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Eine tickende Bombe?

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Ab einem gewissen Punkt hat frau einfach genug vom Schwangersein. Zuerst kommt der Bauch um die Ecke, dann der Rest der werdenden Mama. Sich Socken und oder Schuhe anzuziehen ist Hochleistungssport. Es lebe der Pantoffel! Ganz zu schweigen von den ganzen schmutzigen Details, die dir vorher keiner verrät, weil sie das Bild der zufriedenen und glücklichen Schwangeren einfach nur zerstören würden. Frau will einfach nur noch, dass es vorbei ist. Ich will einfach nur noch, dass die Schwangerschaft zu Ende und die Geburt gut überstanden ist.

Also beginnt frau spätestens ab dem Zeitpunkt, ab dem das Kind an sich fertig ist und nur mehr zulegt, in ihren Körper hineinzuhorchen, ob sich der kleine Augenstern nicht schon etwas vor dem errechneten Termin auf den Weg machen könnte. Hier ein Zwicken, da ein Ziehen -

Sind das etwa Wehen? DIE Wehen? Fakt ist: Wenn man daran zweifelt, sind sie es nicht. Punkt. 
Irgendwann fängt frau an, das Schlimmste zu tun, was es gibt. Frau googelt. Nach den Anzeic…

Von Krümel-Knete und schlechtem Karma

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Es gibt Spielzeug. Und es gibt Spielzeug. Am besten ist natürlich pädagogisch wertvolles Spielzeug. Für Eltern ist es außerdem praktisch, wenn die Kinder sich mit dem Spielzeug auch mal alleine beschäftigen können und dabei etwas lernen. Was man in dieser Zeit alles erledigen kann! Wenn die Beschäftigung dann auch noch Spaß macht und die Kreativität fördert... Jackpot! Auf Knetmasse dürfte das alles zutreffen. Zumindest Zwergnase liebt sie, vor allem die, die in diesen kleinen gelben Dosen angeboten wird.
Doch nichts ist umsonst. Denn genau diese Knetmasse aus den gelben Dosen lässt sich zwar sofort wunderbar formen, trocknet aber schnell aus.  Nicht in dem Sinne, dass Zwergnases Knetkunstwerke so aushärten, dass man damit eine dauerhafte Ausstellung bestreiten könnte, sondern eher als Anschauungsmaterial für den Zerfall im Zeitraffer - memento mori im Kinderzimmer sozusagen.  Die Knete krümelt und verteilt sich überall. Wirklich überall. Da hilft auch das Platz-Set nicht, das ich Zwe…

Der Neue, die Notaufnahme & Ich

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Ich schwöre, ich mache so etwas nicht mit Absicht, um hier Geschichten einstellen zu können. Ich bin wirklich so ein Tollpatsch. Im Nachhinein muss man wirklich sagen, dass wir dieses Wochenende, an dem meine Schwester uns ihren neuen Freund vorstellte, nie vergessen werden.
Als Zwergnase Mittagsschlaf hielt, schob ich Aufbackbrötchen fürs Freibad in den Ofen und hiefte die 4-Kilo-Wassermelone aus dem Kühlschrank auf das Schneidebrett. Welch ein Glück, dass ich mir bei IKEA einen geeigneten Säbel besorgt hatte. Ich drehte die Wassermelone und setzte das Allzweckmesser an. Gar nicht so leicht, sie mit der einen Hand richtig in Position zu halten, so dass sie nicht wegrollt. Ah, den Finger nehm' ich da besser weg, sonst ist er ab. Jetzt oder nie! Beherzt stach ich zu. Die Schale knackte ein wenig und dann glitt das Messer wie Butter durch die Frucht. In mundgerechten Stücken wanderte die Melone in die Kühltasche. 
Inzwischen waren auch die Brötchen fertig. Hm, fast etwas kross gewo…

Was will die fremde Frau von meinem Kind?

