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Es werden Posts vom 2020 angezeigt.

Pool Runnings

Einen Pool möchte ich nicht geschenkt haben. So ein Tümpel braucht mehr Pflege als ein ganzes Freibad, für die ganzen Nachbarn braucht man einen Ticketautomaten und Pommes und Eis bringt auch keiner mit. Nein, einen Pool möchte ich nicht geschenkt bekommen!
Auf unserer Terrasse steht jetzt ein Pool. Der Tümpel misst etwa 3 Meter im Durchmesser und ist nicht ganz 80cm tief. Geschenkt hat ihn uns keiner, die Suppe haben wir uns schon selbst eingebrockt. Ganz raffiniert haben wir während einer Schlecht-Wetter-Phase zugeschlagen, wo noch keiner an Pools dachte. Das Klopapier war uns eine Lehre.
So eine Scheiße! Sommer ist, was in deinem Kopf passiert? Ich stehe im schwarz gepunkteten Regencape und mit Schirm in der Hand am so genannten Pool und löffel die Suppe mit einem feinen Reinigungssieb aus. Das Reinigungszubehör kostet mehr als der abgesagte Sommerurlaub und es ist ganz einfach eine Lüge, dass Chlor nur stinkt, wenn jemand reinbieselt. Wobei man schon glauben möchte, dass uns der liebe…

Ab in den Urlaub

„Covid-19 muss draußen bleiben!“ Da verrutscht dem Partykönig Covid doch glatt das Krönchen. Sehnt er sich doch nur nach etwas Gesellschaft. Diese Diskriminierung lässt er sich nicht bieten und schleicht sich klammheimlich und ungesehen zuerst in einen Gottesdienst und dann auf eine Privatparty in einem Gasthaus. Hauptsache, es wird gefeiert! Kumpel Covid ist nicht wählerisch.

Wo er auftaucht, wird er mit einem Aufschrei begrüßt. Man macht ihm sofort Platz und will ihm nicht zu nahe kommen. Die vergangenen Wochen waren wirklich hart für ihn. Die sinkenden Fallzahlen begrüßt Covid deshalb sehr.

Langsam kann er sich den Menschen wieder annähern. Sie sind wie die Luft zum Atmen für ihn. Er ist eben ein soziales Wesen. Er genießt jeden Handschlag, jede Umarmung. Wo zwei oder drei beisammen sind, da ist er mitten unter ihnen. Sowohl im Gottesdienst als auch in der Fleischverarbeitung. Das hat ihm wirklich gefehlt. Social Distancing hätte ihn beinahe ins Grab gebracht.

Mal sehen, was er die…

(K)ein besonderer Tag

“Mama? Mama? Bist du wach?” Grummelnd drehe ich mich zur Seite.
“Heute steht Papa mit euch auf!” Papa schnarcht.
“Aber heute ist doch Muttertag!”
Der Sohn zieht meine Augenlider nach oben. “MAAAAMAAA!”


Zum dritten Kaffee schlurft der Göttergatte in die Küche, drückt mir einen flüchtigen Kuss auf, nimmt mir die volle Tasse aus der Hand und entschwindet zur Morgenkippe auf den Balkon. Na sowas!
Ich mache die Betten, räume auf. Dann spähe ich durch den Türspalt in die Küche. Doch der Esstisch sieht aus wie immer.
“Hast du was?”, fragt der Göttergatte, während er in den Prospekten blättert.
“Was soll denn sein?”, gebe ich zurück.
Der Göttergatte steht auf, bleibt kurz vor mir stehen, gibt mir erneut ein Küsschen und verschwindet im Flur. Ich starre ihm nach, rühre mich nicht von der Stelle.
Einen Moment später kommt er aus dem Büro und hält eine wunderschöne Orchidee in den Händen. Hätte mich auch gewundert.
Ich strecke ihm die Hände entgegen. Doch er drückt sich an mir vorbei und stellt die Pflanz…

Traumreise ans Meer

Zusammen mit einem Family-Pack Toffifee lasse ich mich auf die Couch plumpsen. Während meine Hand immer wieder zum Goldblister und dann zum Mund wandert, scrolle ich mich am Smartphone durch die Artikel zur Corona-Krise.

Angemessenes Stressmanagement ist ja so wichtig, um mit der aktuellen Ausnahmesituation besser zurecht zu kommen. Warum nicht mal etwas Neues ausprobieren. Kann ja nicht schaden! Außerdem sind die Toffifee alle.

“Kinder!,” verkünde ich, “wir machen Urlaub am Strand. Jetzt!”

