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Final Destination


Es war wirklich eine gute Idee, dass wir den Caravan meines Mannes genommen haben. Während ich mit Zwergnase durch die Fahrradhalle schlendere, spielt Opa Osterhase und verstaut das grüne Fahrrad im großen Kofferraum. Ein guter Tag. Das Einkaufen ging schneller als gedacht, das Kind hat mitgemacht und die Bedienung war auch klasse. Der Osterhase kann das Fahrrad am Sonntag bestimmt vorbeibringen, sagte der Verkäufer, weil der ja sooo groß mit Ohren sei. Er streckte die Arme in die Luft. Der könne das Fahrrad schon in seinem Korb schleppen.

"Oje! Schaut mal!", ruft Zwergnase bei der Ampel am Globus. "Da ist ja ein Auto gegen den Baum gefahren!" Ein kleines weißes Auto liegt im Graben, ein weiteres Auto steht oben am Rand. Zwei Mädchen telefonieren aufgelöst. Sie tun mir leid. Als mir Papas neues Auto mit 18 Jahren Feuer fing, machte ich mir nur Sorgen um das Auto. Ob es den beiden ähnlich geht? Wir spekulieren, wie es zu dem Unfall gekommen ist, während wir an der Ampel warten. 

Schon der zweite Grabenunfall, den ich diese Woche sehe. Als ich mit meiner Mutter meinen 100-€-Gutschein im Möbelhaus loswerden wollte (Geschichte folgt), sahen wir auf dem Heimweg einen Laster in der Randbegrünung stehen, der diese mehrere Meter regelrecht um- und sich selbst eingegraben hat. Vermutlich war er einem Überholer ausgewichen, der eben nicht mehr rechtzeitig einscheren konnte. Wir schimpften ein wenig darüber, dass die Leute aber auch an den unmöglichsten Stellen überholten und viele riskante Überholmanöver überhaupt keine Zeitersparnis brachten. Im Gegenteil, man gefährdete nur andere und sich selbst. "Diese Woche haben wir es aber mit den Unfällen!", wirft auch Oma ein. Zwei Dumme, ein Gedanke. Dann schaltet die Ampel auf Grün und ich fahre weiter. Habe ich beim Einsteigen alles am Sitz richtig eingestellt?, schießt es mir da durch den Kopf. Ja, ich sitze bequem. 

Wir freuen uns auf einen Kaffee, Zwergnase auf seinen Saft. Doch in Deggendorf ist die Ampel an einer großen Kreuzung außer Betrieb. Im Feierabendverkehr geht es drunter und drüber, jeder hat es eilig und ist sich selbst der nächste. Typisch. Ich ärgere mich ein wenig. Als wenn das irgendjemanden weiterbringen würde, wenn man sich mit Gewalt noch mitten in die Kreuzung stellt.  Das Verkehrschaos ließe sich so leicht vermeiden, wenn man nur ein wenig Rücksicht nähme. Achtsam fahre ich in die Kreuzung ein, man weiß ja nie, ob die Vorfahrt wirklich beachtet wird. Prompt schießt von rechts ein weißer Caravan in die Kreuzung. Die Fahrerin schaut nicht links und nicht rechts, gibt einfach Gas und ignoriert mein Hupen und mein Bremsen. Als hätte sie Scheuklappen auf. Da wäre die Beifahrerseite hin gewesen! Wir können nur den Kopf schütteln. Und da soll es einen wundern, wenn etwas passiert!

Ich bin froh, dass wir bald durch sind. Vor mir hält ein dunkler Wagen aus Karlsruhe, der links in die Tankstelle einbiegen will. Karlsruhe... auch nicht der nächste Weg und ich male mir aus, welchen Job die Fahrerin hat, der sie in unsere Kleinstadt führt, als ich warte. Das kann noch dauern, bei dem Verkehr, denke ich noch und da... RUMMS. Scheppert es, ich werde erst in den Sitz gedrückt, dann nach vorne. Opa schaltet am schnellsten. Jetzt haben wir unseren eigenen Unfall. Ein kleiner Firmenlaster wollte sich das Fahrrad im Kofferraum wohl anschauen. Der Wagen hat uns etwa einen Meter nach vorne geschoben, Stoßstange und Kofferraumdeckel sind eingedrückt, der Unfallverursacher schaut betreten. So hat er sich den Feierabend sicher nicht vorgestellt. Wir uns auch nicht. Aber von allem, was wir gesehen haben, war das noch die harmloseste Variante. Alle sind wohlauf, das Auto kann man reparieren. Glück gehabt!