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Zwergnase hat sich eine von diesen langen Spritzpistolen aus Schaumstoff geholt. Immer wieder zieht er sie auf und schießt Wasser damit nach oben. Er will sehen, wie hoch die Wassersäule steigt, versucht den Kopf der Dusche treffen, versucht zwischen die Spalten im Pflaster zu zielen, gießt die vertrockneten Sträucher rund um den Kinderbereich. Er pumpt das Wasser nach oben, versucht sich von den herabfallenden Wassertropfen treffen zu lassen. Zwergnase hat sichtlich Spaß, während er durch die Gegend läuft und mit dem Wasser experimentiert. Wenn ich ihn hinter einem Strauch nicht sehe, sehe ich eine Wasserfontäne. Es ist eine Freude, ihm zuzusehen.
Plötzlich erscheint eine Frau in meinem Blickfeld, hält zielsicher auf Zwergnase zu,  beugt sich zu ihm herunter und spricht ihn an. Sie unterhält sich einige Minuten mit ihm, Zwergnase tritt von einem Fuß auf den anderen, blinzelt gegen die Sonne nach oben, hört aufmerksam zu. Dann geht sie weiter, ins Becken hinein zu ihrer Tochter, so wie…

Warum Mamas Auto nicht in die Garage darf

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Wir haben eine Garage. In der steht immer das neuere Auto, um es vor Hagel, Vogelkacke, Mardern oder sonstigen unliebsamen Einflüssen zu schützen. Zuerst war das meins, dann hat Papa ein neues bekommen. Wenn der Nasenpapa arbeiten ist, könnte ich die Garage nutzen. Aber dafür bin ich zu bequem. Nur im Sommer ist das anders. Mein Auto steht direkt in der Sonne und mutiert innerhalb von Minuten zum Schnellkochtopf. Sich mit Kind in ein völlig überhitztes Auto zu setzen, wenn das nicht sein muss, wäre  selten dämlich. So gut ist die Klimaanlage auch wieder nicht. Ich parke mein Auto in der Garage, um es kühl zu halten.
So der Plan, der die letzten drei Jahre auch wunderbar funktioniert hat. Doch nun hat Zwergnase ein Wörtchen mitzureden.  Er bekommt einen ausgewachsenen Wutanfall mit Schreien, Zetern und Weinen, als wir vom Kindergarten nach Hause kommen, ich das Auto abstelle, die Garage öffne und das Auto hineinfahre. "Aber da steht doch Papas Auto drin!", schluchzt er.

Ruhig …

Wie eine Schnecke das Kindergartenfest beinahe scheitern ließ

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Schnecken. Man möchte nicht glauben, wo man überall auf Schnecken stößt. Schnecke ist allerdings nicht gleich Schnecke. Mit Nacktschnecken hat Zwergnase Mitleid. Arme, obdachlose Kreaturen. Doch ob mit oder ohne Eigenheim, in seinem Sandkasten hat keine etwas verloren. Mama muss alle mit einer Sandschaufel in den nächsten Busch evakuieren. Zum Glück leben wir nicht in Frankreich. Denn Schnecken kann ich ihm nicht schmackhaft machen. Das heißt... ganz stimmt das auch wieder nicht, aber dazu später mehr. Dass Schnecken das Sommerfest des Kindergartens bedrohen könnten, hätte ich keinesfalls gedacht.
Dabei war Zwergnase so aufgeregt und wollte sein selbst gebasteltes T-Shirt auf keinen Fall ausziehen, als ich ihn mittags abholte. Überhaupt konnte er doch gar nicht nach Hause! Heute war doch Sommerfest und alle sind da! "Und Mama, was ist, wenn ich nicht da bin?", schluchzte meine Drama-Queen beim Schuheanziehen in der Garderobe. Gut, dass ich den Papa-Trumpf in der Tasche hatt…

Wo ist Uropa? - Was soll mein Kind glauben?

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Zwergnases Uropa ist im Februar gestorben. Wie erklärt man den Tod einem Dreijährigen, wenn man ihn doch selbst kaum fassen kann? Ich kann ihm schlecht sagen, dass er das selbst entscheiden soll, wo Uropa ist. Denn Zwergnase will jetzt wissen, warum er nicht mehr in seinem Bett liegt und mit ihm Späße treibt. Ohne irgendwelche Fachartikel zu wälzen, habe ich mich für die Variante entschieden, die auch für mich am tröstlichsten ist.

