnase ahnt was und es ist gar nicht so leicht, aus der Tür zu schlüpfen.

“Mama, wo gehst du …

S'Gscheidhaferl

Das Ziel der Kindererziehung besteht darin, den Sprössling so fit für die Welt zu machen, dass er ohne Mami und Papi überleben kann. Goldlöckchen wird demnächst ausziehen. Nach nur guten eineinhalb Jahren haben wir das Ziel erreicht. Sie kann den Haushalt führen und sich selbst versorgen. Sie verfügt über eine ausgesprochen gute Problemlösungskompetenz, die an Einfachheit und Effizienz nicht zu übertreffen ist. 
Schon morgens sucht sie sich fachmännisch die Kleidung für den Tag aus, dabei kennt Goldlöckchen keine Kompromisse. Danach kümmert sie sich um ihre alten und gebrechlichen Eltern, denen sie die Socken nachträgt, bis Mama und Papa ordnungsgemäß gekleidet sind. Als dann stellt sie die Hocker für sich und den Bruder ans Waschbecken und schiebt eben diesen ins Bad zum Zähneputzen. Wahlweise zieht sie ihn auch an der Hand. Sie legt ihren Schnuller ab und schiebt sich die Ärmel zurück. Sie weiß, wie der Hase läuft und quietscht energisch, wenn man sich ihr in den Weg stellt. Widerr…

Bastelqueen

Bald ist Ostern. Die selbst bemalten Deko-Eier in Zwergnases Kindergartentasche lassen keinen Zweifel zu. Als er sie mir stolz präsentiert, macht sich das schlechte Gewissen breit. Basteln. Wir basteln ja gar nicht zusammen. Ist das nicht ein Mama-Job? Die Fensterbilder bei der Freundin geben mir den Rest. Jetzt wird gebastelt! Dank des Internets mangelt es nicht an Ideen - allenfalls am Material. Die Vorratskammer gleicht bald einem Wertstoffhof. Es stapeln sich Klopapierrollen, leere Milchtüten und große Einmachgläser. Wenn der Göttergatte den Trennmüll entsorgen will, wühle ich panisch darin herum. Bloß keine Ressourcen vergeuden! Ein Windlicht geht immer. Aus einem Shop in der Innenstadt, der überwiegend Artikel für 1 Euro verkauft, schleppe ich einen ganzen Karton Material heim. Pfeifenreiniger, Stempel, Acrylfarben, Modellierknete, Kulleraugen, Farbpapier, Wolle, Glitzer, Kleister und Kleber.
Zwergnase entscheidet sich für Osterhasen aus Klopapierrollen, die er unbedingt mit de…

Die Fahrradtour

Ich weiß ja nicht, wie andere das machen, aber mehr Bewegung habe ich mit meinen Kindern nicht. Statt selbst aktiv zu werden, stehe ich die meiste Zeit recht reglos neben den spielenden Kindern. Doch endlich ist es soweit! Zwergnase kann so gut Rad fahren, dass wir einen Ausflug machen können. Der Göttergatte erhält Anweisung, meinen Drahtesel auf Vordermann zu bringen und einen Fahrradsitz für Goldlöckchen zu montieren. Das wird toll! Ich stecke Zwergnase mit meiner Vorfreude an.

Der Aufbruch erfordert Planung. Nicht nur der Proviant für eine Woche, sondern der Helm in Griffweite und Zwergnase abfahrbereit. Denn mein alter Drahtesel muss sich schon stützen, wenn er nur den Sitz trägt. Mit Goldlöckchen drin würde er einfach umfallen. Das Fahrrad und ich verschmelzen zu einer Einheit.

Auf dem Fahrradweg stelle ich schnell fest: Zwergnase ist ein Sonntagsfahrer. Er schaut links, er schaut rechts, fährt natürlich auch in die Richtung, in die er schaut, reißt im letzten Moment den Lenker he…

Schuhkauf für Fortgeschrittene

Zwergnases Zeh schnappt frische Luft. Direkt durch ein Loch des rechten Hausschuhs. Also ab ins Schuhgeschäft. Goldlöckchen staunt vor der Regalwand. Eine Mädchen eben. Zwergnase zählt mir auf, welche Superhelden auf den Schuhen sein sollen. Ein Junge eben. Der Göttergatte trottet missmutig hinter mir her. Ein Mann beim Shopping eben. Ich wiege verschiedene Hausschuhe für Zwergnase in der Hand. “Die will ich aber nicht!”, quäkt es plötzlich hinter mir. “Aber die sind doch schön”, entgegne ich. “Ich will welche mit Paw Patrol!” Das habe ich befürchtet. Ich habe längst gesehen, dass es keine Fellfreunde in der passenden Größe gibt. “Da sind doch gar keine Superhelden drauf!”, beschwert er sich. Ein Problem, das nur Eltern in ihrer Gänze erfassen können. Der Göttergatte sieht gelangweilt nach Goldlöckchen. Schließlich ist Zwergnase mit den Hausschuhen ohne Superheld einverstanden, wenn er im Gegenzug Sneaker wie sein Papa erhält. Puh. Ein Glück.
Wo bleibt eigentlich der Göttergatte? Der…