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Wann wird's mal wieder richtig Sommer?

Im Sommer kann kommen, was wolle, ich beschwere mich nicht über die Hitze. Es gibt schließlich nichts Schlimmeres als einen verregneten Sommer, bei dem man Trübsal blasend an der Fensterscheibe klebt und verzweifelt, was man mit den Kindern noch anstellen könnte. Dieses Jahr blieb uns das erspart. Wenn es einem zu heiß wurde, fuhr man halt in den Urlaub. Nach Italien oder so.
Wir sahen nicht, wie der Rasen ausblieb, weil wir ständig beim Baden waren. Die Kinder schliefen am Abend müde im Bett und wir saßen mit Cocktail in der Hand auf dem Balkon. Unser Rum-Verbrauch kam diesen Sommer dem eines Piratenschiffs aus der Karibik gleich.
Das Freibad machte im September zu. Am letzten Tag hatte es 30 °C, die darauffolgenden Tage 33 °C. Aber im September kann man ja nicht mehr baden. Viel zu frisch! Als der Rum alle war, kauften wir keinen neuen mehr. Einerseits wollten wir den anonymen Alkoholikern entgehen, andererseits konnte ja jeder Abend der letzte draußen sein. Und dann steht der Rum …

Oma in der Pflicht?

Auf Einer schreit immer erschien kürzlich ein Gastbeitrag darüber, dass man sich als Mutter Unterstützung von der Oma wünschen würde, die aber ihr Leben in vollen Zügen genießt, sich im Fitnessstudio und auf Reisen herumtreibt, während die Working Mum sich wie im Hamsterrad aus Beruf, Haushalt und Kindererziehung fühlt. Früher sei das ganz anders gewesen. Früher hätten Omas gestrickt und mit dem Enkel auf der Parkbank sitzend Vögel gefüttert.
Ich glaube, hier ist jemand dem "Früher war alles besser"-Irrglauben aufgesessen. Zumindest trifft das gezeichnete Bild der Märchen-Oma nicht auf meine eigenen zu. Diese waren jünger als Zwergnases Omas jetzt und auch noch selbstständig. Demnach musste meine Mutter den Alltag mit zwei Kindern auch alleine stemmen. Meine Omas waren da, wenn Not am Mann war oder wenn meine Eltern eben einmal ausgehen wollten. Ich glaube aber nicht, dass sich meine Mutter gewünscht hätte, dass ihre Mutter und ihre Schwiegermutter sich in ihren Haushalt ei…

Der Kindergeburtstag

"Ich bin zur Geburtstagsfeier eingeladen!" Stolz hält mir Zwergnase die liebevoll gebastelte Einladung mit aufgeklebten Monsterauge und Zähnen vor das Gesicht. Seine Aufregung steckt mich an. Das wird sein erster richtiger Kindergeburtstag sein, ohne dass Mama den ganzen Nachmittag Händchen hält. Plötzlich bin ich nervöser als er. Denn Zwergnase gruselt sich schon etwas vor dem ganzen Halloween-Zeug, auch wenn er es nicht zugibt. Zwergnase ist begeistert. In der Woche vor dem Geburtstag malen wir täglich entweder auf Papier oder mit Straßenmalkreide Spinnen, Vampire, Geister und Skelette. Wenn er nachts zu uns ins Bett kriecht, geht das nur noch mit Taschenlampe. Aber seiner Begeisterung tut das keinen Abbruch. Ich bringe es nicht übers Herz, ihn nicht auf den Geburtstag zu lassen, weil er danach Angst haben könnte. Frage aber die Mama, ob ich nicht eine kleine Weile bleiben dürfe. Noch während ich die Nachricht abschicke, komme ich mir wie eine Glucke vor. 
Während ich Zwe…