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Schuhkauf für Fortgeschrittene

Zwergnases Zeh schnappt frische Luft. Direkt durch ein Loch des rechten Hausschuhs. Also ab ins Schuhgeschäft. Goldlöckchen staunt vor der Regalwand. Eine Mädchen eben. Zwergnase zählt mir auf, welche Superhelden auf den Schuhen sein sollen. Ein Junge eben. Der Göttergatte trottet missmutig hinter mir her. Ein Mann beim Shopping eben. Ich wiege verschiedene Hausschuhe für Zwergnase in der Hand. “Die will ich aber nicht!”, quäkt es plötzlich hinter mir. “Aber die sind doch schön”, entgegne ich. “Ich will welche mit Paw Patrol!” Das habe ich befürchtet. Ich habe längst gesehen, dass es keine Fellfreunde in der passenden Größe gibt. “Da sind doch gar keine Superhelden drauf!”, beschwert er sich. Ein Problem, das nur Eltern in ihrer Gänze erfassen können. Der Göttergatte sieht gelangweilt nach Goldlöckchen. Schließlich ist Zwergnase mit den Hausschuhen ohne Superheld einverstanden, wenn er im Gegenzug Sneaker wie sein Papa erhält. Puh. Ein Glück.
Wo bleibt eigentlich der Göttergatte? Der…
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Was Gender-Wahnsinn und Weltfrauentag gemeinsam haben

Ich kann nicht anders. Bei Gender-Wahnsinn und Weltfrauentag muss ich mit den Augen rollen. Selten werden Ressourcen so sinnlos verballert wie bei diesen beiden Themen, vor allem Zeit und gesunder Menschenverstand. Ich will behaupten: Die Diskussion beider Themen verfehlt nicht nur das Ziel von mehr Gleichberechtigung, sie schadet ihm sogar.
Die Befürworter der sprachlichen Akkuratheit, bei der sich niemand mehr sicher sein kann, nun wirklich politisch korrekt formuliert zu haben, argumentieren damit, dass Sprache und Gedanken Realität schaffen. Nur wer beide Geschlechter oder wieviele auch immer anspreche, sorge dafür, dass diese nebeneinander gleichwertig auftreten und Diskriminierung keine Chance habe. Doch ist es nicht viel mehr so, dass das ständige Gerede von Ungerechtigkeit, Diskriminierung und Ausgrenzung gerade dazu führt? Dass durch das penible Auseinanderdröseln aller möglichen Eventualitäten erst Gruppen von Menschen geschaffen werden, denen durch diese Formulierungen eine…

Was für ein Theater - Wie Eltern das Geld aus der Tasche gezogen wird

Wenn man Kinder hat, ist man immer auf der Suche nach neuen Unternehmungen. "Man will den Kindern ja was bieten" heißt es da. Man weiß zwar auch, dass man dafür nicht zwingend Geld ausgeben muss, die lieben Anbieter aber alles dafür tun, um mit den dummen Eltern ihren Reibach zu machen. Kommt mir jetzt nicht mit "Die müssen ja auch von was leben", "Die haben Kosten und Auslagen!", "Aber das ist doch schön gemacht!" So ein Käse. In den allermeisten Fällen zahlt man überteuerte Preise für eine miese Gegenleistung. Davon will ich erst gar nicht anfangen, dass Süßigkeiten, Luftballons und Souvenirs strategisch so platziert sind, dass man entweder noch mehr Geld da lässt oder aber sein erzieherisches Können beim Wutanfall des Kleinkindes unter Beweis stellen darf.
Natürlich war Zwergnase begeistert, als er die Ermäßigungskarte für das Puppenspiel "Ritter Rost und das Gespenst" aus dem Kindergarten nach Hause brachte. Einen Euro würde man s…

Biene sticht Bauer - Gedanken zum Bürgerbegehren

"Rettet die Bienen!" - Wer will das nicht? Das muss man den Initiatoren lassen. Indem sie die arme kleine Biene Maja auf ihrer Klatschmohnwiese bedrohen, nimmt man allen Gegnern den Wind aus den Segeln. Wer Kritik am Gesetzesentwurf äußert, wird (vor allem in den sozialen Medien) schnell ausgehebelt: "Also willst du, dass die Bienen aussterben?" "Nein, natürlich nicht!" "Also musst du unterschreiben!" Bäm. Ende der Diskussion.