Uropa ist jetzt im Himmel. Er passt von dort auf uns alle auf.  Vor kurzem waren wir auf dem Friedhof. Er hat das Foto auf dem Kreuz wieder erkannt. Es ist dasselbe, das auch zuhause auf dem Schrank steht. Ich habe ihm nicht erklärt, was sich tatsächlich im Grab befindet. Ich will keine Alpträume und Ängste auslösen.

Der Friedhof ist ein Ort, an dem man die Gestorbenen besuchen und an sie denken kann.
Obwohl wir es bei der Taufe bezeugt haben, so haben wir uns noch nicht mit der religiösen Erziehung unserer Kinder auseinandergesetzt. Wahrscheinlich sind wir a…

(K)eine Reise nach Italien

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Zwergnase ist nun fast 3 1/2 Jahre alt. Das letzte Mal waren wir in Urlaub, als er unterwegs war. Damals ging es nach Riccione in Italien. Wir hatten uns in einem eher unscheinbaren, aber komfortablen Hotel eingemietet, waren täglich am Strand und flanierten abends die Shopping-Meile entlang. Wir haben La Dolce Vita genossen.

Bisher konnten wir uns nicht zu einem Urlaub mit Kind überwinden. Was wir da alles mitnehmen hätten müssen. Verpflegung, Windeln, Kuschelwindel, den gesamten Kleiderschrank, Spielzeug, Kinderwagen. Ein Umzug wäre nicht weniger Aufwand gewesen. Und der Urlaub selbst? Entspannt auf der Liege gammeln? Eher nicht. Ihm hinterher zu rennen hätte sich damit abgewechselt, ihn zum Schlafen zu bewegen. Zuhause lief es hingegen einfach. Eine angenehme Routine, die wir nicht aufgeben wollten.

Ich sitze entspannt auf unserer Decke im Freibad, schaue ihm zu, wie er mit den anderen Kindern im Planschbecken spielt und denke über einen Urlaub nach. Dieses Jahr hätten wir mit Zwe…

Shiva - Ein Stück Indien in Deggendorf

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Kennt ihr die? Diese dürren, hochnäsig drein schauenden Püppchen von Kellnerinnen, auf deren Gnade man angewiesen ist, wenn man eine Bestellung aufgeben will? Die ein Augenrollen nicht immer unterdrücken können und denen man es so richtig anmerkt, dass sie eigentlich ganz woanders sein wollen? Im Shiva in Deggendorf gibt es die nicht.

Ich war noch nie indisch essen und deshalb konnte ich mir gar nichts darunter vorstellen, als uns Freunde vorschlugen, doch mal den neuen Inder in der Pfleggasse auszuprobieren. Schon auf der Straße nahmen wir den von orientalischen Gewürzen durchwirkten Duft der für uns fremden Küche wahr. Ein freundlicher Kellner führte uns zu einem lauschigen Plätzchen im hellen Wintergarten. Die Tische sind schon voreingedeckt, die Einrichtung strahlt eine Wärme aus, die gleichzeitig modern wirkt. Dezente indische Deko-Artikel runden das Ambiente ab.

Zum Studieren der Speisekarte brauchte ich meine Zeit. Die Namen der verschiedenen Gerichte sagten mir nichts, ich mu…

Gut gemeint & trotzdem falsch

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Zwergnase sitzt inmitten der Äste und Blätter. Eine Kirsche ins Töpfchen, die andere ins Kröpfchen. Ich habe ihm einen Ast vom Baum gesägt, damit er bei der Kirschernte helfen kann. Den ganzen Nachmittag verbringen wir im Garten, das T-Shirt kann ich am Abend entsorgen. Zwergnase hat sich auch am Entsaften geübt. Ein schöner Tag geht zu Ende.
Die Kirschbäume gibt es nicht mehr. Aber Zwergnases Erinnerung daran. Die Kirschbaumblüte in Omas Garten hat er mit großem Interesse verfolgt. Zuerst blüht der Baum, dann gibt es Kirschen. In seiner Rechnung kommen niedrige Temperaturen jedoch nicht vor. Die Ernte wird recht kärglich ausfallen. Oma hat exakt 27 Kirschen gezählt. Da ist der Schwund durch Amsel, Fink und Star und der ganzen Vogelschar aber noch nicht einberechnet.
Sehnsuchtsvoll blickt Zwergnase in den Baum. "Dauert no aweng! Sind noch keine Kirschen dran!", meint er dann fachmännisch. Oma und ich wechseln verstohlene Blicke. Wir wissen nicht, wie lang er sich damit noch ve…