Wir setzen uns gespannt in die Mitte des Raumes. Ich suche auf YouTube ein Anleitungsvideo für eine Traumreise. Die Kinder blicken kritisch drein.

Eine säuselnde Stimme lädt uns ein, ihr an einen Strand in der Karibik zu folgen. Ich schließe die Augen, bereit für die ultimative Stressbewältigung.

“Ich will aber nach Italien!”, protestiert der 6-Jährige und verschränkt enttäuscht die Arme.

Atmen. Atmen. Atmen. Ich kann es schon richtig spüren, wie mich die Entspannung überrollt. Man muss sich nur ein weni…

Das erotische Dinner

Social Distancing belastet mich überhaupt nicht. Ich liebe es, Selbstgespräche zu führen. Da habe ich immer recht.Ich verbringe sehr viel Zeit mit mir selbst. Klar, manchmal bin ich etwas anstrengend. Da frage ich mich schon, wie ich mich den ganzen Tag aushalten soll. Zum Glück hat sich der Göttergatte dazu verpflichtet, bis dass der Tod uns scheidet. Der geht vor allem im Moment sehr gerne in die Arbeit … im Einzelhandel … mit uneinsichtigen Kunden. Ach…
Die Zeit zuhause will ich nutzen. Endlich das tun, was man bisher immer aufgeschoben hat. Ein Paarabend muss her. Ich verspreche ihm ein erotisches Dinner mit allen Schikanen.Beim Überfliegen äußerst aussgekräftiger Artikel im Netz wird schnell klar: Alles gar kein Problem. Champagner, Austern und Trüffel hat die gute Ehefrau selbstverständlich gehamstert. 
Mit wenigen Griffen schleppe ich die systemrelevanten Zutaten für das erotischste Dinner aller Zeiten in die Küche. Die Vorfreude hat so schön geprickelt in mein Bauch, dass es ers…

Der Tag des toten Krokodils - Oder: Physikversuch im Homeschooling

Homeschooling läuft bei uns super.

Zum einen nutzen wir die geballte mediale Macht, die uns zur Verfügung steht: Lern-Apps, -Videos und -Spiele und Hörbücher aus unserem FreeTime-Abo auf dem Kinder-Tablet und Wissenssendungen im Fernsehen. Geschicklichkeit, Buchstaben, Lesen, Rechnen - spielerisch, interaktiv und unterhaltsam. Was will man mehr?

Dazwischen wird gemalt und gebastelt, gefaltet und geschnippselt.

Zum anderen könnte es natürlich auch daran liegen, dass unser Sommerkind noch gar nicht in die Schule geht. Upps.

Aber die beste Schule ist ohnehin die Schule des Lebens. Da wird das Kuchenbacken zum Physikunterricht. Warum wird die Sahne steif? Wie schlägt der Mixer die Luft in die Flüssigkeit? Gelatine-Blättchen sind erst hart, dann matschig und Hitze löst sie auf. Hitze ist überhaupt das Phänomen überhaupt! Sie verwandelt Wasser in Dampf, lässt Eier hart werden, verfärbt das Spielzeugauto mit Farbwechsel. Hitze kann also den Zustand von irgendwas verändern und zwar immer an…

Social Distancing

Die Berichte aus Italien oder dem Elsass lassen mich schlucken. Ausnahmezustand. Ich möchte nicht mit denen tauschen, die entscheiden müssen, wen sie beatmen und wen sie sterben lassen. Das bedeutet es, wenn man von Triage spricht.
LKWs, die Leichen abtransportieren. Leichen. Welch neutraler Begriff. Diese Leichen sind Mütter, Väter, Omas und Opas. Aber nicht nur. Leichen. Das können auch Sohn oder Tochter sein. Wenn man Pech hat, auch im Plural. Menschen, die man lieb hat, die einem wichtig sind. Menschen, die das eigene Leben ausmachen.
Ich darf nicht darüber nachdenken. Mir läuft es eiskalt den Rücken hinunter. Man kann nur hoffen, dass die eigene Familie verschont bleibt. Doch es wäre naiv zu glauben, dass alle verschont blieben. So funktioniert das nicht. Es trifft nicht immer nur die anderen.

Ich war das letzte Mal vergangenen Dienstag unterwegs. Social Distancing fällt uns nicht schwer. Ich empfinde es sogar als angenehm, sich nicht dafür rechtfertigen zu müssen, warum man ein…

Corona fährt mit

Ha! Ein neues Thema, das die Nachrichten beherrscht. Auf den Zug muss ich natürlich sofort aufspringen. Die Meldekarte beim Aussteigen ist es mir doch glatt wert. Panik, wohin man blickt. Ein unsichtbarer Feind als Geißel der Menschheit - Husten und Schnupfen. Als wenn das was Neues wäre.

