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Wie eine Schnecke das Kindergartenfest beinahe scheitern ließ


Schnecken. Man möchte nicht glauben, wo man überall auf Schnecken stößt. Schnecke ist allerdings nicht gleich Schnecke. Mit Nacktschnecken hat Zwergnase Mitleid. Arme, obdachlose Kreaturen. Doch ob mit oder ohne Eigenheim, in seinem Sandkasten hat keine etwas verloren. Mama muss alle mit einer Sandschaufel in den nächsten Busch evakuieren. Zum Glück leben wir nicht in Frankreich. Denn Schnecken kann ich ihm nicht schmackhaft machen. Das heißt... ganz stimmt das auch wieder nicht, aber dazu später mehr. Dass Schnecken das Sommerfest des Kindergartens bedrohen könnten, hätte ich keinesfalls gedacht.

Dabei war Zwergnase so aufgeregt und wollte sein selbst gebasteltes T-Shirt auf keinen Fall ausziehen, als ich ihn mittags abholte. Überhaupt konnte er doch gar nicht nach Hause! Heute war doch Sommerfest und alle sind da! "Und Mama, was ist, wenn ich nicht da bin?", schluchzte meine Drama-Queen beim Schuheanziehen in der Garderobe. Gut, dass ich den Papa-Trumpf in der Tasche hatte: "Aber wir müssen doch noch den Papa abholen, damit der auch mitkommen kann." Die Augen wurden groß, begannen zu strahlen. "Los! Pack ma's! Mama! Wo bleibst denn?" Und schon saß er im Auto, wo er immer wieder "Europa" vor sich hinsang, das Thema seiner Gruppe für die kleine Aufführung zur Reise um die Welt. Bei dieser fand ich später die mit Namen versehenen T-Shirts der Gruppe äußerst praktisch. Endlich hatte man Gesichter zu Zwergnases Erzählungen. 

Nachdem wir mit Zwergnase die aufgebauten Bastel- und Spielstationen durch hatten, setzten wir uns für eine deftige Bratwürstlsemmel. Und da war sie. Die Schnecke. Die Schnecke, von der sich Zwergnase nicht mehr losreißen konnte. Direkt hinter ihm. Kunterbunt und mit einer unsäglichen Anziehungskraft. Der Gewinn eines anderen Kindes bei der kleinen Tombola. Nun lässt sich Zwergnase ja eigentlich recht gut erklären, warum er etwas nicht haben kann. Aber was soll ich sagen, bei Schnecken setzt derzeit alles aus. Alles. Wir kauften also auch zehn Lose und seine Frage, ob er dann auch eine Schnecke bekäme, ließen wir in der Luft hängen. Natürlich loste er keine Schnecke. 

Und so stand er schluchzend vor dem Fenster, aus dem eine Erzieherin die Gewinne reichte. "Aber warum krieg' ich keine Schnecke?!" war vor lauter Weinen nur für mich und seinen Papa zu verstehen. Die Erzieherin bestürzt, aber ratlos. Ich erläuterte das Schneckendilemma, während Papa Zwergnase auf dem Arm zu beruhigen und mit den Gewinnen abzulenken versuchte. Am Ende half Eis. Und die Holz-Bilderrahmen-Schnecke, die die Erzieherin später noch aus der Kiste mit den Trostpreisen zauberte. 

Je später es wurde, umso öfter hörte man Gezeter. Das ist das Schöne am Kindergarten. Du siehst, dass es bei allen gleich ist. Jedes Kind hat seine ganz besondere Schnecke. 

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