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Von Kochkünsten und Küchenexperimenten

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Zwergnases Speisekarte ist recht eingeschränkt. Am liebsten mag er Nudeln mit Brokkoli oder Knödel mit Soße. Wenn er gut drauf is(s)t, gehen auch mal Bratwürstl mit Kartoffelbrei. Allerdings liebt er Muffins. Da könnte man an einem Samstag mal gemeinsam herzhafte Muffins backen, denke ich mir. In meinen Kochbüchern finden sich zum Beispiel diese grünen Cupcakes. Statt Spinat muss das doch auch mit Brokkoli gehen. Perfekt. Er mag Brokkoli, er mag Muffins und er mag mir beim Muffinbacken helfen. Der Samstagvormittag ist gerettet.

Nicht. Ich zeige Zwergnase das Rezeptfoto und frage ihn, ob er helfen will. Er sieht mich mit dem weisen Blick eines Teenagers an, bevor er meint:
"Mama, die sehen komisch aus. Wenn die nicht schmecken, backen wir richtige Muffins! Ausgemacht?"  Dann widmet er sich wieder seinen Dinos. Aber so schnell gebe ich nicht auf. Ich mache mich ans Rezept.

Als erstes passe ich das Rezept meinem Kühlschrank an. Frischer Blattspinat? Hab ich nicht und will ich j…

Zum Freundschaftspreis

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Dann und wann braucht man neue Möbel. Das bedeutet einen Event-Tag im Möbelgeschäft. Zum Glück häufen diese sich meist an einem Standort, sodass man ausgiebig vergleichen kann - kurz: man läuft sich deppert. Man will sich ja nicht vorwerfen müssen, dass man nicht über das gesamte Angebot Bescheid gewusst hätte, bevor man eine Entscheidung für die nächsten 10 bis 20 Jahre trifft. Drum prüfe, wer sich ewig bindet...!
Der größte Unterschied zur Ehe besteht darin, dass man vor dem Altar nicht davon ausgeht, irgendwann betrogen zu werden.  Beim Möbelhaus hingegen wird man bereits über den noch nicht gekauften Tisch gezogen, sobald einen der Fuß über die Türschwelle trägt. Schon am Eingang wehen Fahnen, die unheimliche Rabatte versprechen. 25% hier, Mehrwertssteuer da geschenkt - alles erzeugt den Drang, sofort zugreifen zu müssen, bevor man zu den Deppen zählt, die den vollen Preis zahlen. Wer will das schon? Parallelen zu einem türkischen Basar drängen sich auf. Man weiß intuitiv, dass ma…

Wie sind denn die Nächte?

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Wenn man mit einem Säugling unterwegs ist, sind die Reaktionen häufig ähnlich. Erwartungsvolle Blicke in den Kinderwagen oder ins Maxi Cosi, ein verträumtes Lächeln und oft genug ein enttäuschtes "Oh, die schläft ja!" Öhm. Deshalb bin ich ja mit ihr unterwegs. Entweder, weil sie schläft oder damit sie schläft. Wenn wir dann schon beim Thema sind, folgt unweigerlich der Bestseller unter den häufig gestellten Fragen an frisch gebackene Eltern: "Wie sind denn die Nächte? Schläft sie durch?"
Ich schlafe jeden Abend mit der Gewissheit ein, dass sie durchschlafen wird. Daran ändert auch das Quäken zwischen ein und zwei Uhr nachts nichts. Erst ganz putzig, ähnlich einem Krokodilbaby, das nach seiner Mutter ruft, dann doch etwas drängender. Kategorie Alarmanlage. Spätestens da reißt man die Augen auf, gefolgt von einem Moment der Orientierungslosigkeit. Blick auf den Wecker, nochmal kurz die Augen schließen, bevor man hinaus in die kalte Nacht tapst. Im Dämmerlicht einer k…

Alltag mit zwei Kindern - Es läuft...

