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Stress-Meditation

Stress. Allgegenwärtig und doch nicht fassbar. Arbeit, Kinder in den Kindergarten bringen, kochen, abholen, putzen, ins Bett bringen, waschen, bügeln, Beruf, Bespaßung, das Hamsterrad dreht sich. Ein Tag vergeht schneller als der andere. Da näselt es aus den sozialen Netzwerken in supi-schlauen Spruchbildern: Nutze den Tag, sonst frisst er dich auf. Oder: Dann wachst du eines Tages tot auf und fragst dich, ob es das gewesen ist.

Zum Glück hat die Gegenwart für alles eine Wissenschaft und wo Oma einfach sagte: "Kind, mach lieber eins und dafür gscheid" und "Net hudeln! Vom Hudeln kriegt man Kinder!", das heißt heute Achtsamkeit und meint die bewusste Wahrnehmung alltäglicher Tätigkeiten. Weil "Mach halt einfach langsam" nicht so schick klingt, brauchst du heute eine Morgenroutine und Meditation. In der Abendroutine besinnst du dich auf den heutigen und den morgigen Tag und bist dann auch supi-produktiv. Weil: "Planung ist das halbe Leben" klingt …
Letzte Posts

Das grüne Gewissen

Letztens war ich im Supermarkt. Der Unterschied zum Discounter ist, dass man dreimal so lange braucht, das Doppelte bezahlt und nur die Hälfte von dem nach Hause bringt, was man eigentlich kaufen wollte.


Dafür ist das Angebot wirklich riesig und man kann ganz bewusste Kaufentscheidungen treffen. Da steht man nämlich vorm Regal, hat das Billigprodukt der Eigenmarke schon in der Hand und Plop! sitzt da so ein grüner Engel auf der Schulter. "Da! Schau mal! Nimm doch das Bio-Produkt und tu was für die Umwelt! Du entscheidest mit dem Kauf über die Zukunft deiner Nachkommen!" und erhebt den Zeigefinger. Dann stehst du da, mit zwei identischen Verpackungen in der Hand. Nur das Etikett ist anders. Naja, und der Preis, drei- oder viermal so teuer als die Eigenmarke. "Verarschen lassen kannst du dich selbst!", verspritzt da auch schon das Teufelchen sein Gift. "Das kommt doch alles aus derselben Fabrik!" Ich teile die Skepsis des Teufelchen.

Aber am Obst- und Gemüs…

Der mörderische Gärtner

Wer ist der Mörder? Im Krimi kommt der Gärtner auf jeden Fall in die engere Auswahl. Ich nehme mich selbst nicht aus. Nur dass bei mir die Blumen und Gemüsepflanzen die Opfer sind, wie ich hier schon ausgiebig erzählt habe. Doch dieses Jahr im Frühjahr hat es mich angepackt und ich startete die Aktion "Unser Balkon muss schöner werden". Blumenkästen, Blumenerde und natürlich Pflanzen schleppte ich heim. Ich schaffte uns eine kleine grüne Oase.

War es fahrlässige Tötung oder Mord? Ich bin mir da nicht ganz sicher. Anstatt die Pflanzen verdursten zu lassen, ertränkte ich sie dieses Mal. Goldlöckchen unterstützte mich tatkräftig. Denn wenn Mama gießt, muss sie natürlich auch gießen - nur bekam ich davon nichts mit. Die Opfer wurden stillschweigend ausgetauscht.

Ich konnte gar nicht genug Grün um mich haben und ging bei Freunden und Bekannten um Ableger betteln. Hier eine Aloe, da einen Hauswurz, der Zimmerhanf ist auch nicht auszurotten und Ableger einer Grünlilie habe ich scho…

Das Hausschwein

Jedes Mal, wenn ich nach dem Mittagessen unter den Tisch schaue, erscheint mir ein Haustier erstrebenswert. Der Küchenboden wäre jederzeit krümelfrei, geradezu wie geschleckt. Freilich müsste man darauf achten, dass das Tierchen alles verträgt und Übergewicht soll es von den Portionen unter dem Tisch ja auch nicht bekommen. Mit so einem Tier übernimmt man schließlich Verantwortung.

Warum eigentlich nicht? Nach kurzen Recherchen bin ich los und komme mit Pumba wieder heim, unserem neuen Hausschwein, ein kleines Allesfresserchen.

