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Eingewöhnung im Kindergarten

Jetzt kommt's. Sie haben es uns prophezeit und wir wollten es in unserer Naivität nicht glauben. Haben wir denn in den letzten drei Jahren nichts dazu gelernt? Dass es immer, wirklich immer so ist, wie andere sagen?


Die eigentliche Eingewöhnung im Kindergarten lief super. Nach nur ein paar Tagen blieb Zwergnase alleine, verabschiedete sich ohne Gebrüll, ohne Tränen. Jackpot!, dachten wir. Die mahnenden Worte der Fräuleins, dass der Abschiedsschmerz nach zwei Wochen kommen kann, wollten wir nicht wahrhaben. Natürlich haben wir bemerkt, dass Zwergnase kuschelbedürftiger wurde und etwas unruhiger schlief und schneller zu uns ins Bett kroch. Aber egoistisch wie man als Eltern auch sein kann, kam mir die vermehrte Schmuserei eigentlich recht. Sie fühlt sich einfach so gut an.

Nach nur drei Stunden im Kindergarten ist Zwergnase fix und fertig und für den restlichen Tag kaum mehr zu gebrauchen. Große Aktivitäten? Lieber nicht. Der Mittagsschlaf wird zunehmend schwieriger, weil er oft so aufgedreht ist, dass Einschlafen unmöglich ist. Bei der Lautstärke, die dort herrscht, ja auch kein Wunder.

Und je mehr Tage vergehen, umso unruhiger wird der Schlaf. Er wälzt und dreht sich, spricht oder weint. Aber auch wenn er wach ist, fängt er urplötzlich zu weinen an, lässt sich nur schwer beruhigen und stößt nur ein "Mama? Kannst du mich trösten?" hervor, während ihn die Schluchzer durchschütteln.

Je mehr Tage vergehen, umso größer wird das Häufchen Elend, das Zwergnase umgibt. Er schleppt sich durch den Tag und man sieht ihm an, dass er am Ende seiner Kräfte ist. Er kann nicht mehr. Er braucht eine Pause. Er will nicht mehr der Junge sein, der schon so groß ist.

Die Schattenseite dieses Satzes, der ihn vor nur wenigen Wochen so stolz machte, hat er längst begriffen. Es ist halt was anderes, in Mamas und Papas Anwesenheit etwas alleine machen zu dürfen oder ohne Mama und Papa sein zu müssen. Daher scheint die Lösung des Problems sonnenklar. Dann bin ich halt wieder klein! Und so kann Zwergnase plötzlich nicht mehr laufen und will getragen werden, fällt von Stühlen und braucht unbedingt eine Windel. Nur große Kinder gehen aufs Klo und auf den Topf. "Ich bin nicht groß! Ich bin klein!" schreit er und blickt mich so finster an, dass mein Mutterherz in tausend Teile zerspringen möchte.

Ja, mein Schatz, du bist wirklich noch klein. Gerade zweieinhalb. Gut, dass wenigstens die Nachmittage und verlängerten Wochenenden uns gehören. Es tut mir leid, dich so früh in die Welt hinaus gestoßen zu haben. Sei dir wenigstens sicher, dass meine offenen Arme immer auf dich warten werden.

Kommentare

  1. Ohje... klingt, als stünden euch allen noch ein paar harte Wochen ins Haus.
    Durchhalten! ;)

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