Der Kindergartenausflug zum Haus am Strom (Untergriesbach)

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Es fällt mir sehr schwer, meine Comfort-Zone zu verlassen. Insbesondere mit Zwergnase. Von Großveranstaltungen für Kinder halte ich mich in der Regel fern. Zu viele Menschen, zu viel Gedrängel. Gelegentlich geht es natürlich in den Zoo oder auf das Frühlingsfest. Als ich den pinken Zettel mit den Informationen zum Kindergartenausflug aus seinem Rucksack fischte, stand außer Frage, dass wir teilnehmen. Zwergnase hat Kinder um sich, erlebt etwas und ich habe die Gelegenheit, die anderen Mamis besser kennenzulernen.

Was ein Ausflug für Mama bedeutet Am Tag vor dem Ausflug bereue ich meine Entscheidung. Immer. Mit der gepackten Tasche könnten wir vermutlich auch eine Woche in Urlaub fahren. Wir sind wirklich für jeden Fall gerüstet. Wir haben Kleidung für alle Fälle dabei. Dazu eine Kühltasche, mit der man den ganzen Bus versorgen könnte. Wurstbrote, Obststücke, Gemüsescheiben, Süßigkeiten, und und und. Was? Schon so spät? Als das in der Wohnung herumrennende Kind einfangen, eincremen, a…

Im Rathaus

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Weil der Kindergartenausflug an die Grenze zu Österreich gehen sollte, bat die Leitung darum, Ausweispapiere mitzunehmen. Ausweispapiere? Haben wir nicht. Also Zwergnase hat keine. Wir sahen bisher keine Notwendigkeit, ihn auf das Ausland loszulassen.
In meiner Vorstellung ließ ich ganz entspannt Fotos von Zwergnase machen, um dann ohne ihn im Rathaus vorstellig zu werden, während er im Kindergarten ist. Gibt schließlich Spannenderes als einen Ämtergang. Um einen Kinderreisepass zu beantragen, muss man das Kind allerdings mitschleifen. Erschien mir beim ersten Durchlesen unsinnig, beim zweiten Mal jedoch schlüssig. Da könnte ja jeder mit einem beliebigen Kinderbild antanzen und Ausweispapiere besorgen!
Geburtsurkunde benötigt man auch, aber das ist nachvollziehbar. Was mir etwas lästig erschien, war die Zustimmungserklärung des zweiten Sorgeberechtigten. Ich schlepp doch nicht den Nasenpapa mit aufs Amt. Das kann ich alleine erledigen! Reicht ja, wenn einer von uns warten muss! Zähnek…

Chill mal, Mama!

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"Wie? Zwergnase schläft immer noch? Ist er dafür nicht schon zu groß? Klein-Karli braucht keinen Mittagsschlaf mehr, seit er zwei ist!" Der Blick auf Klein-Karli sagt zwar etwas anderes, aber ich halte den Mund.

Beim Griechen

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Ich habe mich lange darum gedrückt, mit Zwergnase in ein Restaurant zu gehen. Einen Eineinhalbjährigen am Tisch festzuhalten, wenn der das nicht will, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Entspanntes essen sieht anders aus. Lieber koche ich zuhause, bevor ich mir und den anderen Gästen einen Restaurantbesuch zumute. Kommt Zeit, kommt Rat, heißt es so schön. Mit seinen guten 3 Jahren kann man Zwergnase nun im Voraus verklickern, was auf ihn zukommt, was er darf und was er nicht darf. 
Heute geht's also zum Griechen. Da gibt es etwas zu essen. Auch Pommes? Auch Pommes. Beim Griechen sind wir aber nicht alleine. Da sitzen viele Menschen und wollen auch etwas essen. Auch Pommes? Ja, manche wollen auch Pommes. Wenn man zum Essen geht, muss man brav am Tisch sitzen bleiben, damit die Kellner das Essen nicht fallen lassen, weil sie stolpern. Dann kann man die Pommes nicht mehr essen? Nein, dann kann man die Pommes nicht mehr essen. Ernstes Nicken.
Wir sind vor Oma, Opa und der Lieblingstante…

Oma in der Pflicht?

