Der Mieter muss weg!

Das kann doch echt nicht sein! Ungefragt stellen diese dreisten Mieter einfach ein Trampolin auf. Mitten in die Gegend, sodass die ganze Aussicht dahin ist. Wer darf das Ungetüm dann wegpacken? Natürlich. Der Vermieter. Denn der ist der Depp vom Dienst. Zu sagen hat er nichts, aber den Deppen kann er spielen. Eine Sauerei hoch drei ist das! Eine Unverschämtheit.

Mir geht das dermaßen gegen den Strich, dass ich das nicht auf mir sitzen lassen kann. Spätestens alle zwei Stunden werde ich aktiv und beseitige dieses lästige Netz. Wobei die ganze Sache ja schon etwas dubios ist. Nie sieht man jemand bei dem Teil, wirklich nie, doch wie von Geisterhand kommt es wieder. Aber natürlich nicht, wenn ich mich auf die Lauer lege. Keine Chance, da jemand zu erwischen. Da verkriechen sie sich in ihren Löchern und tun so, als wäre niemand zu Hause. Und ich? Ich ärgere mich! Von früh bis spät! Ja, ich weiß, damit tu' ich diesen Spinnen noch einen Gefallen. Aber nachts, da schlafe ich ruhig. Da lasse ich mich nicht ärgern. Da seh' ich ja auch nix. Da können die meinetwegen soviel Netze aufhängen, wie sie wollen. Das tun sie ja sowieso!

Aber letztens, da war Schluss mit lustig. Fristlose Kündigung! Bei der Räumung habe ich direkt geholfen. Auf der Stelle! Dieses Pack muss weg. Machen doch nur Arbeit! Gerade, als diese miese, kleine, pedantische Spinnerin aus ihrem Loch gekrochen kam, habe ich sie abgepasst und wie ein widerliches Insekt zerquetscht. Du kannst ja schließlich nicht einfach die Wohnung verwüsten, du musst schon warten, bis dieses Vieh von selbst hervor kriecht. Eine wahre Freude war das. So gut gelaunt bin ich schon lange nicht mehr zur Arbeit gefahren. Endlich freie Sicht im Seitenspiegel! Wie lange habe ich darauf gewartet!

Demnächst werde ich den Spinnen vom Küchenfenster kündigen. Vergasen werde ich die, jawohl! Ich habe es ja gut gemeint, das Netz immer wieder beseitigt, um ihnen im Guten zu zeigen, dass sie hier nicht willkommen sind. Dass sie sich doch besser woanders einquartieren. Aber nein, wer nicht hören will, muss fühlen. Rücke ich eben mit Insektenspray an, denn selbst das aggressivste Putzmittel hält sie nicht vom Netzbau ab. Vielleicht sollte ich es auch erst mit Einschüchterung probieren. Ich werde ihnen erzählen, was mit der Mieterin in meinem Seitenspiegel passiert ist. Dann gebe ich ihnen fünf Minuten zur Flucht und dann...

Bildnachweis: FreeImages.com / Mirek Komárek

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