Direkt zum Hauptbereich

Fahren ohne Navi

Wir starren auf den Kartenausschnitt auf der Einladung. Da müssen wir abbiegen. Rechts. Nein, links. Ich drehe die Karte herum. Wenn ich aus dieser Richtung komme, ist links das andere rechts. Oder so ähnlich. Eigentlich sollte der Weiher ganz leicht zu finden sein, an dem wir zu einem kleinen Grillfest eingeladen sind. Das stellen wir fest, nachdem wir uns eine halbe Stunde mit der Karte beschäftigt haben. Die Herausforderung des 21. Jahrhunderts: Finde ein Ziel ohne Navi! Denn eine Adresse gibt es nicht.

Als wir am nächsten Tag ins Auto steigen, sind wir gut gelaunt und zuversichtlich. Kein Smartphone steckt in der Halterung. Wir schaffen das! Das größere Dorf, in dem wir einmal abbiegen müssen, erreichen wir ohne Probleme. Wir verlassen den Ort und fahren durch die Pampa. Links und rechts wird die Straße von Feldern gesäumt, wo laut Karte eigentlich kleine Waldstücke sein müssten. Wir werden misstrauisch. So weit hätte das laut Karte nicht sein dürfen. Wir passieren ein Ortsschild und nun haben wir Gewissheit, wir sind falsch gefahren. Und zwar ziemlich falsch.  Aber wo? Wir sind doch der Beschilderung zum Ort gefolgt, der dem Weiher am nächsten liegt. Wir holen die Karte heraus, können unseren Fehler aber nicht entdecken. Ich seufze, gebe den Ort doch bei Google Maps ein und stecke das Handy in die Halterung. Wie peinlich! Trotz Karte finden wir nicht einmal ein Fleckchen Erde im eigenen Landkreis ohne Navi.

Schnell kommen wir an die Stelle, wo wir abbiegen hätten müssen und tatsächlich ist der Weiher nicht mehr weit. Nach uns trudeln noch einige Gäste ein, die im gleichen Ort standen, weil sie die Abzweigung mangels Beschilderung verfehlt haben. Wir lehnen uns zurück. So dumm sind wir also auch wieder nicht. Beim Zurückfahren entdecken wir das fehlende Schild. Man kann es halt nur lesen, wenn man aus der Richtung kommt, wo man zuvor hinwollte. Doch eins ist sicher. Den Weg zum Weiher vergessen wir so schnell sicher nicht. Mit Navi hätte das durchaus passieren können.

#kloanegschichten #sommer #weiherparty #pampa #fahrenohnenavi #roadtrip #wiedoofkannmansein #täglicherwahnsinn #grillen #kartenlesen #landei #googlemaps #dazugelernt #fehlendeschilder

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Von hoffnungslosen Herrchen und ihren Haufen

Ich mag keine Hunde. Sie sabbern, ich mag ihren Geruch nicht und man weiß nie, ob er dich anspringt, wenn du einem begegnest. Aber das Schlimmste sind die Hundehaufen. Dafür kann das Tier natürlich nichts. Irgendwo muss es sein großes Geschäft verrichten. Und zwar dort, wo es sein Herrchen lässt. Auf Gehwegen, in Sandkästen auf Spielplätzen, in Vorgärten, Garageneinfahrten und auf landwirtschaftlich genutzten Wiesen. Die aufgestellten Hundetütenbehälter werden ignoriert. Ich kann es mir schon vorstellen. Am Rande eines Weges. Unbeobachtet. Der Hund setzt an, tut, was er tun muss. Es hat keiner gesehen, warum soll man sich die Hände schmutzig machen? Ein Nachbar hat ein Schild mitten in seinen Vorgarten gesetzt, dass sein Garten kein Hundeklo ist. Gegenüber ein Pappschild: "3 Meter Einfahrt - 3 Hundehaufen. Muss das sein?!" Spricht man die Herrchen an, bekommt man nur eine schnippische Antwort und die Haufen bleiben liegen. Erheblichen Schaden können Hunde

Oma in der Pflicht?

Foto: Karin Futschik Auf Einer schreit immer erschien kürzlich ein Gastbeitrag darüber, dass man sich als Mutter Unterstützung von der Oma wünschen würde, die aber ihr Leben in vollen Zügen genießt, sich im Fitnessstudio und auf Reisen herumtreibt, während die Working Mum sich wie im Hamsterrad aus Beruf, Haushalt und Kindererziehung fühlt. Früher sei das ganz anders gewesen. Früher hätten Omas gestrickt und mit dem Enkel auf der Parkbank sitzend Vögel gefüttert. Ich glaube, hier ist jemand dem "Früher war alles besser"-Irrglauben aufgesessen. Zumindest trifft das gezeichnete Bild der Märchen-Oma nicht auf meine eigenen zu. Diese waren jünger als Zwergnases Omas jetzt und auch noch selbstständig. Demnach musste meine Mutter den Alltag mit zwei Kindern auch alleine stemmen. Meine Omas waren da, wenn Not am Mann war oder wenn meine Eltern eben einmal ausgehen wollten. Ich glaube aber nicht, dass sich meine Mutter gewünscht hätte, dass ihre Mutter und ihre Schwiegerm

Der Hund auf der Straße - (K)ein Straßenköter?

Ich mag Hunde nicht besonders. Wenn ich auf der Straße einem begegne, ignoriere ich ihn. Es käme mir nicht in den Sinn, einem Hund oder seinem Besitzer zuzusprechen. Das Tüddelü der alten Damen, wenn sie normalerweise Babys sehen. Von wegen "Ja, ist das ein Süßer! Ja, wie heißt er denn? Bist ein Braver, gell! JAAAAAA!" Ähm. Nein. Zuviele Hunde von Bekannten sind an mir hoch gesprungen und haben mir die Kleidung ruiniert. Außer einem "Normal macht der das nicht! Höhö!" kam herzlich wenig von den Besitzern. Wenn ich nur an diese eine Jeans denke... Weiß der Geier, wo der Hund zuvor rumgelaufen war. Die Flecken von seinen Pfoten bekam ich nie wieder raus. Zu oft bin ich schon in Hundedreck gestiegen. Zu oft habe ich zu Zwergnase sagen müssen, dass er hier und dort keine Blumen pflücken darf, weil da Hunde reinkacken. Noch öfter hat mich das plötzliche Gebell hinter einer Hecke erschreckt oder wurde Zwergnase davon aufgeweckt. Nein, meine Erfahrungen mit Hunden sind bi