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Würstlevakuierung


Es herrscht Ausnahmezustand. Heilig Abend ist nur noch zwei Tage entfernt, nach ihm werden die Geschäfte nie wieder öffnen. Bunkern ist angesagt. In jedem Zombiefilm geht es geordneter zu. Aber wir sind gerüstet. Ich war längst einkaufen. Lediglich die Würstl für Heilig Abend sind noch nicht im Haus. Mein Mann stellt sich tapfer seinem Auftrag: "Wahnsinn Weihnachten – Würstlevakuierung im Globus".

Chaos am Kreisverkehr, aggressives und abruptes Stehenbleiben und Anfahren der Weihnachts-Zombies. Erhöhte Kollisionsgefahr. Um unbemerkt zu bleiben, parkt er weit weg. Es gilt, jeden potenziellen Kontakt zu vermeiden. Ungezügelte Wutausbrüche der Zombies könnten ihn wertvolle Minuten kosten, die alles entscheiden könnten. Oberstes Gebot: Nicht mehr Risiko eingehen als notwendig.

Der Vorteil des Göttergatten: er braucht keinen Einkaufswagen, was ihm ein nahezu unsichtbares Agieren ermöglicht. Die Zombies wähnen sich hingegen mit ihnen in Sicherheit. Bilden sie doch einen Puffer gegenüber anderen Weihnachtswütigen, die Beute kann schnell gesichert werden und sie sind hervorragend als Rammböcke einsetzbar. Dafür nimmt man wohl die teilweise vorhandene Unhandlichkeit in Kauf.

Unauffällig, betritt er das Epizentrum des Wahnsinns. Zielstrebig steuert er die Metzgerei-Abteilung an, weicht verzweifelt umherirrenden Zombies elegant aus. Doch dann dringt er ins Zentrum vor. Zombies sind Fleischfresser. In einer großen Traube sammeln sie sich ungeduldig an der Fleischtheke, schreien durcheinander. Die Verkäuferinnen müssen darauf achten, nicht selbst augenblicklich verspeist zu werden. Ein kurzer Blick auf die Zombies und er aktualisiert sein Zeitfenster. Zeitverzögerung bei Einreihung unter den Zombies: mindestens 45. Das ist nicht annehmbar. Er steuert die Kühltheken zur Selbstbedienung an. Da liegen sie. Völlig verstört und ängstlich. Schnell nimmt mein Mann sie an sich. Jetzt nur noch durch die Kasse und die Operation "Wahnsinn Weihnachten - Würtslevakuierung" ist erfolgreich abgeschlossen.

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