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Führerschein im Lotto

Ich stehe an der grünen Ampel. Hinter mir ein Hupkonzert, anschwellende Halsadern, eindeutige Gesten, rote Köpfe. Vor mir allerdings dasselbe. Die Kreuzung ist verstopft, nichts geht mehr. Die Ampel wird rot. Der Verkehr fließt ab, in der nächsten Grünphase ist von dem Chaos nichts mehr zu sehen.

Ich biege auf einen kleinen Parkplatz ein. Es gibt nicht viele Plätze. Doch ich habe Glück. Am Ende parkt gerade jemand aus. Ich warte. Im Rückspiegel sehe ich, dass zwei weitere Fahrzeuge wegfahren. Ehe ich mich entscheide, einen der beiden Parkplätze zu nehmen, parkt ein schwarzer SUV mittig ein. Der Autofahrer dahinter gestikuliert wild, steigt aus und schimpft. Die Fahrerin interessiert es nicht. Mit fetter Sonnenbrille stakselt sie auf ihren Heels davon. Vielleicht hat sie ja die Parkscheibe vergessen, schießt es mir durch den Kopf, so als ausgleichende Gerechtigkeit. Ich parke ein, erledige meinen Termin.

Es wird so spät, dass ich Zwergnase direkt vom Kindergarten abhole. Vor dem Trepp…
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Das erste Mal

Die Aussicht auf rohen Fisch mit Reis und salziger Sojasauce versetzt mich nicht gerade in ekstatische Verzückung. Deshalb ernte ich regelmäßig ungläubige Blicke dafür, mit guten 30 Jahren noch nie Sushi essen gewesen zu sein. Allerdings bin ich stets offen für Neues und so bin ich nun keine Sushi-Jungfrau mehr.
Ich bin froh, erfahrene Begleitung um mich zu haben, denn die Speisekarte besteht aus einem blinkenden Bahnhofsschild. Ich verlasse mich auf die anderen. Zur Vorspeise gibt es edamame, gekochte grüne Sojabohnen mit Salz. Ungläubig starre ich auf das kleine Schälchen, die grünen Dinger locken mich so gar nicht. Tatsächlich schmecken sie aber sehr lecker. 
Als verschiedene Sushi eindrucksvoll auf einem Holzschiff serviert werden, muss ich mich den Essstäbchen stellen. Geduldig zeigen mir meine Begleiterinnen immer wieder, wie ich sie halten muss. Doch ich schaffe es nicht. Immer wieder rutscht mir eins aus der Hand oder ich verkrampfe dermaßen, dass ich sie nicht bewegen kann. Als…

Bella Italia

Ich könnte heulen. Als mich mein Mann ins Auto gesetzt hat, habe ich Zwergnase verstanden, wenn er noch nicht nach Hause will. Ich musste mich wirklich sehr zusammenreißen, nicht laut „ICH WILL ABER NICHT!“ zu schreien. Vielleicht hätte ich mich auch auf dem Boden gewälzt. Unser erster Familienurlaub in Italien war viel zu schnell vorbei. Dabei war er mit einem 4-Jährigen nicht immer einfach.
Zwergnase wusste nicht, wo ihm der Kopf stand. Er schoss durch die Gegend wie ein nervöses Eichhörnchen, ohne rechts und nach links zu sehen. Und zwar überall, nicht nur am Strand. Auch im Speisesaal des Hotels. Was wurden da Kaffeetassen von den Gästen und Teller von den Kellnern ausbalanciert, ausgewichen und zur Seite gehüpft, wenn unser Energiebündel nicht zu halten war. Im Restaurant versuchte Zwergnase gegen den hohen Geräuschpegel von Gesprächen und Geschirrgeklapper anzukommen, am Strand gegen Wellenrauschen, Gekreische der Möwen und spielende Kinder. Wir haben ein sehr lautes Kind mit n…