Gut, Spaß beiseite. Der neue Corona-Virus ist natürlich gefährlicher als lediglich Husten und Schnupfen - an einfachem Husten und Schnupfen sterben allenfalls Männer. Mit einer Männergrippe ist schließlich nicht zu scherzen.

Doch, ich kann es nicht lassen. Der Galgenhumor muss sein. Was soll man denn auch anderes tun? Ob ich nun beim Händewaschen weine oder lache, der Virus verbreitet sich trotzdem. Es ist auch völlig egal, ob der Virus gefährlicher als die Influenza ist oder nicht. Wenn es so leicht wäre, eine Ausbreitung über Tröpfcheninfektion aufzuhalten, dann gäbe es keine Grippe- oder Magen-Darm-Wellen.

Besonders scheußlich finde ich ja Magen-Darm.Wenn dir das Kind unvermittelt auf die Couch ko…

Tante Emma

Wir haben bei uns einen Tante-Emma-Laden. Man kennt sich beim Einkaufen, man bekommt in der Regel alles, was man braucht, kontrolliert aber trotzdem sicherheitshalber noch das Ablaufdatum der Waren, bevor man bezahlt. Gut, es kommt auch vor, dass immer ausgerechnet die Regale leer sind, weswegen man eigentlich einkaufen gegangen ist. Aber das schult schließlich die Flexibilität.

Ja, über unseren Netto im Dorf haben wir uns wirklich sehr gefreut, auch wenn man sich daran manchmal bewusst erinnern muss.

Man ist ja auch lernfähig. Irgendwann weiß man einfach, wann man nur altes Obst und Gemüse bekommt, wann die Regale leer und wann sie voll  sind. Muss man seinen Einkauf eben entsprechend planen. Was würde denn da die Kriegsgeneration sagen, nicht wahr? Die gerne genommen haben, was eben verfügbar war. Und wir würden uns heute drüber aufregen, dass ausgerechnet der fein geschnittene Emmentaler aus ist und der Joghurt aus dem Angebot ist entweder kurz vorm Ablaufen oder aus ist. Gut, man …

Des moch i no schnell

Wenn dir einfällt, dass du noch schnell etwas erledigen könntest, dann ist es Gesetz, dass es in die Hose geht.

Dumm halt, wenn es um den Geburtstagskuchen für den 6-Jährigen geht. Dabei hatte ich alles so gut geplant! Ja! Den Kindergeburtstag habe ich dieses Jahr nämlich ausgesourct. Statt Chaos zuhause gab es eine Dschungelparty beim gelben M. 2 Stunden Rundumbetreuung mit Deko, Spielen, Küchenbesichtigung, Burger bauen, Eis zapfen und eben einem Geburtstagskuchen, während die Mamas einen kostenlosen Kaffee trinken können. Da willst du direkt deinen eigenen Geburtstag dort feiern!

So konnte ich auch entspannt die Informationsveranstaltung zum Schulanfang besuchen, ohne mich zuhause noch mit Vorbereitungen stressen zu müssen. Nur noch Geschenke drapieren, 6 Luftballons aufblasen und den Geburtstagskuchen bereit stellen. Fertig.

Oh. Der Kuchen. Ja, den gibt's ja erst nachmittags. Nein. Das geht nicht. Gleich morgens müssen doch Kerzen ausgepustet werden! Was wäre ein Geburtstag oh…

S'Gruscheck

Ich finde aufgeräumte Wohnungen toll. So wie im Möbelkatalog. Freie Flächen, Ordnung, Organisiertheit. Dezente und stilsicher platzierte Deko. So richtig schön deutsch-spießig, gleichzeitig schlicht und elegant. Aufgeräumte Wohnungen - eine eigene Philosophie für sich. Da steht die Wohnung für ein in sich ruhendes Selbst und hilft bei der Problembewältigung. Wissen Sie, dass Erfolgstrainer dazu raten, das Bett gleich morgens nach dem Aufstehen zu machen? Damit man gleich morgens stolz auf sich sein kann, etwas geschafft zu haben. Gut, jeder setzt da andere Maßstäbe an. Ich bin schon froh, wenn ich mich aus dem Bett rolle und das Bad finde.

Weil man sonst keine Probleme hat, macht man sich bekanntlich welche. Und weil man mit nichts soviel Geld machen kann wie mit den Problemen der Menschen, gibt's Selbstverbesserungsgurus. Der Selbstverbesserungsguru ist so ein Goebbels der Neuzeit. Zuerst zeigt er dir Probleme, die du gar nicht hast, aber denkst, dass du sie haben müsstest und da…