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Wir brauchen keinen neuen Grill!

Mein Mann ist ein wahrer Fleischesser. Da kann es schon mal sein, dass er im Februar bei 12 °C den Grill abstaubt und sein Zubehör säubert, damit wir im Fall des Falles ohne Verzug loslegen können. 

Am ersten warmen Tag in diesem Jahr stand er mit runzeliger Stirn auf dem Balkon. Neben der schneeweißen, frisch gestrichenen Hauswand den Holzkohlegrill anwerfen? Keine gute Idee. Es dauerte nicht lange, bis er das Gespräch sucht. Es ist definitiv keine Option, den Grill im Garten aufzustellen und mit dem Fleisch durch das ganze Haus zu tanzen. Genausowenig trage ich die Gartenmöbel und sämtliches Geschirr durch das Haus, um im Garten zu essen. Außerdem ist es kein richtiges Grillen, wenn frau dem Grillmeister keine Belehrungen wie "Dreh es nicht so schnell um!", "Soll schon gut durch sein!" oder "Pass auf, dass du es nicht verkohlst!" um die Ohren hauen kann.

Der Göttergatte hatte auch eine schnelle Lösung parat. Von einer einschlägigen Grillmarke aus den USA gäbe es auch elektrische Grills und er könne ein Exemplar stark reduziert besorgen. Ein paar Tage später lasse ich mir besagtes Gerät im Geschäft von ihm zeigen. Ich lasse kein gutes Haar daran. Die Grillfläche zu klein, es ist umständlich zu reinigen und völlig überteuert - trotz Preisnachlass. Ich ziehe eine Schnute und bestimme: Das Teil kommt mir nicht ins Haus. Grillen wir halt nicht mehr so oft!

Tatsächlich tut mir meine harte Abfuhr leid. Heimlich fahre ich ins Fachgeschäft und lasse mir andere Elektrogrills zeigen. Ich entscheide mich für einen einer bekannten deutschen Metallwarenfabrik, der meinen Anforderungen genügt. Zwei Platten können unabhängig von einander geschaltet werden, um auf der einen Seite Fleisch mit hoher und auf der anderen bei niedrigerer Temperatur Gemüse zu grillen oder warm zu halten. Die Heizspirale ist gut versteckt, sodass sie nicht verdreckt. Damit gibt es keine zunehmende Rauchentwicklung. Die Grillplatten können durch ein einfaches Klicksystem zum Reinigen entnommen werden. Ich verstaue die graue Schachtel unter dem Wocheneinkauf und hoffe, sie unbemerkt ins Haus schmuggeln zu können.

Das ist gar nicht so einfach, weil mein Göttergatte schon parat steht, um mir zu helfen. Während er die ersten Taschen hochträgt, verstecke ich den Grill panisch auf dem Rücksitz. Erst als er in der Arbeit ist, hole ich das Gerät zusammen mit Zwergnase hoch. Der begrüßt den Papa abends prompt mit den Worten: "Mama hat einen Tischgrill gekauft! Morgen wird gegrillt!"

Der Göttergatte strahlt, schaut jedoch kritisch, als er die Schachtel sieht. Er hätte sich wohl doch das Gerät von Weber aus den USA gewünscht. Doch kurze Zeit später ist auch er glücklich. Das Fleisch bleibt saftig und hat Grillstreifen - wenn ich ihn ermahne, das Fleisch nicht zu früh zu wenden. Und das Beste ist: Den Grill mache nun ich mit dem Abwasch sauber.

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