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Das Hausschwein

Jedes Mal, wenn ich nach dem Mittagessen unter den Tisch schaue, erscheint mir ein Haustier erstrebenswert. Der Küchenboden wäre jederzeit krümelfrei, geradezu wie geschleckt. Freilich müsste man darauf achten, dass das Tierchen alles verträgt und Übergewicht soll es von den Portionen unter dem Tisch ja auch nicht bekommen. Mit so einem Tier übernimmt man schließlich Verantwortung.

Warum eigentlich nicht? Nach kurzen Recherchen bin ich los und komme mit Pumba wieder heim, unserem neuen Hausschwein, ein kleines Allesfresserchen.

Zunächst sitzt Pumba nur in der Ecke. Soll er sich nur eingewöhnen. Ich sichere derweil die Wohnung. Nicht, dass Pumba versehentlich irgendwelches kleinteiliges Spielzeug erwischt oder sich an herunterhängenden Kabeln zu schaffen macht. Da muss man schon vorsorgen. Man kann sich kein Haustier anschaffen und glauben, dass alles so weiterläuft wie bisher!

Schließlich ermuntere ich Pumba zu einer Erkundungstour. Seine Neugier ist geweckt. Zielstrebig läuft er auf …
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Finger weg

Wenn uns zuhause die Decke auf den Kopf fällt, weil es draußen regnet, hilft nur eins: Dann geh doch zu … zum Einkaufen! Irgendwas wird sicher immer knapp. Auch Einkaufen will gelernt sein. Ich würde ja gerne behaupten, dass ich eine der Mütter bin, deren Kinder brav neben dem Einkaufswagen hergehen, nicht quengeln und genügsam sind. Eine Mutter, die sanft Erklärungen abgibt, was nötig ist und was nicht, während die Kinder artig nicken und Methusalems Einsicht besitzen. Natürlich. Nicht.

“Können wir eine Breze haben?” heißt es schon, bevor wir überhaupt ein Wägelchen in Beschlag genommen haben. Zwergnase macht Produktvorschläge. Wird er eigentlich dafür bezahlt? Er sollte Marktschreier werden: “Schau mal, Mama, wie schön dieser Joghurt da verpackt ist! Den könntest du doch nehmen. Wie süß der Simba darauf aussieht!” Noch während er spricht, landet der 4er-Pack schon im Wagen. Naja, gut, wenns nun schon drin liegt und der Joghurt doch so süß verpackt ist...

Dein Wohlwollen wird umgehen…

Mach Mama müde

Endlich Sommerferien! Man wird die im Kindergarten durch soziales Lernen erworbenen Ungezogenheiten wieder los und man erlebt endlich wieder was. Spannung, Spaß und Spiel hilft gegen jegliche Art und jede Tonlage von "Aber Mama, mir ist langweilig!" Zum Beispiel im Vergnügungspark.
In aller Frühe zieht man sich also viel zu viele Kleidungsschichten an, um für jedes Wetter gewappnet zu sein, packt Proviant ein, für den keine Zeit sein wird und erklärt dem aufgeregt herum hüpfenden Kind, dass es wegen der vielen Leute im Park nicht weglaufen soll. Das Kind nickt artig und läuft schon mal voraus ins Auto. Ähm ja.
Der Parkplatz ist der point of no return. Wenn du aus dem Auto steigst, gibt es kein Zurück. Sobald die ersten Fahrgeschäfte in Sicht sind, scheint der Kopf deiner Kinder vor Freude zu explodieren. "Mama! Schau! Damit will ich fahren!" Während Mama sich noch über ihre brillante Ausflugsidee freut, schlängelt sich der 5-Jährige durch die Leute. Nur sein Ziel…

Die Kunst der Diplomatie

Mein größter Kritiker ist mein Sohn. Als echter Niederbayer ist er sparsam mit Lob, dafür deutlich in der Kritik. Ich bin ehrgeizig. Nachdem die grünen Muffins eindeutig durchgefallen waren, heute ein neuer Versuch. Eine kurzzeitige geistige Umnachtung ließ mich glauben machen, dass Pizzaschnecken doch eine lustige Idee seien.

Schon im Hausgang schnüffelt er misstrauisch. "Was stinkt hier denn so schrecklich? Mama! Was hast du da gekocht?!" Beim Blick auf den Teller wandert eine Augenbraue nach oben. "Ich hab dir nie gesagt, dass ich das essen mag!", wirft er vorwurfsvoll in den Raum.

