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Bella Italia


Ich könnte heulen. Als mich mein Mann ins Auto gesetzt hat, habe ich Zwergnase verstanden, wenn er noch nicht nach Hause will. Ich musste mich wirklich sehr zusammenreißen, nicht laut „ICH WILL ABER NICHT!“ zu schreien. Vielleicht hätte ich mich auch auf dem Boden gewälzt. Unser erster Familienurlaub in Italien war viel zu schnell vorbei. Dabei war er mit einem 4-Jährigen nicht immer einfach.

Zwergnase wusste nicht, wo ihm der Kopf stand. Er schoss durch die Gegend wie ein nervöses Eichhörnchen, ohne rechts und nach links zu sehen. Und zwar überall, nicht nur am Strand. Auch im Speisesaal des Hotels. Was wurden da Kaffeetassen von den Gästen und Teller von den Kellnern ausbalanciert, ausgewichen und zur Seite gehüpft, wenn unser Energiebündel nicht zu halten war. Im Restaurant versuchte Zwergnase gegen den hohen Geräuschpegel von Gesprächen und Geschirrgeklapper anzukommen, am Strand gegen Wellenrauschen, Gekreische der Möwen und spielende Kinder. Wir haben ein sehr lautes Kind mit nach Hause gebracht.

Doch keiner hat sich aufgeregt. Kein Gast, kein Kellner. Von  Ärger keine Spur. Im Gegenteil. Die Kellner schäkerten mit ihm, eine alte italienische Nonna spielte mit ihm Kuckuck. Egal, ob jung oder alt, jeder ist vernarrt in die Bambini. Zwergnases Lachen war so tief und ehrlich, davon bräuchte es mehr auf der Welt.

Zurück spielte ich mit ihm im Freibad mit den Wasserpistolen. Am Rand saß ein Mann. Der Wind musste ein paar Tropfen in seine Richtung getragen haben, getroffen haben wir ihn nicht. Ich habe Zwergnase ermahnt aufzupassen. Doch der Mann war geradezu fassungslos, dass Kinder am Kinderbereich im Freibad mit Wasser spielen. Sachen gibt’s. Da wusste ich, dass ich wieder in Deutschland war. Ich hätte heulen können.

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