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Der Neue, die Notaufnahme & Ich

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Ich schwöre, ich mache so etwas nicht mit Absicht, um hier Geschichten einstellen zu können. Ich bin wirklich so ein Tollpatsch. Im Nachhinein muss man wirklich sagen, dass wir dieses Wochenende, an dem meine Schwester uns ihren neuen Freund vorstellte, nie vergessen werden.
Als Zwergnase Mittagsschlaf hielt, schob ich Aufbackbrötchen fürs Freibad in den Ofen und hiefte die 4-Kilo-Wassermelone aus dem Kühlschrank auf das Schneidebrett. Welch ein Glück, dass ich mir bei IKEA einen geeigneten Säbel besorgt hatte. Ich drehte die Wassermelone und setzte das Allzweckmesser an. Gar nicht so leicht, sie mit der einen Hand richtig in Position zu halten, so dass sie nicht wegrollt. Ah, den Finger nehm' ich da besser weg, sonst ist er ab. Jetzt oder nie! Beherzt stach ich zu. Die Schale knackte ein wenig und dann glitt das Messer wie Butter durch die Frucht. In mundgerechten Stücken wanderte die Melone in die Kühltasche. 
Inzwischen waren auch die Brötchen fertig. Hm, fast etwas kross gewo…

Was will die fremde Frau von meinem Kind?

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Zwergnase hat sich eine von diesen langen Spritzpistolen aus Schaumstoff geholt. Immer wieder zieht er sie auf und schießt Wasser damit nach oben. Er will sehen, wie hoch die Wassersäule steigt, versucht den Kopf der Dusche treffen, versucht zwischen die Spalten im Pflaster zu zielen, gießt die vertrockneten Sträucher rund um den Kinderbereich. Er pumpt das Wasser nach oben, versucht sich von den herabfallenden Wassertropfen treffen zu lassen. Zwergnase hat sichtlich Spaß, während er durch die Gegend läuft und mit dem Wasser experimentiert. Wenn ich ihn hinter einem Strauch nicht sehe, sehe ich eine Wasserfontäne. Es ist eine Freude, ihm zuzusehen.
Plötzlich erscheint eine Frau in meinem Blickfeld, hält zielsicher auf Zwergnase zu,  beugt sich zu ihm herunter und spricht ihn an. Sie unterhält sich einige Minuten mit ihm, Zwergnase tritt von einem Fuß auf den anderen, blinzelt gegen die Sonne nach oben, hört aufmerksam zu. Dann geht sie weiter, ins Becken hinein zu ihrer Tochter, so wie…

Warum Mamas Auto nicht in die Garage darf

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Wir haben eine Garage. In der steht immer das neuere Auto, um es vor Hagel, Vogelkacke, Mardern oder sonstigen unliebsamen Einflüssen zu schützen. Zuerst war das meins, dann hat Papa ein neues bekommen. Wenn der Nasenpapa arbeiten ist, könnte ich die Garage nutzen. Aber dafür bin ich zu bequem. Nur im Sommer ist das anders. Mein Auto steht direkt in der Sonne und mutiert innerhalb von Minuten zum Schnellkochtopf. Sich mit Kind in ein völlig überhitztes Auto zu setzen, wenn das nicht sein muss, wäre  selten dämlich. So gut ist die Klimaanlage auch wieder nicht. Ich parke mein Auto in der Garage, um es kühl zu halten.
So der Plan, der die letzten drei Jahre auch wunderbar funktioniert hat. Doch nun hat Zwergnase ein Wörtchen mitzureden.  Er bekommt einen ausgewachsenen Wutanfall mit Schreien, Zetern und Weinen, als wir vom Kindergarten nach Hause kommen, ich das Auto abstelle, die Garage öffne und das Auto hineinfahre. "Aber da steht doch Papas Auto drin!", schluchzt er.

Ruhig …

Wie eine Schnecke das Kindergartenfest beinahe scheitern ließ

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Schnecken. Man möchte nicht glauben, wo man überall auf Schnecken stößt. Schnecke ist allerdings nicht gleich Schnecke. Mit Nacktschnecken hat Zwergnase Mitleid. Arme, obdachlose Kreaturen. Doch ob mit oder ohne Eigenheim, in seinem Sandkasten hat keine etwas verloren. Mama muss alle mit einer Sandschaufel in den nächsten Busch evakuieren. Zum Glück leben wir nicht in Frankreich. Denn Schnecken kann ich ihm nicht schmackhaft machen. Das heißt... ganz stimmt das auch wieder nicht, aber dazu später mehr. Dass Schnecken das Sommerfest des Kindergartens bedrohen könnten, hätte ich keinesfalls gedacht.
Dabei war Zwergnase so aufgeregt und wollte sein selbst gebasteltes T-Shirt auf keinen Fall ausziehen, als ich ihn mittags abholte. Überhaupt konnte er doch gar nicht nach Hause! Heute war doch Sommerfest und alle sind da! "Und Mama, was ist, wenn ich nicht da bin?", schluchzte meine Drama-Queen beim Schuheanziehen in der Garderobe. Gut, dass ich den Papa-Trumpf in der Tasche hatt…