Die Fronten verhärteten schnell, das Motto "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns!" ist allgegenwärtig. Wegen der paar Änderungen im Bayerischen Naturschutzgesetz werden weder die Bauernhöfe aussterben, noch wäre im Falle eines Scheiterns die Welt untergegangen - nicht zuletzt, wenn man einmal ganz logisch die Gesamtfläche Bayerns an derselben bedenkt. Ein Tropfen auf den heißen Stein. Aber etwas tun ist besser als nichts tun. Irgendwer muss schließlich anfangen. Über das Wie kann man sich streiten, aber wichtige…

Schöne Bescherung

Es gibt Tage, an denen sollte man es vermeiden, einen Arzt zu benötigen. Weihnachten zum Beispiel oder überhaupt die Zeit zwischen den Jahren, wenn die Welt im Winterschlaf versinkt und alles auf Sparflamme läuft. Mir schwante also nichts Gutes, als ich Weihnachten mit einem stechenden Schmerz im rechten Arm aufwachte, der mir die Tränen in die Augen schießen ließ.  Ich konnte entweder stehen oder liegen, aber sitzen war unmöglich. Da half auch kein Schmerzmittel aus Omas Giftschrank. Ich musste zum Bereitschaftsdienst ins Klinikum Deggendorf, sonst würden die Feiertage die Hölle auf Erden.

Der diensthabende Orthopäde bejahte meine Befürchtung eines Bandscheibenvorfalls mit starkem Akzent, spritzte mir ein Schmerzmittel und schickte mich mit drei erbettelten Ibus nach Hause. Von der Notaufnahme würde ich auch nichts anderes erhalten, erklärte er mir auf Nachfrage. Er könne mich nicht einmal röntgen. Der Hausarzt würde ein MRT veranlassen und dann sähe man weiter. Na toll. Mein Hausarz…

Echte Freunde

Echte Freunde zu finden ist schwer. Es gibt nicht viele, die mit sich so im Reinen sind, dass sie dir dein Glück uneingeschränkt gönnen. Die meisten sind vom Neid zerfressen und geben dir die Schuld an ihrer eigenen Unzufriedenheit. Nur wenn sie etwas brauchen, erinnern sie sich an dich und stehen mit großen Rehaugen an deiner Tür. Wohl wissend, dass man es aller Wahrscheinlichkeit nicht übers Herz bringt, ihnen diese direkt vor der Nase wieder zuzuschlagen. Klingt frustriert? Ist es auch. 
Doch glücklicherweise kann man dagegen etwas machen. Entweder, man hört sich den Titel "Ein Freund" von der EAV an. Oder man sucht sich eben neue Freunde. Am besten solche, die ihren Prinzipien treu sind, was auch passieren mag. Auf die du dich in jeder Situation zu 100 Prozent verlassen kannst, weil du sie so gut kennst, dass keine ihrer Reaktionen mehr überraschend für dich ist. Wo man solche Freunde findet? In aller Regel auf allen Streaming-Kanälen. Am besten wählt man Serien mit meh…

Die kalte Schulter

Es gibt Möbelstücke, die sind wie ein guter Freund. Man fühlt sich rundum wohl und wünscht sich, dass die gemeinsame Zeit nie enden würde. Doch die Lebensumstände verändern sich, was einst passte wird nun unpassend. Plötzlich ist die Beziehung fad und abgelegen. Es drückt hier und da und du weißt, etwas Neues muss her. Wie es der Zufall will, denkt sich das auch der Bekannte eines Bekannten... - ihr wisst schon. Auf alle Fälle will der seine neuwertige Ledercouch zu einem Bruchteil ihres Anschaffungswertes loswerden. Ideal für uns! Abwischbares Leder ist äußerst kinderlieb und so geben wir ihr das Ja-Wort.
Doch prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich nicht was Besseres findet!  So ist es eben, wenn man sich vorher nicht beschnuppert. Man hegt große Erwartungen. Zu große, die dann bitter enttäuscht werden. Dass sich die Couch einfach abwischen lässt, ist schon der einzige Vorteil. Ansonsten leben wir aneinander vorbei. Manchmal hat das Herz eben seine Gründe, die die Vernunft nicht kennt.…