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Unsere kloane Goaß ist nun ein paar Wochen alt. Alt genug für Fragen, wie es uns geht und ob wir bereits in den Alltag mit zwei Kindern gefunden haben. Ich muss sagen, dass es bisher nicht schlecht läuft. Die Nächte sind okay, ich hatte sie schlimmer in Erinnerung. Gut, die Kaffeemaschine ist derzeit mein bester Freund, das will ich gar nicht leugnen. Hat man sich in den letzten drei Jahren an den Schlafmangel gewöhnt? Ist es wirklich weniger schlimm? Oder weiß man einfach, dass es besser werden wird, sodass die Wahrnehmung eine andere ist? Ich habe es bisher immer geschafft, Zwergnase sowohl in den Kindergarten zu bringen, als ihn auch wieder pünktlich abzuholen und Essen gekocht zu haben (Lotta sei Dank!). Schon in der Früh bin ich frisch geduscht. Keine weltbewegende Leistung, wird man meinen, doch ich freue mich darüber. 
Doch, ich kann sagen, es läuft... ... vor allem die Waschmaschine. Denn wenn ein Kind schon kotzt oder in die Windel ballert, wenn man eigentlich zu einer feste…

Was macht MANN im Kreißsaal

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Viele fragen sich, warum man Kreißsaal eigentlich mit ß schreibt. Mit dem Kreis, den die Gebärende mit ihren Hüften auf einem Pezziball beschreibt, um Geburt voran zu treiben, hat der Kreißsaal auf alle Fälle nichts zu tun. Vielmehr geht das zugrunde liegende Verb kreißen auf das mittelhochdeutsche krîzen zurück, das stöhnen bedeutet und auch das Wort kreischen wird daraus abgeleitet. Die Wortherkunft lässt also auf die Stimmung im Kreißsaal schließen, wo der Schwangeren spätestens dämmert, dass es nicht heißen muss Wir sind schwanger, sondern es ganz allein sie ist, die sich dort auf der Liege krümmt und stöhnt, während er hilflos daneben steht. Manch einer wird sich vielleicht nach den Zeiten sehnen, in denen der werdende Vater vor der Tür wartete, bis er Babys Schreie hörte und von der Hebamme hereingeholt wurde.
Doch das kann er im Zuge der Gleichberechtigung schnell vergessen. Nachdem er zu jedem Vorsorgetermin geschleppt worden ist, seine Partnerin mindestens einmal im Geburtsv…

Eine tickende Bombe?

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Ab einem gewissen Punkt hat frau einfach genug vom Schwangersein. Zuerst kommt der Bauch um die Ecke, dann der Rest der werdenden Mama. Sich Socken und oder Schuhe anzuziehen ist Hochleistungssport. Es lebe der Pantoffel! Ganz zu schweigen von den ganzen schmutzigen Details, die dir vorher keiner verrät, weil sie das Bild der zufriedenen und glücklichen Schwangeren einfach nur zerstören würden. Frau will einfach nur noch, dass es vorbei ist. Ich will einfach nur noch, dass die Schwangerschaft zu Ende und die Geburt gut überstanden ist.

Also beginnt frau spätestens ab dem Zeitpunkt, ab dem das Kind an sich fertig ist und nur mehr zulegt, in ihren Körper hineinzuhorchen, ob sich der kleine Augenstern nicht schon etwas vor dem errechneten Termin auf den Weg machen könnte. Hier ein Zwicken, da ein Ziehen -

Sind das etwa Wehen? DIE Wehen? Fakt ist: Wenn man daran zweifelt, sind sie es nicht. Punkt. 
Irgendwann fängt frau an, das Schlimmste zu tun, was es gibt. Frau googelt. Nach den Anzeic…

