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Alltag mit zwei Kindern - Es läuft...


Unsere kloane Goaß ist nun ein paar Wochen alt. Alt genug für Fragen, wie es uns geht und ob wir bereits in den Alltag mit zwei Kindern gefunden haben. Ich muss sagen, dass es bisher nicht schlecht läuft. Die Nächte sind okay, ich hatte sie schlimmer in Erinnerung. Gut, die Kaffeemaschine ist derzeit mein bester Freund, das will ich gar nicht leugnen. Hat man sich in den letzten drei Jahren an den Schlafmangel gewöhnt? Ist es wirklich weniger schlimm? Oder weiß man einfach, dass es besser werden wird, sodass die Wahrnehmung eine andere ist? Ich habe es bisher immer geschafft, Zwergnase sowohl in den Kindergarten zu bringen, als ihn auch wieder pünktlich abzuholen und Essen gekocht zu haben (Lotta sei Dank!). Schon in der Früh bin ich frisch geduscht. Keine weltbewegende Leistung, wird man meinen, doch ich freue mich darüber. 

Doch, ich kann sagen, es läuft...

... vor allem die Waschmaschine. Denn wenn ein Kind schon kotzt oder in die Windel ballert, wenn man eigentlich zu einer festen Uhrzeit das Haus verlassen will, dann ist das mit zwei natürlich nicht anders. Warum sollte es auch anders sein. Es ist Murphys Gesetz, dass eine Verkettung unglücklicher Umstände in Gang gesetzt wird, wenn man es gerade am wenigsten gebrauchen kann. Dabei hat alles so harmlos angefangen.

Zwergnase und ich malen Dinos mit Wasserfarben, als die kloane Goaß eine Flasche braucht. Alles kein Problem. Zwergnase ist weiter kreativ, während ich mit dem Baby auf dem Arm bei ihm sitze. Es ist auch noch kein Problem, als das Telefon läutet. Das Goaßerl hatte ich mir soeben über die Schulter zum Aufstoßen geworfen und hatte damit eine Hand frei. Alles easypeasy! Ha! Zwei Kinder und den Alltag rocke ich doch mit links! Naja gut, ich habe die rechte Hand frei, aber dennoch! Ich bin Supermom!

Dann nimmt das Unheil seinen Lauf. Zwergnase plappert unentwegt, weil er denkt, dass seine Oma am anderen Ende der Leitung hängt. Da ich ihn ignoriere, ruft er immer lauter "Oma! Huhu! Ich male gerade Dinos! Schau mal!" Meinen Einwand, dass da nicht die Oma dran sei und ich nix verstünde, dringt gar nicht zu ihm durch. Kurzerhand gehe ich, immer noch mit dem Baby über der Schulter, ins Schlafzimmer, um dort in Ruhe den bereits erwarteten und durchaus wichtigen Anruf weiterzuführen. Ich krame einen Ordner heraus, schlage etwas nach, während ich gleichzeitig versuche, der Goaß einen Rülpser abzuringen, als Zwergnase aus der Küche ruft: "Oh oh! Des war jetzt nicht gut!" Ich stammele nur kurz "Einen Moment..." ins Telefon und eile alarmiert in die Küche. Zum Glück nichts Dramatisches, allenfalls ein lästiger Zwischenfall, ganz nach Murphys Geschmack. Zwergnase hat den Malbecher umgestoßen und die braune Soße verteilt sich gerade auf dem ganzen Tisch, tropft von der Tischkante und wird letztlich von seinem Pulli aufgesaugt. Um Schadensbegrenzung bemüht, versucht er das Wasser mit seinen Händen aufzuhalten. Ich lege die kloane Goaß ab und werfe greifbare Geschirrtücher auf den Tisch. Zwergnase weint ob des Unglücks und die Frau am Telefon labert unentwegt weiter, obwohl Zwergnase sicher nicht mehr zu überhören ist. Nach einer gefühlten Ewigkeit beende ich das Gespräch, tröste Zwergnase und mache den Tisch sauber, als ein Quäken aus dem Laufgitter zu vernehmen ist. Ach ja... da war ja auch noch was. Der Rülpser, der nicht gekommen war, hatte nicht ignoriert werden wollen. Deshalb hatte er sich zu einer Beilage entschlossen, die sich über Kind und Laufgitter gleichermaßen verteilt, sodass nur noch ein neues Kind hilft. Also Badewanne und Waschmaschine. Und wo man sich fragte, wie man den regnerischen Nachmittag rumkriegen sollte, wird man eines besseren belehrt. Vergiss alle Planungen, denn die Tage füllen sich von selbst!

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