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So a saudummer Dog

Es sind Tage wie diese, an denen man morgens schon froh ist, wenn man abends wieder im Bett liegt. An denen dir morgens das Genick schon weh tut, weil du dich in der Nacht verlegen hast. Da reckt man den Hals noch hin und her, als herzzereißendes Geschrei für einen weiteren Verreißer sorgt, so schrecke ich hoch. Apfelbäckchen brüllt, dann brüllt Zwergnase, weil Apfelbäckchen brüllt. Er wollte doch nur mit ihr spielen - und sie vermutlich noch ausschlafen. Sei's drum, das entlockt mir lediglich einen Seufzer. Deshalb ist der Tag noch nicht verloren.
Nicht viel später schalte ich die Kaffeemaschine ein, ein blaues Blinken zeigt an, dass sie vorheizt. In der Zeit bereite ich die Flasche für Apfelbäckchen zu. Das Blinken erlischt und ich drücke die Taste für einen starken Kaffee. Dumm nur, dass ich die Tasse unter dem Auslass vergessen habe. An dieser Stelle hätte ich einfach alles stehen und liegen lassen und zurück ins Bett kriechen sollen.  Allerspätestens, als bei einem Rülpser vo…
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Dino Expo XXL in Deggendorf

Gestern und heute gastiert die Dino Expo XXL auf dem Festplatz in Deggendorf. Mit einem großen kleinen Dinofan zuhause überlegt man natürlich, ob sich ein Besuch lohnt. Die Bewertungen auf Facebook sind allerdings nicht gerade berauschend. Vor allem der Preis wirkt abschreckend. Wer nicht über eine Sonderkarte verfügt, zahlt für einen Erwachsenen 9 Euro und für Kinder 8 Euro, vergünstigt kostet der Eintritt 6 Euro. Die Ausstellung öffnet um 11 Uhr und schließt um 18 Uhr.
Geboten werden Nachbildungen der einschlägigen Dinoarten, die allen Eltern von interessierten Kindern bekannt sein dürften, etwa der T-Rex und ein Spinosaurier, ein Parasaurolophus und ein Triceratops. Es gibt Dinos zum Herumklettern, einen Sandkasten, in dem nach Knochen gegraben werden kann, einen T-Rex-Kopf in Originalgröße, zwei Urwaldwelten, ein Infozelt, in dem eine Doku abgespielt wird und Miniaturskelette ausgestellt werden sowie viele Sachtexte und Bilder. Weiterhin gibt es einen Verkaufsstand mit überteuerte…

Shoppingtour

Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich mit Vorliebe online shoppe. Das hat verschiedene Gründe. Abends auf der Couch quengelt mir kein Kind ins Ohr, läuft davon, betatscht und begrapscht alles, braucht ein Klo, will ein Spielzeug haben oder findet Kleidung probieren langweilig. Ich brauche die Kinder erst gar nicht anziehen und ins Auto packen, keine Tasche mitschleppen, mit dessen Inhalt wir drei Tage in völliger Abgeschiedenheit überleben könnten, ich brauche keinen Parkplatz suchen und bezahlen.
Dennoch war ich vor kurzem mit meiner Mutter shoppen. Die Kinder habe ich dem Mann aufs Auge gedrückt und dann sind wir nachmittags in die City. Wir brauchten Kleider für einen festlichen Anlass. Da sind wir penibel, da wollen wir den Stoff sehen und fühlen, die Qualität vorab prüfen. Außerdem fallen die Größen bei Abendkleidern so unterschiedlich aus, dass es ohne Anprobieren nicht geht.
Im einschlägigen Bekleidungsgeschäft in der Deggendorfer Einkaufspassage Degg's stehen wir in der e…