Von Krümel-Knete und schlechtem Karma

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Es gibt Spielzeug. Und es gibt Spielzeug. Am besten ist natürlich pädagogisch wertvolles Spielzeug. Für Eltern ist es außerdem praktisch, wenn die Kinder sich mit dem Spielzeug auch mal alleine beschäftigen können und dabei etwas lernen. Was man in dieser Zeit alles erledigen kann! Wenn die Beschäftigung dann auch noch Spaß macht und die Kreativität fördert... Jackpot! Auf Knetmasse dürfte das alles zutreffen. Zumindest Zwergnase liebt sie, vor allem die, die in diesen kleinen gelben Dosen angeboten wird.
Doch nichts ist umsonst. Denn genau diese Knetmasse aus den gelben Dosen lässt sich zwar sofort wunderbar formen, trocknet aber schnell aus.  Nicht in dem Sinne, dass Zwergnases Knetkunstwerke so aushärten, dass man damit eine dauerhafte Ausstellung bestreiten könnte, sondern eher als Anschauungsmaterial für den Zerfall im Zeitraffer - memento mori im Kinderzimmer sozusagen.  Die Knete krümelt und verteilt sich überall. Wirklich überall. Da hilft auch das Platz-Set nicht, das ich Zwe…

Der Neue, die Notaufnahme & Ich

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Ich schwöre, ich mache so etwas nicht mit Absicht, um hier Geschichten einstellen zu können. Ich bin wirklich so ein Tollpatsch. Im Nachhinein muss man wirklich sagen, dass wir dieses Wochenende, an dem meine Schwester uns ihren neuen Freund vorstellte, nie vergessen werden.
Als Zwergnase Mittagsschlaf hielt, schob ich Aufbackbrötchen fürs Freibad in den Ofen und hiefte die 4-Kilo-Wassermelone aus dem Kühlschrank auf das Schneidebrett. Welch ein Glück, dass ich mir bei IKEA einen geeigneten Säbel besorgt hatte. Ich drehte die Wassermelone und setzte das Allzweckmesser an. Gar nicht so leicht, sie mit der einen Hand richtig in Position zu halten, so dass sie nicht wegrollt. Ah, den Finger nehm' ich da besser weg, sonst ist er ab. Jetzt oder nie! Beherzt stach ich zu. Die Schale knackte ein wenig und dann glitt das Messer wie Butter durch die Frucht. In mundgerechten Stücken wanderte die Melone in die Kühltasche. 
Inzwischen waren auch die Brötchen fertig. Hm, fast etwas kross gewo…

Was will die fremde Frau von meinem Kind?

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Zwergnase hat sich eine von diesen langen Spritzpistolen aus Schaumstoff geholt. Immer wieder zieht er sie auf und schießt Wasser damit nach oben. Er will sehen, wie hoch die Wassersäule steigt, versucht den Kopf der Dusche treffen, versucht zwischen die Spalten im Pflaster zu zielen, gießt die vertrockneten Sträucher rund um den Kinderbereich. Er pumpt das Wasser nach oben, versucht sich von den herabfallenden Wassertropfen treffen zu lassen. Zwergnase hat sichtlich Spaß, während er durch die Gegend läuft und mit dem Wasser experimentiert. Wenn ich ihn hinter einem Strauch nicht sehe, sehe ich eine Wasserfontäne. Es ist eine Freude, ihm zuzusehen.
Plötzlich erscheint eine Frau in meinem Blickfeld, hält zielsicher auf Zwergnase zu,  beugt sich zu ihm herunter und spricht ihn an. Sie unterhält sich einige Minuten mit ihm, Zwergnase tritt von einem Fuß auf den anderen, blinzelt gegen die Sonne nach oben, hört aufmerksam zu. Dann geht sie weiter, ins Becken hinein zu ihrer Tochter, so wie…

Warum Mamas Auto nicht in die Garage darf

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Wir haben eine Garage. In der steht immer das neuere Auto, um es vor Hagel, Vogelkacke, Mardern oder sonstigen unliebsamen Einflüssen zu schützen. Zuerst war das meins, dann hat Papa ein neues bekommen. Wenn der Nasenpapa arbeiten ist, könnte ich die Garage nutzen. Aber dafür bin ich zu bequem. Nur im Sommer ist das anders. Mein Auto steht direkt in der Sonne und mutiert innerhalb von Minuten zum Schnellkochtopf. Sich mit Kind in ein völlig überhitztes Auto zu setzen, wenn das nicht sein muss, wäre  selten dämlich. So gut ist die Klimaanlage auch wieder nicht. Ich parke mein Auto in der Garage, um es kühl zu halten.
So der Plan, der die letzten drei Jahre auch wunderbar funktioniert hat. Doch nun hat Zwergnase ein Wörtchen mitzureden.  Er bekommt einen ausgewachsenen Wutanfall mit Schreien, Zetern und Weinen, als wir vom Kindergarten nach Hause kommen, ich das Auto abstelle, die Garage öffne und das Auto hineinfahre. "Aber da steht doch Papas Auto drin!", schluchzt er.

