Direkt zum Hauptbereich

30 ist das neue 20

Bild: FreeImages.com /cstavridis
Stimmt nicht. Diese Behauptung ist eine reine Verzweiflungstat. Sonst nichts.

Wie sah denn das Leben mit 20 aus? Du bist auch bei minus 20 Grad leicht bekleidet weg gegangen, weil du dir sonst in der Disco einen Wolf geschwitzt hättest. Dir hätten die Eiszapfen von den Haaren wachsen können und du hättest nicht zugegeben, dass es draußen saukalt ist.

Mit 30 wählst du Zwiebellook, um dich jeder Temperatur von minus 50 bis plus 40 anpassen zu können. Allerdings sind die Temperaturunterschiede im Restaurant nicht so gravierend wie in der Disco. Zum Rauchen gehst du auch nicht raus, weil du es wegen der Gesundheit, den Kindern oder anderen Gründen aufgegeben hast.

Überhaupt kommt dir die Nylon-Industrie inzwischen sehr entgegen. Sagenhaft, wie sehr eine Strumpfhose dein Wohlbefinden steigern kann. Nein, Unterhemden ziehen wir noch nicht an! So weit ist es noch nicht. Aber so ein farblich passendes Top für unten drunter heißen wir mit offenen Armen willkommen.

30 ist nicht das neue 20. Das merkt man vor allem beim Ausgehen. Entweder es kommt sowieso nicht mehr vor oder dein Vorglühgetränk hat sich massiv verändert. Vorher war es Whiskey-Cola, jetzt ist es Kaffee. Schwarz. Und stark. Weil du sonst zur Tagesschau auf der Couch einschläfst.

Mit 20 konntest du problemlos drei Tage durchmachen. Heute kostet es dein Aussehen schon drei Jahre, wenn du nur daran denkst.

Du musst einfach auf deinen Körper besser Acht geben. Das, was er früher einfach so weggesteckt hat, hält er dir heute gnadenlos vor. Du musst dich mit kleinen fiesen Krankheiten herumschlagen, die du mit 20 nur vom Hörensagen kanntest oder gar nicht. Obwohl du Sport treibst und dich geschmeidig hältst, fängt es an zu zwicken oder zu zwacken. Oder du bekommst so seltsame Dinge wie eine Entzündung der Zahnwurzelhaut.

Mit 20 habe ich versucht, das meiste aus der Anlage im Auto herauszuholen. Harte Technobeats begrüßten mich, wenn ich die Zündung anmachte. Heute schallt der Biene-Maja-Tanz aus den Boxen. Und du singst auch noch mit.

Wenn dir einer sagt, mach das doch mit 30! 30 ist das neue 20! Glaub ihm kein Wort. Du bist zu alt für diesen Scheiß!

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Von hoffnungslosen Herrchen und ihren Haufen

Ich mag keine Hunde. Sie sabbern, ich mag ihren Geruch nicht und man weiß nie, ob er dich anspringt, wenn du einem begegnest. Aber das Schlimmste sind die Hundehaufen. Dafür kann das Tier natürlich nichts. Irgendwo muss es sein großes Geschäft verrichten. Und zwar dort, wo es sein Herrchen lässt. Auf Gehwegen, in Sandkästen auf Spielplätzen, in Vorgärten, Garageneinfahrten und auf landwirtschaftlich genutzten Wiesen. Die aufgestellten Hundetütenbehälter werden ignoriert. Ich kann es mir schon vorstellen. Am Rande eines Weges. Unbeobachtet. Der Hund setzt an, tut, was er tun muss. Es hat keiner gesehen, warum soll man sich die Hände schmutzig machen? Ein Nachbar hat ein Schild mitten in seinen Vorgarten gesetzt, dass sein Garten kein Hundeklo ist. Gegenüber ein Pappschild: "3 Meter Einfahrt - 3 Hundehaufen. Muss das sein?!" Spricht man die Herrchen an, bekommt man nur eine schnippische Antwort und die Haufen bleiben liegen. Erheblichen Schaden können Hunde

Oma in der Pflicht?

Foto: Karin Futschik Auf Einer schreit immer erschien kürzlich ein Gastbeitrag darüber, dass man sich als Mutter Unterstützung von der Oma wünschen würde, die aber ihr Leben in vollen Zügen genießt, sich im Fitnessstudio und auf Reisen herumtreibt, während die Working Mum sich wie im Hamsterrad aus Beruf, Haushalt und Kindererziehung fühlt. Früher sei das ganz anders gewesen. Früher hätten Omas gestrickt und mit dem Enkel auf der Parkbank sitzend Vögel gefüttert. Ich glaube, hier ist jemand dem "Früher war alles besser"-Irrglauben aufgesessen. Zumindest trifft das gezeichnete Bild der Märchen-Oma nicht auf meine eigenen zu. Diese waren jünger als Zwergnases Omas jetzt und auch noch selbstständig. Demnach musste meine Mutter den Alltag mit zwei Kindern auch alleine stemmen. Meine Omas waren da, wenn Not am Mann war oder wenn meine Eltern eben einmal ausgehen wollten. Ich glaube aber nicht, dass sich meine Mutter gewünscht hätte, dass ihre Mutter und ihre Schwiegerm

Der Hund auf der Straße - (K)ein Straßenköter?

Ich mag Hunde nicht besonders. Wenn ich auf der Straße einem begegne, ignoriere ich ihn. Es käme mir nicht in den Sinn, einem Hund oder seinem Besitzer zuzusprechen. Das Tüddelü der alten Damen, wenn sie normalerweise Babys sehen. Von wegen "Ja, ist das ein Süßer! Ja, wie heißt er denn? Bist ein Braver, gell! JAAAAAA!" Ähm. Nein. Zuviele Hunde von Bekannten sind an mir hoch gesprungen und haben mir die Kleidung ruiniert. Außer einem "Normal macht der das nicht! Höhö!" kam herzlich wenig von den Besitzern. Wenn ich nur an diese eine Jeans denke... Weiß der Geier, wo der Hund zuvor rumgelaufen war. Die Flecken von seinen Pfoten bekam ich nie wieder raus. Zu oft bin ich schon in Hundedreck gestiegen. Zu oft habe ich zu Zwergnase sagen müssen, dass er hier und dort keine Blumen pflücken darf, weil da Hunde reinkacken. Noch öfter hat mich das plötzliche Gebell hinter einer Hecke erschreckt oder wurde Zwergnase davon aufgeweckt. Nein, meine Erfahrungen mit Hunden sind bi