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Von Kochkünsten und Küchenexperimenten

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Zwergnases Speisekarte ist recht eingeschränkt. Am liebsten mag er Nudeln mit Brokkoli oder Knödel mit Soße. Wenn er gut drauf is(s)t, gehen auch mal Bratwürstl mit Kartoffelbrei. Allerdings liebt er Muffins. Da könnte man an einem Samstag mal gemeinsam herzhafte Muffins backen, denke ich mir. In meinen Kochbüchern finden sich zum Beispiel diese grünen Cupcakes. Statt Spinat muss das doch auch mit Brokkoli gehen. Perfekt. Er mag Brokkoli, er mag Muffins und er mag mir beim Muffinbacken helfen. Der Samstagvormittag ist gerettet.

Nicht. Ich zeige Zwergnase das Rezeptfoto und frage ihn, ob er helfen will. Er sieht mich mit dem weisen Blick eines Teenagers an, bevor er meint:
"Mama, die sehen komisch aus. Wenn die nicht schmecken, backen wir richtige Muffins! Ausgemacht?"  Dann widmet er sich wieder seinen Dinos. Aber so schnell gebe ich nicht auf. Ich mache mich ans Rezept.

Als erstes passe ich das Rezept meinem Kühlschrank an. Frischer Blattspinat? Hab ich nicht und will ich j…

Zum Freundschaftspreis

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Dann und wann braucht man neue Möbel. Das bedeutet einen Event-Tag im Möbelgeschäft. Zum Glück häufen diese sich meist an einem Standort, sodass man ausgiebig vergleichen kann - kurz: man läuft sich deppert. Man will sich ja nicht vorwerfen müssen, dass man nicht über das gesamte Angebot Bescheid gewusst hätte, bevor man eine Entscheidung für die nächsten 10 bis 20 Jahre trifft. Drum prüfe, wer sich ewig bindet...!
Der größte Unterschied zur Ehe besteht darin, dass man vor dem Altar nicht davon ausgeht, irgendwann betrogen zu werden.  Beim Möbelhaus hingegen wird man bereits über den noch nicht gekauften Tisch gezogen, sobald einen der Fuß über die Türschwelle trägt. Schon am Eingang wehen Fahnen, die unheimliche Rabatte versprechen. 25% hier, Mehrwertssteuer da geschenkt - alles erzeugt den Drang, sofort zugreifen zu müssen, bevor man zu den Deppen zählt, die den vollen Preis zahlen. Wer will das schon? Parallelen zu einem türkischen Basar drängen sich auf. Man weiß intuitiv, dass ma…

Wie sind denn die Nächte?

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Wenn man mit einem Säugling unterwegs ist, sind die Reaktionen häufig ähnlich. Erwartungsvolle Blicke in den Kinderwagen oder ins Maxi Cosi, ein verträumtes Lächeln und oft genug ein enttäuschtes "Oh, die schläft ja!" Öhm. Deshalb bin ich ja mit ihr unterwegs. Entweder, weil sie schläft oder damit sie schläft. Wenn wir dann schon beim Thema sind, folgt unweigerlich der Bestseller unter den häufig gestellten Fragen an frisch gebackene Eltern: "Wie sind denn die Nächte? Schläft sie durch?"
Ich schlafe jeden Abend mit der Gewissheit ein, dass sie durchschlafen wird. Daran ändert auch das Quäken zwischen ein und zwei Uhr nachts nichts. Erst ganz putzig, ähnlich einem Krokodilbaby, das nach seiner Mutter ruft, dann doch etwas drängender. Kategorie Alarmanlage. Spätestens da reißt man die Augen auf, gefolgt von einem Moment der Orientierungslosigkeit. Blick auf den Wecker, nochmal kurz die Augen schließen, bevor man hinaus in die kalte Nacht tapst. Im Dämmerlicht einer k…

Alltag mit zwei Kindern - Es läuft...