Ruhig …

Wie eine Schnecke das Kindergartenfest beinahe scheitern ließ

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Schnecken. Man möchte nicht glauben, wo man überall auf Schnecken stößt. Schnecke ist allerdings nicht gleich Schnecke. Mit Nacktschnecken hat Zwergnase Mitleid. Arme, obdachlose Kreaturen. Doch ob mit oder ohne Eigenheim, in seinem Sandkasten hat keine etwas verloren. Mama muss alle mit einer Sandschaufel in den nächsten Busch evakuieren. Zum Glück leben wir nicht in Frankreich. Denn Schnecken kann ich ihm nicht schmackhaft machen. Das heißt... ganz stimmt das auch wieder nicht, aber dazu später mehr. Dass Schnecken das Sommerfest des Kindergartens bedrohen könnten, hätte ich keinesfalls gedacht.
Dabei war Zwergnase so aufgeregt und wollte sein selbst gebasteltes T-Shirt auf keinen Fall ausziehen, als ich ihn mittags abholte. Überhaupt konnte er doch gar nicht nach Hause! Heute war doch Sommerfest und alle sind da! "Und Mama, was ist, wenn ich nicht da bin?", schluchzte meine Drama-Queen beim Schuheanziehen in der Garderobe. Gut, dass ich den Papa-Trumpf in der Tasche hatt…

Wo ist Uropa? - Was soll mein Kind glauben?

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Zwergnases Uropa ist im Februar gestorben. Wie erklärt man den Tod einem Dreijährigen, wenn man ihn doch selbst kaum fassen kann? Ich kann ihm schlecht sagen, dass er das selbst entscheiden soll, wo Uropa ist. Denn Zwergnase will jetzt wissen, warum er nicht mehr in seinem Bett liegt und mit ihm Späße treibt. Ohne irgendwelche Fachartikel zu wälzen, habe ich mich für die Variante entschieden, die auch für mich am tröstlichsten ist.

Uropa ist jetzt im Himmel. Er passt von dort auf uns alle auf.  Vor kurzem waren wir auf dem Friedhof. Er hat das Foto auf dem Kreuz wieder erkannt. Es ist dasselbe, das auch zuhause auf dem Schrank steht. Ich habe ihm nicht erklärt, was sich tatsächlich im Grab befindet. Ich will keine Alpträume und Ängste auslösen.

Der Friedhof ist ein Ort, an dem man die Gestorbenen besuchen und an sie denken kann.
Obwohl wir es bei der Taufe bezeugt haben, so haben wir uns noch nicht mit der religiösen Erziehung unserer Kinder auseinandergesetzt. Wahrscheinlich sind wir a…

(K)eine Reise nach Italien

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Zwergnase ist nun fast 3 1/2 Jahre alt. Das letzte Mal waren wir in Urlaub, als er unterwegs war. Damals ging es nach Riccione in Italien. Wir hatten uns in einem eher unscheinbaren, aber komfortablen Hotel eingemietet, waren täglich am Strand und flanierten abends die Shopping-Meile entlang. Wir haben La Dolce Vita genossen.

Bisher konnten wir uns nicht zu einem Urlaub mit Kind überwinden. Was wir da alles mitnehmen hätten müssen. Verpflegung, Windeln, Kuschelwindel, den gesamten Kleiderschrank, Spielzeug, Kinderwagen. Ein Umzug wäre nicht weniger Aufwand gewesen. Und der Urlaub selbst? Entspannt auf der Liege gammeln? Eher nicht. Ihm hinterher zu rennen hätte sich damit abgewechselt, ihn zum Schlafen zu bewegen. Zuhause lief es hingegen einfach. Eine angenehme Routine, die wir nicht aufgeben wollten.

