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Wie wird das Kind sauber?

"Und? Ist er schon sauber?" - Eine Frage, dich ich seit einem halben Jahr etwa häufig zu hören bekomme und wahrscheinlich anderer Mamis genauso oft frage. Zwergnase ist zweieinhalb. Er macht auf Kommando in den Topf. Das war's. Meistens. Er ist viel zu sehr in sein Spiel vertieft, um es für einen Klogang zu unterbrechen. Wenn ich einen schlechten Tage habe, unterstelle ich ihm schlicht Faulheit.


Dabei habe ich gefühlte 100 Artikel dazu gelesen, dass das Sauberwerden von allein geht. Dass das Kind es einfach (ins Klo) macht, wenn es dazu bereit ist. Alle anderen Entwicklungsschritte müssten mich eigentlich beruhigen. Was hat man nicht alles versucht und getan, hat sich und dem Kind das Leben schwer gemacht und dann ging es wirklich von allein. Aus dem Becher trinken. Im eigenen Bett schlafen. Mit dem Laufrad fahren. Mit dem Löffel essen. Aus einer Wasserflasche trinken. Essen. Und trotzdem beiße ich mir auf die Lippe und denke mir, dass ich allmählich genug vom Windelwechseln habe und mein ansonsten aufgewecktes Kerlchen ja durchaus lichte Momente hat, in denen er Bescheid gibt.

Und dann war da der eine Vormittag, an dem er sich weigerte, sich eine Windel anzuziehen. Ich ließ ihn nackig in der Wohnung rumrennen, für seinen inzwischen dauerwunden Po, bei dem außer viel frischer Luft nichts mehr hilft, war mir das gerade recht. Was soll schon passieren, außer dass man vielleicht etwas putzen muss?

Wahrscheinlich habe ich ihn genervt. Ich habe alle halbe Stunde gefragt, ob er bieseln müsse. Vom alleine aufs Klo gehen keine Spur, aber das war meine Schuld. Das Klo ist für Zwergnase präpariert. Stufenhocker und Aufsatz zum Draufklettern. Das Töpfchen haben wir schon lange weggepackt. Er wollte aufs große Klo, wie Mama und Papa eben auch. Kann man wenigstens gleich spülen. Dass man als Erwachsener ab und an über den Thron stolpert, muss man eben in Kauf nehmen. Tatsächlich besuchte er das Örtchen ein paarmal. Ich weiß nicht, ob er jedes Mal erfolgreich war, ich habe ihn schließlich schon genug genervt. Wenn er ein Spiel daraus machen möchte, umso besser.

Das Spiel scheint darin zu bestehen, genau dann lauthals "I muss bieseln" zu plärren, wenn Mama beim Kochen gerade etwas in der Hand oder auf dem Herd hat, was man eigentlich nicht einfach zur Seite werfen oder stehen lassen sollte. Aber von nix kommt halt nix. Lieber verbranntes Essen als einen See auf dem Teppich? Scheint so. Das Kochen hat 2 Stunden gedauert. Mindestens. Gefühlt eher wie den ganzen Vormittag.

Als ich dann vor meiner Hackpfanne saß, Zwergnase zehn Mal drei Tropfen in das Klo fallen ließ, dachte ich eigentlich, dass ich jetzt ein paar Minuten hätte. Zwergnase hatte keinen Hunger und spielte. Ich hatte gerade die zweite Gabel voll geladen, als ich verdächtige Laute hörte. Pfff. Pfffffff. Pfffffffffffffff. Ich konnte mir ein Augenrollen nicht verkneifen und bevor ich fragen konnte, rief das Englein schon "MAAAAAMAAAAAA! Ich muss PUTTPUTT!". Die Gabel schepperte etwas auf dem Teller, das Hack verstreute sich daneben, ich stolperte fast über meine Beine, als ich nur rief "Lauf! Zwergnase! Lauf!" Was er dann zum Glück auch tat. Bis er fertig war, war das Essen kalt. Aber wir waren beide glücklich. Gegessen habe ich dann übrigens trotzdem. Als Mama verschiebt sich die Schmerzgrenze der Begleitumstände radikal. Wenigstens etwas.

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