Direkt zum Hauptbereich

Eltern-Kind-Gruppe


Heutzutage gilt es geradezu als fahrlässig, mit seinem Kleinkind keinen Kurs zu besuchen. Was man da an Potenzial des Nachwuchses verschenkt, wenn man nicht von einem Termin zum nächsten hetzt! Das schlechte Gewissen drückte, also habe ich uns zur Eltern-Kind-Gruppe angemeldet.

Ich finde es toll, dass es solche Angebote gibt. Für andere halt, aber nicht für mich. Als ich mich zum Begrüßungsritual in Form eines völlig unbekannten, dafür sehr schief gesungenen Liedes im Sitzkreis einfand und Zwergnase mit doch recht strengem Griff zwischen meine Beine zwang, bereute ich meine Entscheidung bereits. Die Gruppenleiterin redete und redete. Sie legte ihre Regeln für unsere kleine Zusammenkunft fest. Wir sollten ja nicht glauben, dass die Kinder zum Spielen und wir zum Ratschen hier seien. Wir hätten in den nächsten 10 Wochen ein straffes Programm aus organisiertem Spielen und Basteln vor uns.

Besonders Rituale lagen der Dame sehr am Herzen. Herräumen, Aufräumen, Brotzeit, Spielen, Singen, Verabschieden – für jeden Pups würden wir in gerade einmal 90 Minuten ein Ritual entwickeln. Immer dann, wenn die Kinder endlich einmal einfach spielten, wurde das nächste Ritual ausgepackt! Dumm nur, dass während des Tischgebets ein Kind (zum Glück nicht meins!) sein großes Geschäft verrichtete. Da wir den vorhandenen Wickelraum nicht nutzen durften (?!), machte sich die Mama an Ort und Stelle an die Arbeit. Die Gruppenleiterin fiel beinahe vom Stuhl! Das ginge jetzt nicht, so während des Gebets! Doch. Mami würde sicher nicht warten, bis sich der Sohnemann so auf den Hintern plumpsen lässt, dass die Soße oben rauskommt. Gebannt verfolgten wir das Blickduell zwischen Mama und Gruppenleiterin. Die Mama solle sich halt etwas abseits halten, die rührte sich aber nicht vom Fleck. Damit waren die Fronten geklärt.

Als der Feldmarschall beim Tischgebet dann auch noch vor einer Masernimpfung warnte, war mir klar, dass mein nächster Kurs „SpiKiRaMa“ sein würde – spielende Kinder, ratschende Mamas.

#familie #familienblog #elternblogger #kloanegschichten #momlife #pädagogikpur #geborgenwachsen #bedürfnisorientiert #täglicherwahnsinn #mankannsauchübertreiben #ritual #momblog #instamom

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Dino Expo XXL in Deggendorf

Gestern und heute gastiert die Dino Expo XXL auf dem Festplatz in Deggendorf. Mit einem großen kleinen Dinofan zuhause überlegt man natürlich, ob sich ein Besuch lohnt. Die Bewertungen auf Facebook sind allerdings nicht gerade berauschend. Vor allem der Preis wirkt abschreckend. Wer nicht über eine Sonderkarte verfügt, zahlt für einen Erwachsenen 9 Euro und für Kinder 8 Euro, vergünstigt kostet der Eintritt 6 Euro. Die Ausstellung öffnet um 11 Uhr und schließt um 18 Uhr.
Geboten werden Nachbildungen der einschlägigen Dinoarten, die allen Eltern von interessierten Kindern bekannt sein dürften, etwa der T-Rex und ein Spinosaurier, ein Parasaurolophus und ein Triceratops. Es gibt Dinos zum Herumklettern, einen Sandkasten, in dem nach Knochen gegraben werden kann, einen T-Rex-Kopf in Originalgröße, zwei Urwaldwelten, ein Infozelt, in dem eine Doku abgespielt wird und Miniaturskelette ausgestellt werden sowie viele Sachtexte und Bilder. Weiterhin gibt es einen Verkaufsstand mit überteuerte…

Hochzeiten und andere Katastrophen

Hochzeiten sind toll. Verwandte, Freunde und Schmarotzer (Mehrfacheinordnungen möglich) finden sich zu solchen Gelegenheiten zusammen. Es wird getanzt, gegessen und gelacht. Noch nach Wochen hat man etwas zu reden. Über Tante Emmis Kleid, dass Onkel Rolf besoffen unterm Tisch lag, der füllige Onkel nur ein Kinderschnitzel serviert bekam und dann vom Buffet auch noch den Kuchen der eigenen Mutter erwischte. Doch das Beste an solchen Tagen sind die Kinder.
Zu Hochzeiten und anderen Katastrophen werden diese nämlich bei der freien Oma abgegeben. Ich liebe meine Kinder über alles, wirklich. So sehr, dass ich weder ihnen noch mir einen langen Tag zusammen im Wirtshaus antun möchte. Es geht ja schon los, wenn man sich für den Anlass zurecht macht. Nein! Gib ihr keine Breze! Apfelbäckchen wird nicht nur sich selbst einsauen! Zwergnases Nutella-Kussmund wird magisch von weißen Hemden oder teuren Roben angezogen, weil ihm ausgerechnet dann einfällt, dass er mich in der Nacht soooo sehr vermis…

Wer hat die längere Nudel?

Als Schülerin beobachtete ich einmal, wie sich zwei Jungs aus der Oberstufe nach einer kurzen Diskussion auf den Boden warfen und Liegestütze machten, bis einer von ihnen aufgab. Verstanden habe ich dieses Aufplustern nicht. Männer scheinen aus wirklich allem einen Wettkampf zu machen, wollen sich in den absurdesten Disziplinen messen. Die Evolution schlägt voll zu: Nur der Stärkste überlebt. Weit gefehlt, dass der homo sapiens sapiens geistig über diesen Trieben stehen könnte. Er tut es nicht und hat es nie getan. Das weiß ich spätestens seit Zwergnase. Es muss am Y-Chromosom liegen. Plötzlich fing es an.  "Mama, warum hat der Papa schneller gegessen als ich?" "Mama, lass mich das machen, das ist Männersache!" (Ich konnte das Essiggurkenglas nur knapp vor dem Tod durch Zerschellen an der Wand bewahren.) Beim Laufradfahren mit dem Freund ist es für beide nur akzeptabel, auf gleicher Höhe nebenher zu radeln. Wehe, das Rad des einen setzt sich vor das des anderen!
I…