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Wer hat die längere Nudel?

Als Schülerin beobachtete ich einmal, wie sich zwei Jungs aus der Oberstufe nach einer kurzen Diskussion auf den Boden warfen und Liegestütze machten, bis einer von ihnen aufgab. Verstanden habe ich dieses Aufplustern nicht. Männer scheinen aus wirklich allem einen Wettkampf zu machen, wollen sich in den absurdesten Disziplinen messen. Die Evolution schlägt voll zu: Nur der Stärkste überlebt. Weit gefehlt, dass der homo sapiens sapiens geistig über diesen Trieben stehen könnte. Er tut es nicht und hat es nie getan. Das weiß ich spätestens seit Zwergnase. Es muss am Y-Chromosom liegen. Plötzlich fing es an.  "Mama, warum hat der Papa schneller gegessen als ich?" "Mama, lass mich das machen, das ist Männersache!" (Ich konnte das Essiggurkenglas nur knapp vor dem Tod durch Zerschellen an der Wand bewahren.) Beim Laufradfahren mit dem Freund ist es für beide nur akzeptabel, auf gleicher Höhe nebenher zu radeln. Wehe, das Rad des einen setzt sich vor das des anderen!
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Bis zum bitteren Ende

Das Thermometer zeigt 35 °C. Auf den Terrassenfliesen, in der direkten Sonne. Die Wetterstation ist längst nicht so gnädig. Über 23 °C kommt sie nicht hinaus. Der Himmel ist herrlich blau über den sich färbenden Blättern. Auf einmal war der Herbst da. Schleichend. Zuerst merkte man es nur daran, dass es in der Nacht abkühlte und morgens auf dem Balkon kein T-Shirt mehr reichte. Ich habe mit Zwergnase ein Tablett mit Zier-Kürbissen, Teelichtern und Blättergirlande dekoriert. Daneben steht nun unsere Freibadtasche, in die ich Handtücher, Bikini, Badehose und Proviant stopfe. Der September schreckt uns nicht ab. Während andere ans Drachensteigen denken, wollen wir noch einmal planschen. Das Freibad gehört uns praktisch allein, seine Saison naht sich dem Ende vor der langen, langen Pause. Die 50 Freibadbesuche machen wir doch locker voll.

Was für ein Sommer! Er gönnte uns praktisch keine Pause vom Baden. Von den Gewittern mitten am Nachmittag ließen wir uns nicht die Laune verhageln. Wir …

IKEA hat mein Bett geklaut!

Der große IKEA-Fan war ich noch nie. Nur wenige Möbel aus Schweden nennen wir unser eigen. Als wir umgezogen sind, wollte ich zum Leidwesen meines Mannes für die Kinder ein PAX-Kleiderschranksystem. Die beiden Schiebetürenschränke haben sich aus mehreren Gründen als teurer Fehlkauf herausgestellt. (Ja, Schatz, du hattest recht.) Doch IKEA wirbt ja mit seinem Rückgaberecht. Für Zwergnases Bett galt eine lebenslange und für die beiden Schränke eine einjährige Frist bei Erstattung des vollen Kaufpreises! Alter Schwede! Sofort beauftragte ich online den Abtransport von PAX & Co. Bei der Terminvereinbarung war die Dame am anderen Ende der Leitung sehr entgegenkommend.

Sie: "Ich hätte einen Termin am Donnerstag."
Ich: "Hm, ginge nicht ein Mittwoch auch? Da hätte mein Mann frei."
Sie: "Ah, schön. Also Donnerstagnachmittag zwischen 13 und 17 Uhr. Sehr gerne. Bitte demontieren Sie die Möbel für den Transport!"