Wo ist Uropa? - Was soll mein Kind glauben?

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Zwergnases Uropa ist im Februar gestorben. Wie erklärt man den Tod einem Dreijährigen, wenn man ihn doch selbst kaum fassen kann? Ich kann ihm schlecht sagen, dass er das selbst entscheiden soll, wo Uropa ist. Denn Zwergnase will jetzt wissen, warum er nicht mehr in seinem Bett liegt und mit ihm Späße treibt. Ohne irgendwelche Fachartikel zu wälzen, habe ich mich für die Variante entschieden, die auch für mich am tröstlichsten ist.

Uropa ist jetzt im Himmel. Er passt von dort auf uns alle auf.  Vor kurzem waren wir auf dem Friedhof. Er hat das Foto auf dem Kreuz wieder erkannt. Es ist dasselbe, das auch zuhause auf dem Schrank steht. Ich habe ihm nicht erklärt, was sich tatsächlich im Grab befindet. Ich will keine Alpträume und Ängste auslösen.

Der Friedhof ist ein Ort, an dem man die Gestorbenen besuchen und an sie denken kann.
Obwohl wir es bei der Taufe bezeugt haben, so haben wir uns noch nicht mit der religiösen Erziehung unserer Kinder auseinandergesetzt. Wahrscheinlich sind wir a…

(K)eine Reise nach Italien

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Zwergnase ist nun fast 3 1/2 Jahre alt. Das letzte Mal waren wir in Urlaub, als er unterwegs war. Damals ging es nach Riccione in Italien. Wir hatten uns in einem eher unscheinbaren, aber komfortablen Hotel eingemietet, waren täglich am Strand und flanierten abends die Shopping-Meile entlang. Wir haben La Dolce Vita genossen.

Bisher konnten wir uns nicht zu einem Urlaub mit Kind überwinden. Was wir da alles mitnehmen hätten müssen. Verpflegung, Windeln, Kuschelwindel, den gesamten Kleiderschrank, Spielzeug, Kinderwagen. Ein Umzug wäre nicht weniger Aufwand gewesen. Und der Urlaub selbst? Entspannt auf der Liege gammeln? Eher nicht. Ihm hinterher zu rennen hätte sich damit abgewechselt, ihn zum Schlafen zu bewegen. Zuhause lief es hingegen einfach. Eine angenehme Routine, die wir nicht aufgeben wollten.

Ich sitze entspannt auf unserer Decke im Freibad, schaue ihm zu, wie er mit den anderen Kindern im Planschbecken spielt und denke über einen Urlaub nach. Dieses Jahr hätten wir mit Zwe…

Shiva - Ein Stück Indien in Deggendorf

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Kennt ihr die? Diese dürren, hochnäsig drein schauenden Püppchen von Kellnerinnen, auf deren Gnade man angewiesen ist, wenn man eine Bestellung aufgeben will? Die ein Augenrollen nicht immer unterdrücken können und denen man es so richtig anmerkt, dass sie eigentlich ganz woanders sein wollen? Im Shiva in Deggendorf gibt es die nicht.

Ich war noch nie indisch essen und deshalb konnte ich mir gar nichts darunter vorstellen, als uns Freunde vorschlugen, doch mal den neuen Inder in der Pfleggasse auszuprobieren. Schon auf der Straße nahmen wir den von orientalischen Gewürzen durchwirkten Duft der für uns fremden Küche wahr. Ein freundlicher Kellner führte uns zu einem lauschigen Plätzchen im hellen Wintergarten. Die Tische sind schon voreingedeckt, die Einrichtung strahlt eine Wärme aus, die gleichzeitig modern wirkt. Dezente indische Deko-Artikel runden das Ambiente ab.

Zum Studieren der Speisekarte brauchte ich meine Zeit. Die Namen der verschiedenen Gerichte sagten mir nichts, ich mu…