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Mit Kind im Supermarkt - kurz vor Ladenschluss

Ich habe es nie verstanden, wie man mit so einem armen Zwerg kurz vor Ladenschluss zum Einkaufen gehen kann. Kurz vor 20.00 Uhr gehört ein Kind ins Bett und nicht in den Einkaufswagen. Da hängen die Kids in den Seilen, ihnen ist langweilig und sie sind quengelig. Der Wutanfall ist vorprogrammiert. Aber die Kinder können ja nichts dafür, wenn sie ihre verantwortungslosen Mütter ins Geschäft schleifen statt ihnen Märchen vorzulesen. Da braucht man ja nun wirklich keine pädagogische Ausbildung, um den Zusammenhang herzustellen. Dass man so spät erst einkaufen fährt, obwohl die Hausfrau ohnehin den ganzen Tag daheim ist, ist mir auch ein Rätsel. Mann muss es doch fertigbringen, den Einkauf nicht auf den letzten Drücker zu erledigen. Das Kind spürt doch den Zeitdruck auch. Der Stress! Aber dann wundern, wenn es Probleme gibt. Das sind mir ja die liebsten. Wenn ich eigene Kinder habe, läuft das ganz anders. 


Foto: Karin Futschik
Mein eigenes Kind ist nach dem Kindergarten so kaputt, dass es zweieinhalb Stunden Mittagsschlaf hält und gegen 15.00 Uhr langsam aus seinem Koma erwacht. Gegen halb vier können wir dann in den Garten und das schöne Wetter genießen. Wir misten den Kaninchenstall aus und gehen eine Runde, um Grünfutter zu zupfen. Zwergnase schüttelt gerade den Beutel im Käfig aus, als eine Freundin anruft und uns einlädt. Also schnell rein, frisch machen und umziehen und los geht's.

Gegen Viertel nach sieben verabschieden wir uns. Kaum im Auto verkündet Zwergnase, dass er Hunger hat. Außerdem hat er genau gesehen, dass wir am Globus vorbei gefahren sind. Da hat er sich schon mal mit Papa eine Leberkäs-Semmel geholt. "Mama? Krieg i a Leberkas-Semme?" Naja. Warum denn eigentlich nicht. Alle heiligen drei Zeiten ist die doch drin. Also rein auf den Parkplatz, ein bisschen frisches Gemüse könnten wir eh noch brauchen.

Es ist halb acht, als wir an der Metzgerei-Theke stehen, Zwergnase der Sabber aus dem Mund läuft und die Hände nach der Leberkas-Semmel ausstreckt. Recht appetitlich beißt er Stück für Stück ab,  bis er sich zufrieden den Bauch reibt, während ich hier und da etwas in den Wagen werfe. Zwergnase grüßt artig so ziemlich jeden Kunden und jeden Mitarbeiter, dem wir über den Weg laufen, eifrig hilft er, die paar Waren auf das Band zu legen. Wir lassen einen Mann vor. Der fragt dreimal nach, ob das schon okay sei. Er wolle uns schließlich nicht aufhalten. Kritischer Blick aufs Kind, kritischer Blick zu mir. Als wenn die zwei Minuten jetzt die Welt verändern würden. Ich lächle verständnisvoll, die Ruhe in Person. Nein, er halte uns nicht auf. Es sei alles in Ordnung. Zwergnase zeigt auf die Kassenauslage. Ob er Skittles haben könne? Nein, die mag er eh nicht. Gespannte Blicke des Mannes vor mir und der Frau hinter mir. "Ok", seufzt Zwergnase. Er wendet sich der Kassiererin zu. "Hallo, Verkäuferin! Wir möchten gerne bezahlen!"

Um zehn nach acht sind wir zuhause. Zwergnase läuft noch drei Runden im Garten, dann können wir endlich reingehen und unseren Korb auspacken. Um  halb zehn ist er selig eingeschlafen. Ein wirklich schöner Tag geht ganz entspannt zu Ende.

Kommentare

  1. Vernünftig! Die Leute von der ANDEREN Seite der Kasse danken ;)
    Es gibt nichts Schlimmeres als Kunden, die fünf Minuten nach Ladenschluss noch eine "Kleinigkeit" (sprich einen ganzen Einkaufswagen) besorgen müssen, begleitet von quengelndem Kleinkind (natürlich, auf so was hätte ich als Kind auch keine Lust gehabt!) und taub, was Aufforderungen, nun doch bitte endlich zu bezahlen angeht......
    Und Leberkäse beim Globus ist eh immer super ;)

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