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Internetabstinenz


Seit Wochen gibt es keine kloane Gschicht mehr am Sonntag. Ist das kleine Apfelbäckchen doch nicht so pflegeleicht? Fehlt die Zeit für den Blog? Doch und jein. Unser Apfelbäckchen wächst und gedeiht. Die Zeit für den Blog kam aber dennoch zu kurz. Wir sind umgezogen. Ich hatte einfach keine Zeit für den PC. Was mir auch nichts gebracht hätte. Denn ich hatte den Umzug unseres Telefon- und Internetanschlusses verschwitzt. Als Feind diverser Hotlines habe ich mich also schnurstracks auf in die nächste magentafarbene Filiale gemacht, um dort freudig zu verkünden: "Wir ziehen um!"

Sanfte Augen, von Lachfältchen gerahmt, blickten mich treuherzig an. Das spöttische Zucken um die Mundwinkel verdeckte der Vollbart. "Schön. Wann?" Dass ich etwas zu spät dran war, um für den darauffolgenden Samstag Telefon und Internet nutzen zu können, war schnell geklärt. Gut, halb so wild. Man hat ja ein Handy und so lange kann ja das nicht dauern. Bestätigte mir auch der durchaus freundliche Mitarbeiter. Drei Wochen, meinte er. Das war Anfang November.

Bald stellte sich heraus, dass die neue Leitung zwar im Boden, aber nicht im System war und daher auch nicht zu buchen ist. Das alleine würde vier Wochen dauern und dann nochmal drei, bis der Umzug vollzogen werden könne. Blöd, aber okay. Hilft ja nicht. Was soll man sich aufregen? Kann sich der pinke Verein ja nicht denken, dass ein verlegtes Kabel auch genutzt werden will. Wer kommt denn auch auf sowas! Ist ja total abwegig!

Schon fast vorsichtig wies er mich darauf hin, dass ich mich vom schnellen Internet verabschieden müsse. Erst sind die ländlichen Gebiete dran. Jeder Kuhstall kriegt sein Glasfaserkabel. Serien streamende Kühe sind schließlich glückliche Kühe, die geben Milch und ich nicht. Die Prioritäten sind eindeutig. Ich würde einen Hybrid-Anschluss benötigen, der das LTE-Netz mitnutzt.

Dann hieß es warten. Das Datenvolumen des Handys ein Tropfen auf den heißen Stein. Ein Internetstick musste her. Um lästige Kündigungsfristen zu vermeiden, sollte es ein Prepaid-Anbieter sein. Seine Beschreibung bestechend einfach. Internetstick anstecken, Software installieren. Lossurfen. Ein Traum!

So einfach war es dann doch nicht. Nach der Installation der Software scheiterte ich an der Tarifauswahl. Leider war auf dem Stick nicht die aktuelle und für diesen Tarif notwendige Software installiert. Diese solle ich über das Internet (!) downloaden. Der dafür verantwortliche Programmierer lacht über dieses Popup sicher immer noch. Auch der viel teurere Tarif funktionierte nicht. Eine Verbindung mit dem Internet konnte nicht hergestellt werden. Ich schrieb über das Smartphone den Kundenservice an, der mich gekonnt ignorierte, surfte nach Fehlercodes und Hackerlösungen in Internetforen. Denn die Fehlerbehebung des PCs war ohne Internetverbindung ja auch aufgeschmissen. Haha. Genervt gab ich den Stick zurück.

Der Hybrid-Anschluss hingegen war zum Greifen nahe. Ein Telekom-Techniker war da gewesen und hatte den Telefonanschluss angeklemmt. Ich stand also wieder im T-Punkt, zur Sicherheit noch mit dem Flyer aus dem Briefkasten, der einen besonders günstigen Preis für die ersten 12 Monate Hybrid versprach. Ich palaverte mit dem Mitarbeiter, dass die Werbung bei uns in der Gegend verstärkt worden war, nachdem die Konkurrenz von Haustür zu Haustür tingelte. Die Telekom wolle sich so ihre Kunden bewahren.

Doch leider fehlt zwischen der Werbeabteilung und den Technikern der Telekom wohl auch eine Verbindung. Denn den Hybrid-Anschluss konnte und kann ich trotz Briefkastenwerbung nicht buchen. Am Sendemasten fehlt der Steckplatz und ich bin immer noch ohne Internet. Nur der wlan-Schlüssel des liebsten Nachbarn der Welt rettet mich inzwischen, eine Dauerlösung ist noch nicht in Sicht. Denn auch die Konkurrenz ist nicht erreichbar. Fortsetzung folgt... irgendwann.

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