Um 12 Uhr mittags standen zwei Männer einer Möbelsp…

Hochzeiten und andere Katastrophen

Hochzeiten sind toll. Verwandte, Freunde und Schmarotzer (Mehrfacheinordnungen möglich) finden sich zu solchen Gelegenheiten zusammen. Es wird getanzt, gegessen und gelacht. Noch nach Wochen hat man etwas zu reden. Über Tante Emmis Kleid, dass Onkel Rolf besoffen unterm Tisch lag, der füllige Onkel nur ein Kinderschnitzel serviert bekam und dann vom Buffet auch noch den Kuchen der eigenen Mutter erwischte. Doch das Beste an solchen Tagen sind die Kinder.
Zu Hochzeiten und anderen Katastrophen werden diese nämlich bei der freien Oma abgegeben. Ich liebe meine Kinder über alles, wirklich. So sehr, dass ich weder ihnen noch mir einen langen Tag zusammen im Wirtshaus antun möchte. Es geht ja schon los, wenn man sich für den Anlass zurecht macht. Nein! Gib ihr keine Breze! Apfelbäckchen wird nicht nur sich selbst einsauen! Zwergnases Nutella-Kussmund wird magisch von weißen Hemden oder teuren Roben angezogen, weil ihm ausgerechnet dann einfällt, dass er mich in der Nacht soooo sehr vermis…

WhatsApp Gruppenchats

WhatsApp-Gruppen sind eine praktische Sache. Es gibt kaum noch jemanden, der den Messenger-Dienst nicht nutzt, sodass Omas 80. Geburtstag, der Jungesellinnenabschied der Freundin oder die Grillparty am Weiher einfach mit sämtlichen Beteiligten geplant werden kann. Außerdem gibt es die dauerhaft genutzten WhatsApp-Gruppen für die Fotos der Familie oder mit Freunden oder für den Kegelverein, den Schützenverein, für die Feuerwehr, den Fußballverein, das Ballett, für den Kindergarten, den Elternbeirat, die Schule und für alle sonstigen Aktivitäten, die man mit anderen Leuten gemein hat. Informationen können schnell und unkompliziert ausgetauscht werden. Es ist eine super Sache.

Wären da nicht die Bilder oder besser gesagt die automatische Speicherung derselben in der Fotogalerie des Smartphones. Sobald ein Chat etwas länger brach liegt, fühlt sich garantiert irgendjemand dazu berufen, dies zu ändern. Statt eine simple Textnachricht zu schicken, wird ein nettes Bildchen mit katastrophaler …

Die perfekte Maniküre

Ich bin keine Beautyqueen. Natürlich achte ich auf ein gepflegtes Erscheinungsbild, aber mein täglicher Aufwand dafür hält sich in Grenzen. Schnell muss es gehen und praktisch muss es sein. Bei Make-up und Frisur absolut kein Problem. Doch die Nagelpflege schließt beides kategorisch aus.

Der Nagellack ist mit Sicherheit FAST trocken, wenn du den Hosenknopf zumachst. Er ist auch FAST trocken, wenn du etwas in der Handtasche suchst oder die Jacke anziehst. Er verschmiert garantiert dann, wenn keine Zeit ist, die Nägel neu zu machen. Immer.

Von French und kreativen Verzierungen ganz zu schweigen! Die weiße Nagelspitze verwackelt sowieso und der Nagelsticker klebt überall, nur nicht da, wo er soll. Wenn er auf den Nagel fällt und du ihn zurecht rückst, verschmiert er den FAST trockenen Lack.

Mein Problem versteht aber keiner. Eine „Professionelle“ soll mir doch Gel-Nägel verpassen. Das hatte ich schon. Wieder ein Termin mehr, es macht die Nägel kaputt, kostet Geld und spätestens, wenn sic…

Fahren ohne Navi

Wir starren auf den Kartenausschnitt auf der Einladung. Da müssen wir abbiegen. Rechts. Nein, links. Ich drehe die Karte herum. Wenn ich aus dieser Richtung komme, ist links das andere rechts. Oder so ähnlich. Eigentlich sollte der Weiher ganz leicht zu finden sein, an dem wir zu einem kleinen Grillfest eingeladen sind. Das stellen wir fest, nachdem wir uns eine halbe Stunde mit der Karte beschäftigt haben. Die Herausforderung des 21. Jahrhunderts: Finde ein Ziel ohne Navi! Denn eine Adresse gibt es nicht.

Als wir am nächsten Tag ins Auto steigen, sind wir gut gelaunt und zuversichtlich. Kein Smartphone steckt in der Halterung. Wir schaffen das! Das größere Dorf, in dem wir einmal abbiegen müssen, erreichen wir ohne Probleme. Wir verlassen den Ort und fahren durch die Pampa. Links und rechts wird die Straße von Feldern gesäumt, wo laut Karte eigentlich kleine Waldstücke sein müssten. Wir werden misstrauisch. So weit hätte das laut Karte nicht sein dürfen. Wir passieren ein Ortsschild u…