Zunächst sitzt Pumba nur in der Ecke. Soll er sich nur eingewöhnen. Ich sichere derweil die Wohnung. Nicht, dass Pumba versehentlich irgendwelches kleinteiliges Spielzeug erwischt oder sich an herunterhängenden Kabeln zu schaffen macht. Da muss man schon vorsorgen. Man kann sich kein Haustier anschaffen und glauben, dass alles so weiterläuft wie bisher!

Schließlich ermuntere ich Pumba zu einer Erkundungstour. Seine Neugier ist geweckt. Zielstrebig läuft er auf …

Finger weg

Wenn uns zuhause die Decke auf den Kopf fällt, weil es draußen regnet, hilft nur eins: Dann geh doch zu … zum Einkaufen! Irgendwas wird sicher immer knapp. Auch Einkaufen will gelernt sein. Ich würde ja gerne behaupten, dass ich eine der Mütter bin, deren Kinder brav neben dem Einkaufswagen hergehen, nicht quengeln und genügsam sind. Eine Mutter, die sanft Erklärungen abgibt, was nötig ist und was nicht, während die Kinder artig nicken und Methusalems Einsicht besitzen. Natürlich. Nicht.

“Können wir eine Breze haben?” heißt es schon, bevor wir überhaupt ein Wägelchen in Beschlag genommen haben. Zwergnase macht Produktvorschläge. Wird er eigentlich dafür bezahlt? Er sollte Marktschreier werden: “Schau mal, Mama, wie schön dieser Joghurt da verpackt ist! Den könntest du doch nehmen. Wie süß der Simba darauf aussieht!” Noch während er spricht, landet der 4er-Pack schon im Wagen. Naja, gut, wenns nun schon drin liegt und der Joghurt doch so süß verpackt ist...

Dein Wohlwollen wird umgehen…

Mach Mama müde

Endlich Sommerferien! Man wird die im Kindergarten durch soziales Lernen erworbenen Ungezogenheiten wieder los und man erlebt endlich wieder was. Spannung, Spaß und Spiel hilft gegen jegliche Art und jede Tonlage von "Aber Mama, mir ist langweilig!" Zum Beispiel im Vergnügungspark.
In aller Frühe zieht man sich also viel zu viele Kleidungsschichten an, um für jedes Wetter gewappnet zu sein, packt Proviant ein, für den keine Zeit sein wird und erklärt dem aufgeregt herum hüpfenden Kind, dass es wegen der vielen Leute im Park nicht weglaufen soll. Das Kind nickt artig und läuft schon mal voraus ins Auto. Ähm ja.
Der Parkplatz ist der point of no return. Wenn du aus dem Auto steigst, gibt es kein Zurück. Sobald die ersten Fahrgeschäfte in Sicht sind, scheint der Kopf deiner Kinder vor Freude zu explodieren. "Mama! Schau! Damit will ich fahren!" Während Mama sich noch über ihre brillante Ausflugsidee freut, schlängelt sich der 5-Jährige durch die Leute. Nur sein Ziel…

Die Kunst der Diplomatie

Mein größter Kritiker ist mein Sohn. Als echter Niederbayer ist er sparsam mit Lob, dafür deutlich in der Kritik. Ich bin ehrgeizig. Nachdem die grünen Muffins eindeutig durchgefallen waren, heute ein neuer Versuch. Eine kurzzeitige geistige Umnachtung ließ mich glauben machen, dass Pizzaschnecken doch eine lustige Idee seien.

Schon im Hausgang schnüffelt er misstrauisch. "Was stinkt hier denn so schrecklich? Mama! Was hast du da gekocht?!" Beim Blick auf den Teller wandert eine Augenbraue nach oben. "Ich hab dir nie gesagt, dass ich das essen mag!", wirft er vorwurfsvoll in den Raum.

"Jetzt probier doch erst einmal!" Aufmunternd schiebe ich ihm seinen Teller zurecht. Ein tiefer Schnauferer, widerwillig beißt er ab, kaut sehr ausgiebig und schluckt den Bissen angestrengt hinunter.

Ich traue mich kaum nachzufragen, scheine jedoch einen sehr erwartungsvollen Blick aufgesetzt zu haben, den mein Sohn nicht enttäuschen will.

Er tätschelt mir den Arm tröstend. …