Ich sitze entspannt auf unserer Decke im Freibad, schaue ihm zu, wie er mit den anderen Kindern im Planschbecken spielt und denke über einen Urlaub nach. Dieses Jahr hätten wir mit Zwe…

Shiva - Ein Stück Indien in Deggendorf

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Kennt ihr die? Diese dürren, hochnäsig drein schauenden Püppchen von Kellnerinnen, auf deren Gnade man angewiesen ist, wenn man eine Bestellung aufgeben will? Die ein Augenrollen nicht immer unterdrücken können und denen man es so richtig anmerkt, dass sie eigentlich ganz woanders sein wollen? Im Shiva in Deggendorf gibt es die nicht.

Ich war noch nie indisch essen und deshalb konnte ich mir gar nichts darunter vorstellen, als uns Freunde vorschlugen, doch mal den neuen Inder in der Pfleggasse auszuprobieren. Schon auf der Straße nahmen wir den von orientalischen Gewürzen durchwirkten Duft der für uns fremden Küche wahr. Ein freundlicher Kellner führte uns zu einem lauschigen Plätzchen im hellen Wintergarten. Die Tische sind schon voreingedeckt, die Einrichtung strahlt eine Wärme aus, die gleichzeitig modern wirkt. Dezente indische Deko-Artikel runden das Ambiente ab.

Zum Studieren der Speisekarte brauchte ich meine Zeit. Die Namen der verschiedenen Gerichte sagten mir nichts, ich mu…

Gut gemeint & trotzdem falsch

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Zwergnase sitzt inmitten der Äste und Blätter. Eine Kirsche ins Töpfchen, die andere ins Kröpfchen. Ich habe ihm einen Ast vom Baum gesägt, damit er bei der Kirschernte helfen kann. Den ganzen Nachmittag verbringen wir im Garten, das T-Shirt kann ich am Abend entsorgen. Zwergnase hat sich auch am Entsaften geübt. Ein schöner Tag geht zu Ende.
Die Kirschbäume gibt es nicht mehr. Aber Zwergnases Erinnerung daran. Die Kirschbaumblüte in Omas Garten hat er mit großem Interesse verfolgt. Zuerst blüht der Baum, dann gibt es Kirschen. In seiner Rechnung kommen niedrige Temperaturen jedoch nicht vor. Die Ernte wird recht kärglich ausfallen. Oma hat exakt 27 Kirschen gezählt. Da ist der Schwund durch Amsel, Fink und Star und der ganzen Vogelschar aber noch nicht einberechnet.
Sehnsuchtsvoll blickt Zwergnase in den Baum. "Dauert no aweng! Sind noch keine Kirschen dran!", meint er dann fachmännisch. Oma und ich wechseln verstohlene Blicke. Wir wissen nicht, wie lang er sich damit noch ve…

Der Kindergartenausflug zum Haus am Strom (Untergriesbach)

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Es fällt mir sehr schwer, meine Comfort-Zone zu verlassen. Insbesondere mit Zwergnase. Von Großveranstaltungen für Kinder halte ich mich in der Regel fern. Zu viele Menschen, zu viel Gedrängel. Gelegentlich geht es natürlich in den Zoo oder auf das Frühlingsfest. Als ich den pinken Zettel mit den Informationen zum Kindergartenausflug aus seinem Rucksack fischte, stand außer Frage, dass wir teilnehmen. Zwergnase hat Kinder um sich, erlebt etwas und ich habe die Gelegenheit, die anderen Mamis besser kennenzulernen.

Was ein Ausflug für Mama bedeutet Am Tag vor dem Ausflug bereue ich meine Entscheidung. Immer. Mit der gepackten Tasche könnten wir vermutlich auch eine Woche in Urlaub fahren. Wir sind wirklich für jeden Fall gerüstet. Wir haben Kleidung für alle Fälle dabei. Dazu eine Kühltasche, mit der man den ganzen Bus versorgen könnte. Wurstbrote, Obststücke, Gemüsescheiben, Süßigkeiten, und und und. Was? Schon so spät? Als das in der Wohnung herumrennende Kind einfangen, eincremen, a…