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Auf Einer schreit immer erschien kürzlich ein Gastbeitrag darüber, dass man sich als Mutter Unterstützung von der Oma wünschen würde, die aber ihr Leben in vollen Zügen genießt, sich im Fitnessstudio und auf Reisen herumtreibt, während die Working Mum sich wie im Hamsterrad aus Beruf, Haushalt und Kindererziehung fühlt. Früher sei das ganz anders gewesen. Früher hätten Omas gestrickt und mit dem Enkel auf der Parkbank sitzend Vögel gefüttert.
Ich glaube, hier ist jemand dem "Früher war alles besser"-Irrglauben aufgesessen. Zumindest trifft das gezeichnete Bild der Märchen-Oma nicht auf meine eigenen zu. Diese waren jünger als Zwergnases Omas jetzt und auch noch selbstständig. Demnach musste meine Mutter den Alltag mit zwei Kindern auch alleine stemmen. Meine Omas waren da, wenn Not am Mann war oder wenn meine Eltern eben einmal ausgehen wollten. Ich glaube aber nicht, dass sich meine Mutter gewünscht hätte, dass ihre Mutter und ihre Schwiegermutter sich in ihren Haushalt ei…

Wer bei der Wahl seiner Eltern nicht aufgepasst hat...

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Als Teenager habe ich schon sehr mit meinem genetischen Erbe gehadert. Schiefe Zähne, die Augen schlecht, die Finger krumm, die Oberschenkel "standfest". Als die körperlichen Vorzüge verteilt wurden, war ich anscheinend gerade am Buffet. Aus dem Teenie-Alter bin ich raus, die Zähne sind gerade, die Brille ist ein Accessoire und mit meinen Beinen stehe ich fest im Leben. Nur am Buffet treibe ich mich immer noch herum und lade Eigenschaften auf den Teller, die nur von zweifelhafter Nützlichkeit sind.

Der Hund auf der Straße - (K)ein Straßenköter?

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Ich mag Hunde nicht besonders. Wenn ich auf der Straße einem begegne, ignoriere ich ihn. Es käme mir nicht in den Sinn, einem Hund oder seinem Besitzer zuzusprechen. Das Tüddelü der alten Damen, wenn sie normalerweise Babys sehen. Von wegen "Ja, ist das ein Süßer! Ja, wie heißt er denn? Bist ein Braver, gell! JAAAAAA!" Ähm. Nein. Zuviele Hunde von Bekannten sind an mir hoch gesprungen und haben mir die Kleidung ruiniert. Außer einem "Normal macht der das nicht! Höhö!" kam herzlich wenig von den Besitzern. Wenn ich nur an diese eine Jeans denke... Weiß der Geier, wo der Hund zuvor rumgelaufen war. Die Flecken von seinen Pfoten bekam ich nie wieder raus. Zu oft bin ich schon in Hundedreck gestiegen. Zu oft habe ich zu Zwergnase sagen müssen, dass er hier und dort keine Blumen pflücken darf, weil da Hunde reinkacken. Noch öfter hat mich das plötzliche Gebell hinter einer Hecke erschreckt oder wurde Zwergnase davon aufgeweckt. Nein, meine Erfahrungen mit Hunden sind b…

Schäferstündchen - Wenn Eltern miteinander ins Bett gehen

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Zeit zu zweit muss man sich als Eltern oft stehlen. Aber man ist ja auch noch Mann und Frau und nicht nur Papa und Mama. Mit der Zeit lernt man, Gelegenheiten sofort wahrzunehmen, ehe der Moment verstrichen ist. Ehe man einen zu tiefen Atemzug des Sprösslings hört und man weiß, er wird gleich rufen. Ja, nur die entschlossenen Entscheidungen führen zum Ziel.  Dabei kommt es vor allem auf eine Verständigung an, die ohne Worte auskommt. Unsere Blicke suchen und finden sich. Sie halten sich einen kurzen Moment fest. Mehr Romantik gibt es nicht. Keine tragische Musik, kein sehnsuchtsvolles Aufstöhnen, keiner ertrinkt in den Augen des anderen, die blau und undurchdringbar wie ein Gebirgssee scheinen.

