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Es werden Posts vom Mai, 2018 angezeigt.

Shoppingtour

Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich mit Vorliebe online shoppe. Das hat verschiedene Gründe. Abends auf der Couch quengelt mir kein Kind ins Ohr, läuft davon, betatscht und begrapscht alles, braucht ein Klo, will ein Spielzeug haben oder findet Kleidung probieren langweilig. Ich brauche die Kinder erst gar nicht anziehen und ins Auto packen, keine Tasche mitschleppen, mit dessen Inhalt wir drei Tage in völliger Abgeschiedenheit überleben könnten, ich brauche keinen Parkplatz suchen und bezahlen.
Dennoch war ich vor kurzem mit meiner Mutter shoppen. Die Kinder habe ich dem Mann aufs Auge gedrückt und dann sind wir nachmittags in die City. Wir brauchten Kleider für einen festlichen Anlass. Da sind wir penibel, da wollen wir den Stoff sehen und fühlen, die Qualität vorab prüfen. Außerdem fallen die Größen bei Abendkleidern so unterschiedlich aus, dass es ohne Anprobieren nicht geht.
Im einschlägigen Bekleidungsgeschäft in der Deggendorfer Einkaufspassage Degg's stehen wir in der e…

Das Muttertagsessen

Wenn unsere Familie für den Muttertag plant, geht das meistens schief. So saßen wir beispielsweise bei 15 °C, Nieselregen und eisigem Ostwind mutterseelenallein in einem Biergarten, weil es bestimmt noch aufreißt. Ein anderes Mal wollten wir zuhause grillen, denn am Muttertag ins Restaurant zu gehen, ist ja blanker Irrsinn, selbst wenn man nicht unter aufgespanntem Regenschirm im Biergarten sitzt. Saßen wir eben bei aufgespanntem Schirm auf der Terrasse. Dieses Mal war es nämlich nicht kalt, sondern schwülwarm. Es kam, wie es kommen musste. Pünktlich zum Essen ein Donnerschlag, ein Wolkenbruch und Wind von der Seite. Dazu ein Temperatursturz von gefühlten 20 °C.  1. Akt: Restaurantbesuch am Muttertag Nach unseren ganzen Pleiten, Pech und Pannen haben wir uns angewöhnt, eine Woche vor oder nach dem Muttertag zum Essen zu gehen. Doch da die Wettervorhersage auf keine Ostwinde, Temperaturstürze oder Regengüsse hinwies, wollten wir dieses Jahr unser Glück wieder einmal versuchen. Normaler…

Das neumoderne Glump

Als ich mein erstes Handy haben wollte, erklärten mir meine Eltern, dass mein Vater meine Mutter noch von der Telefonzelle aus anrufen hätte müssen und sie sich auch verabreden hätten können. Der eingeschnappte Gymnasiast antwortete mit einem Unfug wie "Das einzig Beständige ist die Veränderung!" und knallte mit den Türen. "Wir haben das nicht gehabt und ging trotzdem!", wusste auch die Oma. Ein Standardsatz, der einen regelmäßig mit den Augen rollen ließ. Heute weiß ich, dass ich meinen Kindern unter Begleitung eindrucksvoller lautlicher Imitation erklären werde, wie man sich einst mit einem Modem ins Internet einwählen musste. Denn auf einmal war er da, der Gedanke, dass man dieses neumoderne Glump nicht braucht und das Altbewährte genauso gut, wenn nicht sogar besser gewesen sei. 
Andächtig standen wir nämlich in der Vorführküche des Möbelhauses und ließen uns blenden, wie schnell der ultramoderne Induktionsherd mit Touch-Bedienfeld einen Topf mit Wasser aufkoch…