Direkt zum Hauptbereich

Die Vorzüge des Kollektiveigentums


Alles gehört allen. So könnte man Kollektiveigentum wohl am knappesten beschreiben. In der Theorie eine feine Sache, die Geschichte hat aber bisher leider gezeigt, dass es mit der Praxis nicht so klappen will. Dabei müsste man doch nicht immer gleich in die Vollen gehen. Es müssen ja nicht ganze Betriebe als Gemeinschaftseigentum angesehen werden. Nein, situationsbezogen würde doch reichen. Daher schlage ich die Erprobung im Kinderplanschbecken vor!

Es sieht doch folgendermaßen aus: Mami schleppt haufenweise Spielzeug mit ins Schwimmbad. Eimerchen, Gießkanne, Wassermühle, Wasserspritze, Softball, Wasserball, Luftmatratze, Schwimmreifen, Plastikboot, etc. Mami zwei schleppt mit: Eimerchen, Gießkanne, Wassermühle, Wasserspritze, Softball, Wasserball, Luftmatratze, Schwimmreifen, Plastikboot, etc. Mami drei... ach, lassen wir das. Fakt ist, dass alle das gleiche Spielzeug mitnehmen. Im Kinderbereich findet es sich in höchstens drei verschiedenen Farben und alle haben sie das billige Zeug vom Ein-Euro-Shop dabei.

Die Kinder sind in der Regel schlauer als die Mütter. Die nehmen sich, was gerade frei ist. Gleich, ob es ihnen gehört, oder nicht. Es spielt ja auch keine Rolle. Im Wasser geht ohnehin nicht leicht etwas kaputt. Außerdem möchte ich mal in so ein Kleinkind-Hirn schauen, wenn die Mutter dem Kind einen gelben Eimer wegnimmt, schimpft, dass der Eimer ja nicht ihm gehöre, sondern es diesen Eimer nehmen solle, der wiederum gelb ist. Mutter nimmt Kind den gelben Eimer, drückt ihm den anderen gelben Eimer in die Hand. Kind merkt, dass ihm gerade etwas genommen wurde und will natürlich und partout den anderen gelben Eimer - und zum Schluss weiß keiner mehr, welcher Eimer nun welcher ist, aber die Mutter ist gestresst und das Kind plärrt. Super. Wegen eines kleinen, gelben Eimerchens, das es im Set mit anderem Spielzeug für 2,99 Euro gibt.

Am besten wäre es doch, eine große Box aufzustellen, jeder bringt am Anfang der Saison ein billiges Spielzeugset mit und wirft es hinein. Alle dürfen mit allem spielen, keiner muss mit Argusaugen überwachen, dass ja kein fremdes Patschehändchen Hand an die eigene hoch heilige Gießkanne legt. Mami braucht nicht soviel schleppen und die Kinder sind glücklich. Das wäre doch was!

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Oma in der Pflicht?

Auf Einer schreit immer erschien kürzlich ein Gastbeitrag darüber, dass man sich als Mutter Unterstützung von der Oma wünschen würde, die aber ihr Leben in vollen Zügen genießt, sich im Fitnessstudio und auf Reisen herumtreibt, während die Working Mum sich wie im Hamsterrad aus Beruf, Haushalt und Kindererziehung fühlt. Früher sei das ganz anders gewesen. Früher hätten Omas gestrickt und mit dem Enkel auf der Parkbank sitzend Vögel gefüttert.
Ich glaube, hier ist jemand dem "Früher war alles besser"-Irrglauben aufgesessen. Zumindest trifft das gezeichnete Bild der Märchen-Oma nicht auf meine eigenen zu. Diese waren jünger als Zwergnases Omas jetzt und auch noch selbstständig. Demnach musste meine Mutter den Alltag mit zwei Kindern auch alleine stemmen. Meine Omas waren da, wenn Not am Mann war oder wenn meine Eltern eben einmal ausgehen wollten. Ich glaube aber nicht, dass sich meine Mutter gewünscht hätte, dass ihre Mutter und ihre Schwiegermutter sich in ihren Haushalt ei…

Mach Mama müde

Endlich Sommerferien! Man wird die im Kindergarten durch soziales Lernen erworbenen Ungezogenheiten wieder los und man erlebt endlich wieder was. Spannung, Spaß und Spiel hilft gegen jegliche Art und jede Tonlage von "Aber Mama, mir ist langweilig!" Zum Beispiel im Vergnügungspark.
In aller Frühe zieht man sich also viel zu viele Kleidungsschichten an, um für jedes Wetter gewappnet zu sein, packt Proviant ein, für den keine Zeit sein wird und erklärt dem aufgeregt herum hüpfenden Kind, dass es wegen der vielen Leute im Park nicht weglaufen soll. Das Kind nickt artig und läuft schon mal voraus ins Auto. Ähm ja.
Der Parkplatz ist der point of no return. Wenn du aus dem Auto steigst, gibt es kein Zurück. Sobald die ersten Fahrgeschäfte in Sicht sind, scheint der Kopf deiner Kinder vor Freude zu explodieren. "Mama! Schau! Damit will ich fahren!" Während Mama sich noch über ihre brillante Ausflugsidee freut, schlängelt sich der 5-Jährige durch die Leute. Nur sein Ziel…

Das Hausschwein

Jedes Mal, wenn ich nach dem Mittagessen unter den Tisch schaue, erscheint mir ein Haustier erstrebenswert. Der Küchenboden wäre jederzeit krümelfrei, geradezu wie geschleckt. Freilich müsste man darauf achten, dass das Tierchen alles verträgt und Übergewicht soll es von den Portionen unter dem Tisch ja auch nicht bekommen. Mit so einem Tier übernimmt man schließlich Verantwortung.

Warum eigentlich nicht? Nach kurzen Recherchen bin ich los und komme mit Pumba wieder heim, unserem neuen Hausschwein, ein kleines Allesfresserchen.

Zunächst sitzt Pumba nur in der Ecke. Soll er sich nur eingewöhnen. Ich sichere derweil die Wohnung. Nicht, dass Pumba versehentlich irgendwelches kleinteiliges Spielzeug erwischt oder sich an herunterhängenden Kabeln zu schaffen macht. Da muss man schon vorsorgen. Man kann sich kein Haustier anschaffen und glauben, dass alles so weiterläuft wie bisher!

Schließlich ermuntere ich Pumba zu einer Erkundungstour. Seine Neugier ist geweckt. Zielstrebig läuft er auf …