Auf dem falschen Fuß erwischt

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Es ist heiß. Es ist schwül. Für uns gibt es deshalb keine Alternative. Seit ich denken kann, geht es für uns bei Temperaturen über 24°C ins Hengersberger Freibad. Dieses Jahr brauchen wir uns noch nicht einmal mit zu wenig Parkplätzen herumärgern oder dass wir keinen Platz mehr im Schatten eines Baumes ergattern würden. Irgendwie scheinen die Besucher weniger zu sein als sonst.


Man kann nur spekulieren, woran das liegt. Vielleicht an der Renovierung des Hallenbads, durch die Teile des Freibadareals als Baustellenzufahrt abgesperrt sind. Vielleicht, weil das Wärmebecken dadurch nicht nutzbar ist. Vielleicht, weil die Einzelkarte trotz der Einschränkungen wie schon die vergangenen Jahre 4 Euro kostet. Vielleicht, weil das Preis-Leistungs-Verhältnis bei anderen Bädern inzwischen weitaus besser ist.
Wie eh und je habe ich aber eine Saisonkarte, das Wärmebecken vermisse ich nicht. Wichtig sind für mich lediglich das Wellenbecken und der Kinderbereich. Letzterer wird durch Bauzäune dummerw…

Gluckenalarm

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Zwergnase hat sich in den letzten Monaten äußerlich verändert. Er ist in die Höhe geschossen und schmäler geworden. Auf einmal ist er kein Kleinkind mehr. Er wagt mehr, sucht sich mehr Herausforderungen und bewältigt sie. Auf einmal ist Zwergnase furchtbar selbstständig geworden.
Furchtbar? Ja, furchtbar. Zwergnase ist viel flexibler als ich. Ihn einfach mal machen zu lassen, statt gleich zu laufen, kostet mich ziemlich viel Selbstbeherrschung. Wenn er sich aufs Laufrad schwingt, die Beine nach oben streckt, die abschüssige Hofeinfahrt runtersaust, jubelt und danach stolz mit geröteten Wangen angerannt kommt: "Mama, hast du das gesehen?" Eigentlich nicht, mein Schatz, ich konnte aus lauter Sorge um dich nicht hinschauen. "Ja, super, oder?" "Jaaaaaa!" und weg ist er wieder.

Was die Leute reden

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Die Anzeige sprang gerade auf 20:07 Uhr um, als es an der Tür klingelte. Zwergnase, der gerade ins Land der Träume unterwegs gewesen war, riss die Augen wieder auf. "Wer war das? Mama! Ich schau nach!" Ich rollte mit den Augen und ließ ihn aufstehen. Alles andere war sowieso zwecklos. Vor der Tür stand der Nachbar. Kein "Entschuldigen Sie die Störung" oder in der Art. Er fiel sofort mit der Tür inklusive Klingel ins Haus. "Ich hab beim Paketdienst angegeben, dass Sie morgen mein Päckchen annehmen. Ist superwichtig!" Was würde ich dafür geben, wenn Zwergnase jetzt nach dem Zauberwort fragen würde. "Naja," entgegnete ich, "wenn ich daheim bin, kann ich das schon machen." "Ist wirklich sehr dringend. Und so als arbeitslose Mami sind Sie doch sowieso daheim!"