Was Gender-Wahnsinn und Weltfrauentag gemeinsam haben

Ich kann nicht anders. Bei Gender-Wahnsinn und Weltfrauentag muss ich mit den Augen rollen. Selten werden Ressourcen so sinnlos verballert wie bei diesen beiden Themen, vor allem Zeit und gesunder Menschenverstand. Ich will behaupten: Die Diskussion beider Themen verfehlt nicht nur das Ziel von mehr Gleichberechtigung, sie schadet ihm sogar.
Die Befürworter der sprachlichen Akkuratheit, bei der sich niemand mehr sicher sein kann, nun wirklich politisch korrekt formuliert zu haben, argumentieren damit, dass Sprache und Gedanken Realität schaffen. Nur wer beide Geschlechter oder wieviele auch immer anspreche, sorge dafür, dass diese nebeneinander gleichwertig auftreten und Diskriminierung keine Chance habe. Doch ist es nicht viel mehr so, dass das ständige Gerede von Ungerechtigkeit, Diskriminierung und Ausgrenzung gerade dazu führt? Dass durch das penible Auseinanderdröseln aller möglichen Eventualitäten erst Gruppen von Menschen geschaffen werden, denen durch diese Formulierungen eine…

Was für ein Theater - Wie Eltern das Geld aus der Tasche gezogen wird

Wenn man Kinder hat, ist man immer auf der Suche nach neuen Unternehmungen. "Man will den Kindern ja was bieten" heißt es da. Man weiß zwar auch, dass man dafür nicht zwingend Geld ausgeben muss, die lieben Anbieter aber alles dafür tun, um mit den dummen Eltern ihren Reibach zu machen. Kommt mir jetzt nicht mit "Die müssen ja auch von was leben", "Die haben Kosten und Auslagen!", "Aber das ist doch schön gemacht!" So ein Käse. In den allermeisten Fällen zahlt man überteuerte Preise für eine miese Gegenleistung. Davon will ich erst gar nicht anfangen, dass Süßigkeiten, Luftballons und Souvenirs strategisch so platziert sind, dass man entweder noch mehr Geld da lässt oder aber sein erzieherisches Können beim Wutanfall des Kleinkindes unter Beweis stellen darf.
Natürlich war Zwergnase begeistert, als er die Ermäßigungskarte für das Puppenspiel "Ritter Rost und das Gespenst" aus dem Kindergarten nach Hause brachte. Einen Euro würde man s…

Biene sticht Bauer - Gedanken zum Bürgerbegehren

"Rettet die Bienen!" - Wer will das nicht? Das muss man den Initiatoren lassen. Indem sie die arme kleine Biene Maja auf ihrer Klatschmohnwiese bedrohen, nimmt man allen Gegnern den Wind aus den Segeln. Wer Kritik am Gesetzesentwurf äußert, wird (vor allem in den sozialen Medien) schnell ausgehebelt: "Also willst du, dass die Bienen aussterben?" "Nein, natürlich nicht!" "Also musst du unterschreiben!" Bäm. Ende der Diskussion.

Die Fronten verhärteten schnell, das Motto "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns!" ist allgegenwärtig. Wegen der paar Änderungen im Bayerischen Naturschutzgesetz werden weder die Bauernhöfe aussterben, noch wäre im Falle eines Scheiterns die Welt untergegangen - nicht zuletzt, wenn man einmal ganz logisch die Gesamtfläche Bayerns an derselben bedenkt. Ein Tropfen auf den heißen Stein. Aber etwas tun ist besser als nichts tun. Irgendwer muss schließlich anfangen. Über das Wie kann man sich streiten, aber wichtige…

Schöne Bescherung

Es gibt Tage, an denen sollte man es vermeiden, einen Arzt zu benötigen. Weihnachten zum Beispiel oder überhaupt die Zeit zwischen den Jahren, wenn die Welt im Winterschlaf versinkt und alles auf Sparflamme läuft. Mir schwante also nichts Gutes, als ich Weihnachten mit einem stechenden Schmerz im rechten Arm aufwachte, der mir die Tränen in die Augen schießen ließ.  Ich konnte entweder stehen oder liegen, aber sitzen war unmöglich. Da half auch kein Schmerzmittel aus Omas Giftschrank. Ich musste zum Bereitschaftsdienst ins Klinikum Deggendorf, sonst würden die Feiertage die Hölle auf Erden.

Der diensthabende Orthopäde bejahte meine Befürchtung eines Bandscheibenvorfalls mit starkem Akzent, spritzte mir ein Schmerzmittel und schickte mich mit drei erbettelten Ibus nach Hause. Von der Notaufnahme würde ich auch nichts anderes erhalten, erklärte er mir auf Nachfrage. Er könne mich nicht einmal röntgen. Der Hausarzt würde ein MRT veranlassen und dann sähe man weiter. Na toll. Mein Hausarz…