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Ausschlafen am Sonntag


Sonntagfrüh. Es ist still. Ungewöhnlich still. Ich sehe auf den Wecker. 6.15 Uhr. Mit einem Schlag fällt es mir ein. Zwergnase ist nicht da. Er schläft auswärts, wir waren am Abend vorher aus. Mir entwischt ein genießerischer Seufzer, ehe ich die Augen schließe und mich wieder auf die Seite drehe. Schließlich muss man es ausnutzen, wenn mir Zwergnase nicht meine Brille auf die Nase drückt und an der Bettdecke zieht, weil es Zeit zum Aufstehen ist. Um 6 Uhr. Am Sonntag. (Was ist Wochenende eigentlich?)

Ich befinde mich in einem angenehmen Dämmerzustand und genieße die Ruhe. So eine Gelegenheit kommt so bald nicht wieder! Vor 10 Uhr stehe ich heute nicht auf! Nein! Ganz bestimmt nicht. Noch einmal tief durchschnaufen und dann gleite ich hinweg in das Land der Träume...

...ssssssssssssssssss. Ssssssssss. SSSSSSSSSSSSSSSS. Irgendwas kitzelt am Bein, das ich um die Decke geschlungen habe. Ein nervöses Zucken, dann ist wieder Ruhe. Ich wälze mich auf die andere Seite. Ssssssssssssssssss. Ein Schlag aufs eigene Ohr. Dieses Mistvieh habe ich jetzt bestimmt erwischt. Tief durchatmen und die Augenlider aufeinander pressen. Vor 10 Uhr stehe ich nicht auf!

Plötzlich ein lautes Klatschen, danach ein Fluchen. Dieses Mistvieh ist weiter gezogen und belästigt Papa Zwergnase. Aber nach mir die Sintflut! Wenn es um meinen Schlaf geht, bin ich Egoist. Soll sich Papa Zwergnase als Held beweisen und diesen Drachen mannhaft erlegen! Und wie es nun mal so ist, bestraft der Herr kleine Sünden immer sofort. Diese blöde Fliege landet direkt auf meiner Nase. Reflexartig greife ich hin, um natürlich keine Fliege zu erwischen, fahre in die Höhe und reibe, was das Zeug hält. Doch das Kitzeln will nicht verschwinden.

Als die Maschine den Kaffee ausspuckt, ist es 7.15 Uhr. Sonntagfrüh. Ausschlafen ist toll.

Bildnachweis: FreeImages.com / norriuke

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