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Unsere kloane Goaß ist nun ein paar Wochen alt. Alt genug für Fragen, wie es uns geht und ob wir bereits in den Alltag mit zwei Kindern gefunden haben. Ich muss sagen, dass es bisher nicht schlecht läuft. Die Nächte sind okay, ich hatte sie schlimmer in Erinnerung. Gut, die Kaffeemaschine ist derzeit mein bester Freund, das will ich gar nicht leugnen. Hat man sich in den letzten drei Jahren an den Schlafmangel gewöhnt? Ist es wirklich weniger schlimm? Oder weiß man einfach, dass es besser werden wird, sodass die Wahrnehmung eine andere ist? Ich habe es bisher immer geschafft, Zwergnase sowohl in den Kindergarten zu bringen, als ihn auch wieder pünktlich abzuholen und Essen gekocht zu haben (Lotta sei Dank!). Schon in der Früh bin ich frisch geduscht. Keine weltbewegende Leistung, wird man meinen, doch ich freue mich darüber. 
Doch, ich kann sagen, es läuft... ... vor allem die Waschmaschine. Denn wenn ein Kind schon kotzt oder in die Windel ballert, wenn man eigentlich zu einer feste…

Was macht MANN im Kreißsaal

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Viele fragen sich, warum man Kreißsaal eigentlich mit ß schreibt. Mit dem Kreis, den die Gebärende mit ihren Hüften auf einem Pezziball beschreibt, um Geburt voran zu treiben, hat der Kreißsaal auf alle Fälle nichts zu tun. Vielmehr geht das zugrunde liegende Verb kreißen auf das mittelhochdeutsche krîzen zurück, das stöhnen bedeutet und auch das Wort kreischen wird daraus abgeleitet. Die Wortherkunft lässt also auf die Stimmung im Kreißsaal schließen, wo der Schwangeren spätestens dämmert, dass es nicht heißen muss Wir sind schwanger, sondern es ganz allein sie ist, die sich dort auf der Liege krümmt und stöhnt, während er hilflos daneben steht. Manch einer wird sich vielleicht nach den Zeiten sehnen, in denen der werdende Vater vor der Tür wartete, bis er Babys Schreie hörte und von der Hebamme hereingeholt wurde.
Doch das kann er im Zuge der Gleichberechtigung schnell vergessen. Nachdem er zu jedem Vorsorgetermin geschleppt worden ist, seine Partnerin mindestens einmal im Geburtsv…

Eine tickende Bombe?

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Ab einem gewissen Punkt hat frau einfach genug vom Schwangersein. Zuerst kommt der Bauch um die Ecke, dann der Rest der werdenden Mama. Sich Socken und oder Schuhe anzuziehen ist Hochleistungssport. Es lebe der Pantoffel! Ganz zu schweigen von den ganzen schmutzigen Details, die dir vorher keiner verrät, weil sie das Bild der zufriedenen und glücklichen Schwangeren einfach nur zerstören würden. Frau will einfach nur noch, dass es vorbei ist. Ich will einfach nur noch, dass die Schwangerschaft zu Ende und die Geburt gut überstanden ist.

Also beginnt frau spätestens ab dem Zeitpunkt, ab dem das Kind an sich fertig ist und nur mehr zulegt, in ihren Körper hineinzuhorchen, ob sich der kleine Augenstern nicht schon etwas vor dem errechneten Termin auf den Weg machen könnte. Hier ein Zwicken, da ein Ziehen -

Sind das etwa Wehen? DIE Wehen? Fakt ist: Wenn man daran zweifelt, sind sie es nicht. Punkt. 
Irgendwann fängt frau an, das Schlimmste zu tun, was es gibt. Frau googelt. Nach den Anzeic…

Von Krümel-Knete und schlechtem Karma

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Es gibt Spielzeug. Und es gibt Spielzeug. Am besten ist natürlich pädagogisch wertvolles Spielzeug. Für Eltern ist es außerdem praktisch, wenn die Kinder sich mit dem Spielzeug auch mal alleine beschäftigen können und dabei etwas lernen. Was man in dieser Zeit alles erledigen kann! Wenn die Beschäftigung dann auch noch Spaß macht und die Kreativität fördert... Jackpot! Auf Knetmasse dürfte das alles zutreffen. Zumindest Zwergnase liebt sie, vor allem die, die in diesen kleinen gelben Dosen angeboten wird.
Doch nichts ist umsonst. Denn genau diese Knetmasse aus den gelben Dosen lässt sich zwar sofort wunderbar formen, trocknet aber schnell aus.  Nicht in dem Sinne, dass Zwergnases Knetkunstwerke so aushärten, dass man damit eine dauerhafte Ausstellung bestreiten könnte, sondern eher als Anschauungsmaterial für den Zerfall im Zeitraffer - memento mori im Kinderzimmer sozusagen.  Die Knete krümelt und verteilt sich überall. Wirklich überall. Da hilft auch das Platz-Set nicht, das ich Zwe…