Im Rathaus

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Weil der Kindergartenausflug an die Grenze zu Österreich gehen sollte, bat die Leitung darum, Ausweispapiere mitzunehmen. Ausweispapiere? Haben wir nicht. Also Zwergnase hat keine. Wir sahen bisher keine Notwendigkeit, ihn auf das Ausland loszulassen.
In meiner Vorstellung ließ ich ganz entspannt Fotos von Zwergnase machen, um dann ohne ihn im Rathaus vorstellig zu werden, während er im Kindergarten ist. Gibt schließlich Spannenderes als einen Ämtergang. Um einen Kinderreisepass zu beantragen, muss man das Kind allerdings mitschleifen. Erschien mir beim ersten Durchlesen unsinnig, beim zweiten Mal jedoch schlüssig. Da könnte ja jeder mit einem beliebigen Kinderbild antanzen und Ausweispapiere besorgen!
Geburtsurkunde benötigt man auch, aber das ist nachvollziehbar. Was mir etwas lästig erschien, war die Zustimmungserklärung des zweiten Sorgeberechtigten. Ich schlepp doch nicht den Nasenpapa mit aufs Amt. Das kann ich alleine erledigen! Reicht ja, wenn einer von uns warten muss! Zähnek…

Chill mal, Mama!

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"Wie? Zwergnase schläft immer noch? Ist er dafür nicht schon zu groß? Klein-Karli braucht keinen Mittagsschlaf mehr, seit er zwei ist!" Der Blick auf Klein-Karli sagt zwar etwas anderes, aber ich halte den Mund.

Beim Griechen

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Ich habe mich lange darum gedrückt, mit Zwergnase in ein Restaurant zu gehen. Einen Eineinhalbjährigen am Tisch festzuhalten, wenn der das nicht will, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Entspanntes essen sieht anders aus. Lieber koche ich zuhause, bevor ich mir und den anderen Gästen einen Restaurantbesuch zumute. Kommt Zeit, kommt Rat, heißt es so schön. Mit seinen guten 3 Jahren kann man Zwergnase nun im Voraus verklickern, was auf ihn zukommt, was er darf und was er nicht darf. 
Heute geht's also zum Griechen. Da gibt es etwas zu essen. Auch Pommes? Auch Pommes. Beim Griechen sind wir aber nicht alleine. Da sitzen viele Menschen und wollen auch etwas essen. Auch Pommes? Ja, manche wollen auch Pommes. Wenn man zum Essen geht, muss man brav am Tisch sitzen bleiben, damit die Kellner das Essen nicht fallen lassen, weil sie stolpern. Dann kann man die Pommes nicht mehr essen? Nein, dann kann man die Pommes nicht mehr essen. Ernstes Nicken.
Wir sind vor Oma, Opa und der Lieblingstante…

Oma in der Pflicht?

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Auf Einer schreit immer erschien kürzlich ein Gastbeitrag darüber, dass man sich als Mutter Unterstützung von der Oma wünschen würde, die aber ihr Leben in vollen Zügen genießt, sich im Fitnessstudio und auf Reisen herumtreibt, während die Working Mum sich wie im Hamsterrad aus Beruf, Haushalt und Kindererziehung fühlt. Früher sei das ganz anders gewesen. Früher hätten Omas gestrickt und mit dem Enkel auf der Parkbank sitzend Vögel gefüttert.
Ich glaube, hier ist jemand dem "Früher war alles besser"-Irrglauben aufgesessen. Zumindest trifft das gezeichnete Bild der Märchen-Oma nicht auf meine eigenen zu. Diese waren jünger als Zwergnases Omas jetzt und auch noch selbstständig. Demnach musste meine Mutter den Alltag mit zwei Kindern auch alleine stemmen. Meine Omas waren da, wenn Not am Mann war oder wenn meine Eltern eben einmal ausgehen wollten. Ich glaube aber nicht, dass sich meine Mutter gewünscht hätte, dass ihre Mutter und ihre Schwiegermutter sich in ihren Haushalt ei…

Wer bei der Wahl seiner Eltern nicht aufgepasst hat...

