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Traumreise ans Meer

Zusammen mit einem Family-Pack Toffifee lasse ich mich auf die Couch plumpsen. Während meine Hand immer wieder zum Goldblister und dann zum Mund wandert, scrolle ich mich am Smartphone durch die Artikel zur Corona-Krise.

Angemessenes Stressmanagement ist ja so wichtig, um mit der aktuellen Ausnahmesituation besser zurecht zu kommen. Warum nicht mal etwas Neues ausprobieren. Kann ja nicht schaden! Außerdem sind die Toffifee alle.

“Kinder!,” verkünde ich, “wir machen Urlaub am Strand. Jetzt!”

Wir setzen uns gespannt in die Mitte des Raumes. Ich suche auf YouTube ein Anleitungsvideo für eine Traumreise. Die Kinder blicken kritisch drein.

Eine säuselnde Stimme lädt uns ein, ihr an einen Strand in der Karibik zu folgen. Ich schließe die Augen, bereit für die ultimative Stressbewältigung.

“Ich will aber nach Italien!”, protestiert der 6-Jährige und verschränkt enttäuscht die Arme.

Atmen. Atmen. Atmen. Ich kann es schon richtig spüren, wie mich die Entspannung überrollt. Man muss sich nur ein wenig anstrengen, dann geht es schon.

Wellenrauschen sorgt in seinem stetigem Rhythmus für eine angenehme Mattigkeit. Die Möwen kreischen. Wind streift meine Haut. Wow! In 4D sogar! Ein wütender Dino stapft zur Terrassentür hinaus,vermutlich zum echten Sandkasten.

Einatmen, ausatmen. Herrlich! Aus der Ferne nehme ich das klingende Lachen meiner Kinder wahr. Traumhaft.

Eine Bö umspielt meine im Wind wallende Kurzhaarfrisur. Lebe den Moment! O ja. Das ist gut! Ich inhaliere den Duft von Sonnencreme. Meine Zehen graben sich immer tiefer in den Sand. Mir ist, als könnte ich jedes Sandkorn einzeln spüren. So real!

Die Kinder kichern.

Ich atme tief durch die Nase ein. Die Gischt spritzt mir in das Gesicht. Moment, halt, nein… das ist zuviel! Hilfe! Ich schnappe nach Luft… das ist … aber … jetzt … etwas viel!

Panisch reiße ich die Augen auf und starre in den Lauf einer Wasserpistole. Da trifft mich auch schon der nächste Schwall!

“Aufhören!”, bringe ich völlig außer Atem hervor. Mein Sohn lässt die Super Soaker nur widerwillig sinken, meine Tochter schaufelt weiter Sand auf meine Füße und freut sich, wie gut dieser an der Sonnencreme kleben bleibt.

“Du wolltest doch Strand und Meer spielen”, beklagt sich der Sohn enttäuscht.

Zwei Stunden später sind die Kinderschnitzel wieder sauber und die Strandbar ist aus dem Wohnzimmer entfernt. Ich lasse mich auf die Couch plumpsen. Aber das Handy lass ich dieses Mal aus.

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