Das Muttertagsessen

Wenn unsere Familie für den Muttertag plant, geht das meistens schief. So saßen wir beispielsweise bei 15 °C, Nieselregen und eisigem Ostwind mutterseelenallein in einem Biergarten, weil es bestimmt noch aufreißt. Ein anderes Mal wollten wir zuhause grillen, denn am Muttertag ins Restaurant zu gehen, ist ja blanker Irrsinn, selbst wenn man nicht unter aufgespanntem Regenschirm im Biergarten sitzt. Saßen wir eben bei aufgespanntem Schirm auf der Terrasse. Dieses Mal war es nämlich nicht kalt, sondern schwülwarm. Es kam, wie es kommen musste. Pünktlich zum Essen ein Donnerschlag, ein Wolkenbruch und Wind von der Seite. Dazu ein Temperatursturz von gefühlten 20 °C.  1. Akt: Restaurantbesuch am Muttertag Nach unseren ganzen Pleiten, Pech und Pannen haben wir uns angewöhnt, eine Woche vor oder nach dem Muttertag zum Essen zu gehen. Doch da die Wettervorhersage auf keine Ostwinde, Temperaturstürze oder Regengüsse hinwies, wollten wir dieses Jahr unser Glück wieder einmal versuchen. Normaler…

Das neumoderne Glump

Als ich mein erstes Handy haben wollte, erklärten mir meine Eltern, dass mein Vater meine Mutter noch von der Telefonzelle aus anrufen hätte müssen und sie sich auch verabreden hätten können. Der eingeschnappte Gymnasiast antwortete mit einem Unfug wie "Das einzig Beständige ist die Veränderung!" und knallte mit den Türen. "Wir haben das nicht gehabt und ging trotzdem!", wusste auch die Oma. Ein Standardsatz, der einen regelmäßig mit den Augen rollen ließ. Heute weiß ich, dass ich meinen Kindern unter Begleitung eindrucksvoller lautlicher Imitation erklären werde, wie man sich einst mit einem Modem ins Internet einwählen musste. Denn auf einmal war er da, der Gedanke, dass man dieses neumoderne Glump nicht braucht und das Altbewährte genauso gut, wenn nicht sogar besser gewesen sei. 
Andächtig standen wir nämlich in der Vorführküche des Möbelhauses und ließen uns blenden, wie schnell der ultramoderne Induktionsherd mit Touch-Bedienfeld einen Topf mit Wasser aufkoch…

Das Einschlafritual

Die Erziehungsratgeber sind sich einig. Kinder brauchen einen festen Rahmen, in dem sie sich wohlfühlen, der ihnen Sicherheit und Geborgenheit schenkt. Es geht nichts über Rituale. Nun macht man gerne den Fehler, dass man sich als Eltern ein Einschlafritual zurechtlegt, ohne das Kind in die Überlegung miteinzubeziehen. Dieses hält in aller Regel vom Bilderbuchritual, bestehend aus einem Gute-Nacht-Kuss auf die Stirn und anschließendem seligen Augenschließen, allein im eigenen Bett, nichts. Also so gar nichts. Unsere Einschlafroutine möchte ich im Folgenden schildern. Realitätsnah und erprobt, ohne irgendwelche klugen Ratgeber. Ich schicke voraus, dass es sich um ein sehr brauchbares Ritual handelt. Am Ende schläft das Kind nämlich immer. 
Das Ritual beginnt mit Apfelbäckchens Positionierung auf der Wickelkommode. Vor der Nacht gibt es selbstverständlich eine frische Windel. Zumindest ist das das Ziel. Denn kaum berührt der Rücken die Auflage, ist dies das Zeichen für Apfelbäckchen, di…

Die Abenteuer der Beikost

Bei Zwergnase las ich einmal in einem Ratgeber, dass man sich für die Einführung der Beikost Zeit nehmen solle. Damit war nicht das Alter des Kindes gemeint, sondern der Moment des ersten Breis. Man solle sowohl das Kind als sich selbst kleckersicher anziehen. Für Zwergnase hatte ich Ganzkörperätzchen aus Plastik besorgt, die nun ihren zweiten großen Einsatz haben sollten. Bei Zwergnase haben wir sie ohnehin kaum verwendet. Warum war das noch gleich? Man vergisst ja so schnell!
Das Plastiklätzchen findet Apfelbäckchen ziemlich spannend. Wie das raschelt! Halt, Mama! Ich will auch mal! Sie zupft und rupft, was das Zeug hält und schaut mich gar nicht an, weil das Plastikgeraschel so interessant ist. Am Ende hat sie es so weit runtergezogen, dass sie ihre Arme nicht mehr frei bewegen kann und beginnt zu schimpfen. Lätzchen aus, Ärmelchen zurück. Einsatz von normalen Lätzchen und Geschirrtuch. Die Erinnerung kommt wieder. "Naaaa, ein Löffelchen für Maaaamaaaa...!" Nein, der Löff…