Mit Kind im Supermarkt - kurz vor Ladenschluss

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Ich habe es nie verstanden, wie man mit so einem armen Zwerg kurz vor Ladenschluss zum Einkaufen gehen kann. Kurz vor 20.00 Uhr gehört ein Kind ins Bett und nicht in den Einkaufswagen. Da hängen die Kids in den Seilen, ihnen ist langweilig und sie sind quengelig. Der Wutanfall ist vorprogrammiert. Aber die Kinder können ja nichts dafür, wenn sie ihre verantwortungslosen Mütter ins Geschäft schleifen statt ihnen Märchen vorzulesen. Da braucht man ja nun wirklich keine pädagogische Ausbildung, um den Zusammenhang herzustellen. Dass man so spät erst einkaufen fährt, obwohl die Hausfrau ohnehin den ganzen Tag daheim ist, ist mir auch ein Rätsel. Mann muss es doch fertigbringen, den Einkauf nicht auf den letzten Drücker zu erledigen. Das Kind spürt doch den Zeitdruck auch. Der Stress! Aber dann wundern, wenn es Probleme gibt. Das sind mir ja die liebsten. Wenn ich eigene Kinder habe, läuft das ganz anders.

Eine Oma ist Luxus, zwei sind das Paradies

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Zwergnase liebt seine Omas. Alle beide, heiß und innig. Dass wir eine von ihnen besuchen, darf ich ihm erst nach dem Mittagsschlaf sagen, sonst fällt dieser aus. Selbstredend, dass seine Zuneigung bedingungslos von beiden erwidert wird. Seine Omas tun alles für Zwergnase. Ohne ihn braucht man gar nicht aufschlagen. Das gibt lange Gesichter und ein enttäuschtes "Wo is denn da Bua?!"

Von selbst gebastelten Muttertagsgeschenken und Frühstück im Bett

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Ich werde vom Geklapper des Geschirrs geweckt. Ich muss darüber lächeln, wie meine beiden Männer über die Anordnung des Frühstücks auf dem Tablett streiten. Wie Zwergnase ganz stur die Semmel immer wieder auf den Teller und Papa sie zurück in den Korb legt. Die Kühlschranktür öffnet und schließt sich mehrmals. Die Marmeladengläser klirren gegeneinander. "Und jetzt", verkündet Zwergnase, "jetzt wecken wir Mama auf!" Papa trägt dem Scheppern nach das Tablett recht unsicher ins Schlafzimmer. Er flucht immer wieder leise, weil Zwergnase ihm vor den Beinen herumtanzt. Tapp, tapp, tapp. Natürlich stelle ich mich schlafend, als Zwergnase neben mir flüstert: "Mama! Aufstehen! Heute ist doch Muttertag!"

Mit Gummistiefeln im Freibad

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Mit Kleinkind gibt es viele Momente, in denen man einfach machtlos ist. In denen man erklären kann, soviel man will, es hilft alles nichts. Die Antwort lautet mit Sicherheit "Ich will aber!" Wie lange hat man gewartet, dass das Kind seine Bedürfnisse äußern kann, damit das heitere Rätselraten ein Ende hat. Jetzt wünsche ich mir manchmal die Zeit zurück, in der ich Zwergnase anziehen konnte, was ich wollte. Natürlich wollen wir alle selbstbestimmte Menschen heranziehen, die sich später einmal durchsetzen können und ihren Standpunkt darlegen. Natürlich trägt das zur Bildung eines Selbstbewusstseins bei. Aber Herrgott. Muss das echt schon mit 3 so geübt werden?! 

Der Drang nach Selbstbestimmung nervt manchmal ganz schön. Eben morgens vor dem Kleiderschrank. Bei dem ich dem Herrn eine Auswahl an T-Shirts herauslegen muss, nur damit er dann feststellt, dass keines zur heutigen Stimmung passt. Schließlich kommen zwei ins Finale und weil er sich nicht entscheiden kann, sollen es h…

Die Wischmaschine

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Ein Vorteil an Kindern ist ja auch, dass man zu Uhrzeiten topfit ist, wenn sich andere nochmal auf die Seite drehen. Dementsprechend früh kann man dann auch ungestört zum Einkaufen gehen. Meint man. Denn wenn der Laden leer ist, hat man mit anderen Hürden als den Einkaufswägen der anderen Kunden zu kämpfen. Nicht immer ist der Sieg garantiert. Völlig ahnungslos schiebe ich also den Chip in meinen Wagen und rolle in den Laden. Genauer gesagt: in den Netto.

Was hast du gesagt?