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Als Teenager habe ich schon sehr mit meinem genetischen Erbe gehadert. Schiefe Zähne, die Augen schlecht, die Finger krumm, die Oberschenkel "standfest". Als die körperlichen Vorzüge verteilt wurden, war ich anscheinend gerade am Buffet. Aus dem Teenie-Alter bin ich raus, die Zähne sind gerade, die Brille ist ein Accessoire und mit meinen Beinen stehe ich fest im Leben. Nur am Buffet treibe ich mich immer noch herum und lade Eigenschaften auf den Teller, die nur von zweifelhafter Nützlichkeit sind.

Der Hund auf der Straße - (K)ein Straßenköter?

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Ich mag Hunde nicht besonders. Wenn ich auf der Straße einem begegne, ignoriere ich ihn. Es käme mir nicht in den Sinn, einem Hund oder seinem Besitzer zuzusprechen. Das Tüddelü der alten Damen, wenn sie normalerweise Babys sehen. Von wegen "Ja, ist das ein Süßer! Ja, wie heißt er denn? Bist ein Braver, gell! JAAAAAA!" Ähm. Nein. Zuviele Hunde von Bekannten sind an mir hoch gesprungen und haben mir die Kleidung ruiniert. Außer einem "Normal macht der das nicht! Höhö!" kam herzlich wenig von den Besitzern. Wenn ich nur an diese eine Jeans denke... Weiß der Geier, wo der Hund zuvor rumgelaufen war. Die Flecken von seinen Pfoten bekam ich nie wieder raus. Zu oft bin ich schon in Hundedreck gestiegen. Zu oft habe ich zu Zwergnase sagen müssen, dass er hier und dort keine Blumen pflücken darf, weil da Hunde reinkacken. Noch öfter hat mich das plötzliche Gebell hinter einer Hecke erschreckt oder wurde Zwergnase davon aufgeweckt. Nein, meine Erfahrungen mit Hunden sind b…

Schäferstündchen - Wenn Eltern miteinander ins Bett gehen

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Zeit zu zweit muss man sich als Eltern oft stehlen. Aber man ist ja auch noch Mann und Frau und nicht nur Papa und Mama. Mit der Zeit lernt man, Gelegenheiten sofort wahrzunehmen, ehe der Moment verstrichen ist. Ehe man einen zu tiefen Atemzug des Sprösslings hört und man weiß, er wird gleich rufen. Ja, nur die entschlossenen Entscheidungen führen zum Ziel.  Dabei kommt es vor allem auf eine Verständigung an, die ohne Worte auskommt. Unsere Blicke suchen und finden sich. Sie halten sich einen kurzen Moment fest. Mehr Romantik gibt es nicht. Keine tragische Musik, kein sehnsuchtsvolles Aufstöhnen, keiner ertrinkt in den Augen des anderen, die blau und undurchdringbar wie ein Gebirgssee scheinen.

Auf dem falschen Fuß erwischt

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Es ist heiß. Es ist schwül. Für uns gibt es deshalb keine Alternative. Seit ich denken kann, geht es für uns bei Temperaturen über 24°C ins Hengersberger Freibad. Dieses Jahr brauchen wir uns noch nicht einmal mit zu wenig Parkplätzen herumärgern oder dass wir keinen Platz mehr im Schatten eines Baumes ergattern würden. Irgendwie scheinen die Besucher weniger zu sein als sonst.


Man kann nur spekulieren, woran das liegt. Vielleicht an der Renovierung des Hallenbads, durch die Teile des Freibadareals als Baustellenzufahrt abgesperrt sind. Vielleicht, weil das Wärmebecken dadurch nicht nutzbar ist. Vielleicht, weil die Einzelkarte trotz der Einschränkungen wie schon die vergangenen Jahre 4 Euro kostet. Vielleicht, weil das Preis-Leistungs-Verhältnis bei anderen Bädern inzwischen weitaus besser ist.
Wie eh und je habe ich aber eine Saisonkarte, das Wärmebecken vermisse ich nicht. Wichtig sind für mich lediglich das Wellenbecken und der Kinderbereich. Letzterer wird durch Bauzäune dummerw…