"Jetzt probier doch erst einmal!" Aufmunternd schiebe ich ihm seinen Teller zurecht. Ein tiefer Schnauferer, widerwillig beißt er ab, kaut sehr ausgiebig und schluckt den Bissen angestrengt hinunter.

Ich traue mich kaum nachzufragen, scheine jedoch einen sehr erwartungsvollen Blick aufgesetzt zu haben, den mein Sohn nicht enttäuschen will.

Er tätschelt mir den Arm tröstend. …

Zurück in die Zukunft

“Wir wollen mit Ihnen über Ihre Zukunft sprechen! Wie sieht die aus…?”, schalmeit es durch die Sprechanlage. “Blendend!”, entgegne ich und verabschiede die beiden Damen mit verdächtigen Broschüren in den Händen und einem Gesichtsausdruck, der dem Leiden Christi alle Ehre macht. Der Staubsauger-Vertreter ist den beiden zuvor gekommen. Auch der wollte mit mir über meine Zukunft sprechen. Das Saug-Wisch-Kombi-Dingens würde alles revolutionieren! Ein paar Tage zuvor versicherte mir der Kundendienst meiner Küchengeräte, dass ich mit der Marke in die Zukunft investiert hätte. Wer wollte schon ohne leben?

Scheinbar weiß jeder über meine Zukunft Bescheid. Eines haben alle gemeinsam. Alle malen sie ein Bild des Verderbens, der Schuld, des Mangels, Unzufriedenheit, Krankheit und Tod. Die Angst vor der Zukunft ist ein Bombengeschäft, das boomt. “Denken Sie auch an morgen!”, sagen Versicherung und Bank. Hauptsache, du gibst Geld aus, um das drohende Unheil abzuwenden. Alles für die Gesundheit und …

Das elterliche Meisterstück

“Der Fernseher bleibt jetzt aus!” Entschieden lege ich die Fernbedienung in die Schublade. “Aber Mama!” Fassungslosigkeit macht sich bei Zwergnase breit, Goldlöckchen zeigt protestierend mit dem Zeigefinger auf das Gerät, während sie das Gesicht kraus zieht. Aber ich bleibe konsequent und der Fernseher aus. Ich muss ein Grinsen unterdrücken, als Zwergnase schmollend in sein Zimmer stampft, während seine Schwester ihm ebenso energisch folgt. Zu seinen Entscheidungen zu stehen ist das A und O der Erziehung! Jawohl!

Ich erledige etwas Hausarbeit und freue mich, dass die beiden so einträchtig miteinander spielen. Im Kopf gewinne ich pädagogisches Bullshit-Bingo: Man muss Langeweile auch mal aushalten können - das fördert die Kreativität! Allerdings… Etwas verdächtig ist es schon, dass so gar nichts nach außen dringt. Die beiden Frühaufsteher werden doch nicht eingeschlafen sein?

Leise öffne ich die Tür, um meine beiden Engelchen nicht zu wecken. Doch das Bett ist leer. Stattdessen strahlt …

Auf der Suche

Jeder Mensch ist auf der Suche. Andere Leute suchen ihren Seelenverwandten, den Partner fürs Leben, das kleine und das große Glück. Manch einer sucht sich selbst oder den Sinn des Lebens. Ich bin auch auf der Suche. Ständig. Ich suche die wirklich wichtigen Dinge im Leben. Ich suche zum Beispiel Karl-Heinz.

Karl-Heinz ist ein achtzig Zentimeter großer Plüschhase, den mein 92 Zentimeter großes Goldlöckchen an seinen Schlappohren hinter sich herzieht, wenn sie ins Bett geht. Ohne Karl-Heinz geht nichts. Eltern brauche ich die Folgen nicht zu erläutern, wenn der Herr wieder mal abgängig ist. Es muss Karl-Heinz sein und kein anderer. Ist er verschwunden, hilft sie tatkräftig bei der Suche. Goldlöckchen geht in die Knie, hebt den Spieleteppich an, schaut drunter und ruft “Heinse?” Überrascht, nicht erfolgreich gewesen zu sein, lässt sie den Teppich wieder fallen und zuckt mit den Schultern: “Nimma da!” Dann eilt sie mit Feuereifer zum nächsten Versteck, um den Vorgang zu wiederholen.

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