Direkt zum Hauptbereich

Gemetzel im Gemüsebeet


Gemetzel im Gemüsebeet

Wer bei mir den grünen Daumen sucht, sucht vergeblich. Meine Zimmerpflanzen kämpfen ums nackte Überleben. Hin und wieder trifft das Amnesty International der Pflanzen ein und versorgt sie mit Überlebenspaketen. Meine Mutter hat einen Orden verdient.

Dieses Frühjahr hat sich ein neuer Kriegsschauplatz aufgetan. Ein vakantes Blumenbeet mit schnuckeliger Grenzbefestigung bot die Gelegenheit für einen Eroberungsfeldzug. Die Infanterie verteilte Karotten- und Radieschensamen. Des Weiteren wurden Stützpunkte in Form von Petersilie, Schnittlauch, Gurken, Tomaten, Zucchini, Paprika und Salat in den Boden gestampft. Die Invasion des Gemüses und die Niederschlagung der Blumenherrschaft schienen erfolgsversprechend. Doch das Blatt sollte sich bald wenden.

Erst nach der Besetzung stellte der Feldherr (also ich) fest, dass die Blumen keinerlei Bodenschätze übrig gelassen hatten. Die Versorgung stand auf sehr, sehr wackeligen Beinen. Der Feldherr versorgte zwar seine Soldaten täglich mit einer Wasserration, allerdings stellte sich erst später heraus, dass diese zu knapp bemessen war. Die Rationen wurden sofort verdoppelt und verdreifacht, aber die Lage wurde als aussichtslos eingeschätzt. Zudem fügten Nachtangriffe einer Horde schleimiger Nudisten dem Heer schwere Niederlagen zu. Regelmäßige Gegenangriffe mit Chemiewaffen (Schneckenkorn) schafften jedoch Abhilfe.

Derweil vegetierten die Tomatenpflanzen vor sich hin. Bei einer Stippvisite des Generalarztes - inzwischen mit einem Orden ausgezeichnet - blieb nur noch die Evakuierung übrig. Die Gurke konnte unter höchster Kraftanstrengung eine Frucht liefern. Dennoch ist ihre Lage aussichtslos, der Heldentod ist absehbar. Die Zucchini wird wohl dasselbe Schicksal ereilen. Paprika und Salat halten sich tapfer, genauso die Karotten. Petersilie, Schnittlauch und Salat halten derweil die Stellung.

Nichtsdestotrotz muss man der Wahrheit ins Auge sehen. Die Kapitulation wird spätestens im Herbst unausweichlich sein. Danach soll möglichst schnell Gras über das ganze Beet wachsen.

#garten #gemüsegarten #kloanegschichten #grünerdaumen #grünerdaumenfehlt #gartenbeet #tomate #gurke #salat # kräutergarten #grasdrüber

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Von hoffnungslosen Herrchen und ihren Haufen

Ich mag keine Hunde. Sie sabbern, ich mag ihren Geruch nicht und man weiß nie, ob er dich anspringt, wenn du einem begegnest. Aber das Schlimmste sind die Hundehaufen. Dafür kann das Tier natürlich nichts. Irgendwo muss es sein großes Geschäft verrichten. Und zwar dort, wo es sein Herrchen lässt. Auf Gehwegen, in Sandkästen auf Spielplätzen, in Vorgärten, Garageneinfahrten und auf landwirtschaftlich genutzten Wiesen. Die aufgestellten Hundetütenbehälter werden ignoriert. Ich kann es mir schon vorstellen. Am Rande eines Weges. Unbeobachtet. Der Hund setzt an, tut, was er tun muss. Es hat keiner gesehen, warum soll man sich die Hände schmutzig machen? Ein Nachbar hat ein Schild mitten in seinen Vorgarten gesetzt, dass sein Garten kein Hundeklo ist. Gegenüber ein Pappschild: "3 Meter Einfahrt - 3 Hundehaufen. Muss das sein?!" Spricht man die Herrchen an, bekommt man nur eine schnippische Antwort und die Haufen bleiben liegen. Erheblichen Schaden können Hunde

Der Hund auf der Straße - (K)ein Straßenköter?

Ich mag Hunde nicht besonders. Wenn ich auf der Straße einem begegne, ignoriere ich ihn. Es käme mir nicht in den Sinn, einem Hund oder seinem Besitzer zuzusprechen. Das Tüddelü der alten Damen, wenn sie normalerweise Babys sehen. Von wegen "Ja, ist das ein Süßer! Ja, wie heißt er denn? Bist ein Braver, gell! JAAAAAA!" Ähm. Nein. Zuviele Hunde von Bekannten sind an mir hoch gesprungen und haben mir die Kleidung ruiniert. Außer einem "Normal macht der das nicht! Höhö!" kam herzlich wenig von den Besitzern. Wenn ich nur an diese eine Jeans denke... Weiß der Geier, wo der Hund zuvor rumgelaufen war. Die Flecken von seinen Pfoten bekam ich nie wieder raus. Zu oft bin ich schon in Hundedreck gestiegen. Zu oft habe ich zu Zwergnase sagen müssen, dass er hier und dort keine Blumen pflücken darf, weil da Hunde reinkacken. Noch öfter hat mich das plötzliche Gebell hinter einer Hecke erschreckt oder wurde Zwergnase davon aufgeweckt. Nein, meine Erfahrungen mit Hunden sind bi

Oma in der Pflicht?

Foto: Karin Futschik Auf Einer schreit immer erschien kürzlich ein Gastbeitrag darüber, dass man sich als Mutter Unterstützung von der Oma wünschen würde, die aber ihr Leben in vollen Zügen genießt, sich im Fitnessstudio und auf Reisen herumtreibt, während die Working Mum sich wie im Hamsterrad aus Beruf, Haushalt und Kindererziehung fühlt. Früher sei das ganz anders gewesen. Früher hätten Omas gestrickt und mit dem Enkel auf der Parkbank sitzend Vögel gefüttert. Ich glaube, hier ist jemand dem "Früher war alles besser"-Irrglauben aufgesessen. Zumindest trifft das gezeichnete Bild der Märchen-Oma nicht auf meine eigenen zu. Diese waren jünger als Zwergnases Omas jetzt und auch noch selbstständig. Demnach musste meine Mutter den Alltag mit zwei Kindern auch alleine stemmen. Meine Omas waren da, wenn Not am Mann war oder wenn meine Eltern eben einmal ausgehen wollten. Ich glaube aber nicht, dass sich meine Mutter gewünscht hätte, dass ihre Mutter und ihre Schwiegerm