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Der Kindergarten ist eine feine Sache. Nicht nur, dass es dort einfach Unmengen an Spielsachengibt, nein, es gibt sogar einen Turnraum, in dem sich die Kinder auch bei schlechtem Wetter austoben können. Na gut, ein bisschen hofft man schon, dass dem Spross etwas Zucht und Ordnung beigebracht wird. Vor allem das Einzelkind erfährt, dass es nicht allein auf der Welt und es nicht der König vor dem Herrn ist. Beim Elternabend wird einem dann auch noch erzählt, dass es natürlich einen Unterschied macht, ob da Mama oder Papa etwas vom Kind einfordern oder "außenstehende" Personen. Die hätten ja doch irgendwie noch eine andere Autorität, vor allem im Zusammenhang mit der Gruppe an sich. Ja, ein bisschen mehr Bundeswehr statt Waldorf tut Zwergnase bestimmt gut. Der kleine Racker hat uns alle in der Hand.

Bei IKEA

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Das Wetter ist miserabel. Ununterbrochener Dauerregen. Man ist zuhause eingesperrt. Man muss froh sein, wenn man keinen Schnee zu Gesicht bekommt. Mein Mann und ich sitzen in der Küche und starren gedankenverloren aus dem Fenster. "Wir könnten doch wieder einmal zu IKEA", sage ich in die Stille hinein. Er brummt nur. Das schwedische Möbelhaus ist ein Folterinstrument des Teufels. Speziell für Männer erdacht. Dessen ist er sich sicher. "Wenn wir jetzt fahren, sind wir rechtzeitig zurück, um Zwergnase vom Kindergarten abzuholen." Er blickt auf die Uhr und nickt. Was soll man auch sonst machen, wenn das Kind im Kindergarten ist. Er zieht sich an und will das Auto schon mal aus der Garage holen.
"Hast du eine Klappbox im Auto? Und Körbe?" Überrascht blickt er auf. "Was willst du denn alles kaufen?" "Eigentlich nur Messer." "Und dafür brauchst du eine Klappbox und Körbe? Mehrere?" "Naja... ist halt IKEA."
Damit ist die …

Segen und Fluch der modernen Medizin

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Nach dem üblichen Geplauder über mein Befinden bittet mich die Ärztin zum Ultraschall. Das Gel lässt mich frösteln, doch nur kurz, dann wandert mein Blick auf den Bildschirm. Viel erkenne ich nicht. Je nachdem, wie die Ärztin den Ultraschallkopf hält, mal ein Ärmchen oder ein Beinchen. Aber die meiste Zeit versucht sie den Kopf einzufangen. Es steht der große Organultraschall zur Mitte der Schwangerschaft an. Arbeiten die Organe richtig? Sind sie richtig ausgebildet? Haben sie die richtige Größe?
Ich sage nichts, um die Ärztin bei der Untersuchung nicht zu stören. Doch erfasst mich eine gewisse Unruhe. Im Allgemeinen zeigt sie mit dem Finger auf den Monitor, um zu erklären, was man erkennen kann. Heute aber schweigt sie beharrlich. Irgendwann halte ich die Stille nicht mehr aus. Ich teile ihr mit, dass mich beunruhigt, wenn sie nichts sagt. Ich reiße sie aus der Konzentration. Sie murmelt etwas davon, dass der Kopf sehr tief säße und sie das Kleinhirn nicht finde. Ein Pedal klickt, s…

Spieglein, Spieglein

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"Früher! Ja, früher! Da hatten die Kinder noch Respekt vor den Erwachsenen!"
"Bitte und Danke hört man sowieso nicht mehr!"
"Aber dafür sagen diese Rotznasen Sachen, für die hätten wir eine Watschn kassiert!"
"Und geschadet hat es uns auch nicht!"
"Jawohl!"

Bei solchen Dialogen muss ich immer schmunzeln und mich dann zusammennehmen, um meinen Senf für mich zu behalten. Denn Mama hat mir beigebracht, dass man nicht immer alles sagen muss, was man sich denkt. Und das Leben hat mir beigebracht, dass es manchmal nur Nerven kostet und keine Wirkung zeigt, wenn man was sagt. Aber so ganz kann ich mir meinen Kommentar ja nun doch nicht verkneifen.