Schadensbegrenzung

Eine entfernte Kusine von mir ist Mama von zwei Jungs. Es war mir unerklärlich, warum die Eltern die beiden schon beim kleinsten Muckser ermahnten und zurechtwiesen. Die Jungs waren artig und folgsam, die Strenge fand ich – kinderlos – übertrieben.
Dann kam Zwergnase. Er erinnert mich an Michel aus Lönneberga. Oft hegt er die besten Absichten und es geht alles schief. Mit der Zeit bekommt man ein Gespür für den Tatendrang des Nachwuchses. Anders als dieser entwickelt man auch eine Weitsicht für den größten anzunehmenden Unfall. Aufgeschlagene Knie, blaue Flecke, zerbrochene Gläser oder kaputtes Spielzeug. Meistens.
„Zwergnase, pass auf!“, „Lass das!“, „Da steht noch was!“, „Steig da nicht drauf!“, „Hör auf zu zappeln!“ oder „Leg das wieder hin!“ höre ich mich im Minutentakt sagen, um kleinere und größere Schäden zu verhindern. Meine eigene Stimme nervt mich selbst. „Schimpf doch nicht immer“, meinen sie dann, die Omas und Opas, die Tanten und Onkeln. Bis die Smarties durch die Gegend…

Wir brauchen keinen neuen Grill!

Mein Mann ist ein wahrer Fleischesser. Da kann es schon mal sein, dass er im Februar bei 12 °C den Grill abstaubt und sein Zubehör säubert, damit wir im Fall des Falles ohne Verzug loslegen können. 
Am ersten warmen Tag in diesem Jahr stand er mit runzeliger Stirn auf dem Balkon. Neben der schneeweißen, frisch gestrichenen Hauswand den Holzkohlegrill anwerfen? Keine gute Idee. Es dauerte nicht lange, bis er das Gespräch sucht. Es ist definitiv keine Option, den Grill im Garten aufzustellen und mit dem Fleisch durch das ganze Haus zu tanzen. Genausowenig trage ich die Gartenmöbel und sämtliches Geschirr durch das Haus, um im Garten zu essen. Außerdem ist es kein richtiges Grillen, wenn frau dem Grillmeister keine Belehrungen wie "Dreh es nicht so schnell um!", "Soll schon gut durch sein!" oder "Pass auf, dass du es nicht verkohlst!" um die Ohren hauen kann.
Der Göttergatte hatte auch eine schnelle Lösung parat. Von einer einschlägigen Grillmarke aus den US…

So a saudummer Dog

Es sind Tage wie diese, an denen man morgens schon froh ist, wenn man abends wieder im Bett liegt. An denen dir morgens das Genick schon weh tut, weil du dich in der Nacht verlegen hast. Da reckt man den Hals noch hin und her, als herzzereißendes Geschrei für einen weiteren Verreißer sorgt, so schrecke ich hoch. Apfelbäckchen brüllt, dann brüllt Zwergnase, weil Apfelbäckchen brüllt. Er wollte doch nur mit ihr spielen - und sie vermutlich noch ausschlafen. Sei's drum, das entlockt mir lediglich einen Seufzer. Deshalb ist der Tag noch nicht verloren.
Nicht viel später schalte ich die Kaffeemaschine ein, ein blaues Blinken zeigt an, dass sie vorheizt. In der Zeit bereite ich die Flasche für Apfelbäckchen zu. Das Blinken erlischt und ich drücke die Taste für einen starken Kaffee. Dumm nur, dass ich die Tasse unter dem Auslass vergessen habe. An dieser Stelle hätte ich einfach alles stehen und liegen lassen und zurück ins Bett kriechen sollen.  Allerspätestens, als bei einem Rülpser vo…

Dino Expo XXL in Deggendorf

Gestern und heute gastiert die Dino Expo XXL auf dem Festplatz in Deggendorf. Mit einem großen kleinen Dinofan zuhause überlegt man natürlich, ob sich ein Besuch lohnt. Die Bewertungen auf Facebook sind allerdings nicht gerade berauschend. Vor allem der Preis wirkt abschreckend. Wer nicht über eine Sonderkarte verfügt, zahlt für einen Erwachsenen 9 Euro und für Kinder 8 Euro, vergünstigt kostet der Eintritt 6 Euro. Die Ausstellung öffnet um 11 Uhr und schließt um 18 Uhr.
Geboten werden Nachbildungen der einschlägigen Dinoarten, die allen Eltern von interessierten Kindern bekannt sein dürften, etwa der T-Rex und ein Spinosaurier, ein Parasaurolophus und ein Triceratops. Es gibt Dinos zum Herumklettern, einen Sandkasten, in dem nach Knochen gegraben werden kann, einen T-Rex-Kopf in Originalgröße, zwei Urwaldwelten, ein Infozelt, in dem eine Doku abgespielt wird und Miniaturskelette ausgestellt werden sowie viele Sachtexte und Bilder. Weiterhin gibt es einen Verkaufsstand mit überteuerte…