Direkt zum Hauptbereich

Posts

Wann wird's mal wieder richtig Sommer?

Im Sommer kann kommen, was wolle, ich beschwere mich nicht über die Hitze. Es gibt schließlich nichts Schlimmeres als einen verregneten Sommer, bei dem man Trübsal blasend an der Fensterscheibe klebt und verzweifelt, was man mit den Kindern noch anstellen könnte. Dieses Jahr blieb uns das erspart. Wenn es einem zu heiß wurde, fuhr man halt in den Urlaub. Nach Italien oder so.
Wir sahen nicht, wie der Rasen ausblieb, weil wir ständig beim Baden waren. Die Kinder schliefen am Abend müde im Bett und wir saßen mit Cocktail in der Hand auf dem Balkon. Unser Rum-Verbrauch kam diesen Sommer dem eines Piratenschiffs aus der Karibik gleich.
Das Freibad machte im September zu. Am letzten Tag hatte es 30 °C, die darauffolgenden Tage 33 °C. Aber im September kann man ja nicht mehr baden. Viel zu frisch! Als der Rum alle war, kauften wir keinen neuen mehr. Einerseits wollten wir den anonymen Alkoholikern entgehen, andererseits konnte ja jeder Abend der letzte draußen sein. Und dann steht der Rum …
Letzte Posts

Kochen für Kinder

"Was hast du denn heute schon wieder gekocht?" Missmutig rutscht Zwergnase auf seinen Stuhl und zieht die Nase kraus. "Das schmeckt mir bestimmt nicht!", sagt er und lässt den Blick über seinen Teller wandern. Dann verschränkt er die Arme vor der Brust, ich presse die Lippen aufeinander. "Kann ich nicht bei Oma essen?" Ich lege meine Gabel ab, da spaziert glücklicherweise Oma zur Tür herein, die heute bei uns isst.

Sogleich verkündet Zwergnase ihr sein Leid: "Schau Oma, was SIE heute wieder gekocht hat!" Doch Oma ist meine Rettung. "Oh, lecker Milchreis!", ruft sie ihrerseits aus, setzt sich und beginnt zu essen. Zwergnase schiebt seinen Reis beleidigt mit dem Löffel auf seinem Teller herum. Mir entgeht sein Grinsen nicht, als sogar seine Schwester den Reis wieder mit der Zunge nach draußen schiebt. Die isst sonst eher so in Richtung Staubsauger. Nämlich alles.
Natürlich helfen die alt bekannten Diskussionen gar nichts. Man könnte fre…

Am Ende wird alles gut

Apfelbäckchens Impftermin kommt mir sehr gelegen. Eine Praxis weiter lasse ich mich gleich selbst gegen Grippe impfen, um ein neuerliches Grippenspiel zu vermeiden. Außerdem will ich noch schnell den Reisepass im Rathaus abholen und anschließend muss ich mir noch Schlafanzüge kaufen, denn die Bestellung aus einem Online-Shop kommt und kommt nicht an. In meinem Kundenkonto ist sie auch nicht auffindbar und mir ist es schlichtweg zu dumm, Nachforschungen zu betreiben. Kaufe ich eben woanders.

Beschwingt wagele ich also ins Foyer des Rathauses. Ich werde von vielen grimmigen Gesichtern empfangen. Ich ziehe meine Nummer und gleiche sie mit dem Monitor ab. A 113. Doch ich entdecke nur andere Buchstaben mit Nummern auf der Anzeigentafel. Super, dann muss ich vielleicht doch nicht so lange warten. Ich positioniere mich neben einer Dame, die gerade zu schimpfen anfängt. "Der letzte ging vor 20 Minuten rein! Seitdem ist nichts passiert und davor habe ich auch schon 20 Minuten gewartet!&qu…

Unschuldige Kindlein

Das Kindchenschema ist von Natur äußerst geschickt eingerichtet. Die großen Kulleraugen, das kleine Stupsnäschen und die ungeschickten Patschehändchen sorgen dafür, dass man da steht und ruft "Mei schau, was sie wieder macht!" Wie die kleinen Menschlein versuchen, den großen alles nachzumachen, sich zu erproben und die Welt zu erfahren, sich ganzheitlich zu entwickeln und sich neue Fähigkeiten anzueignen. Ich könnte mit dem pädagogischen Bullshit-Bingo gern noch ein wenig weitermachen. Seien wir ehrlich. Ein Sack Flöhe ist leichter zu hüten als ein Kind zwischen ein und zwei Jahren. Zu agil, um auf dem Spieleteppich sitzen zu bleiben (sie begreifen schnell, dass der Rand des Teppichs nur eine imaginäre Grenze ist und dahinter keineswegs ein Strom glühender Lava droht) und zu dumm unschuldig, um ausufernde Erklärungen, warum man was nicht macht, zu verstehen.

Wobei... Mit der Unschuld scheint mir das so eine Sache zu sein. Keine Sekunde kann man die Kleinen aus dem Auge lasse…

Wer hat die längere Nudel?

Als Schülerin beobachtete ich einmal, wie sich zwei Jungs aus der Oberstufe nach einer kurzen Diskussion auf den Boden warfen und Liegestütze machten, bis einer von ihnen aufgab. Verstanden habe ich dieses Aufplustern nicht. Männer scheinen aus wirklich allem einen Wettkampf zu machen, wollen sich in den absurdesten Disziplinen messen. Die Evolution schlägt voll zu: Nur der Stärkste überlebt. Weit gefehlt, dass der homo sapiens sapiens geistig über diesen Trieben stehen könnte. Er tut es nicht und hat es nie getan. Das weiß ich spätestens seit Zwergnase. Es muss am Y-Chromosom liegen. Plötzlich fing es an.  "Mama, warum hat der Papa schneller gegessen als ich?" "Mama, lass mich das machen, das ist Männersache!" (Ich konnte das Essiggurkenglas nur knapp vor dem Tod durch Zerschellen an der Wand bewahren.) Beim Laufradfahren mit dem Freund ist es für beide nur akzeptabel, auf gleicher Höhe nebenher zu radeln. Wehe, das Rad des einen setzt sich vor das des anderen!
I…

Bis zum bitteren Ende

Das Thermometer zeigt 35 °C. Auf den Terrassenfliesen, in der direkten Sonne. Die Wetterstation ist längst nicht so gnädig. Über 23 °C kommt sie nicht hinaus. Der Himmel ist herrlich blau über den sich färbenden Blättern. Auf einmal war der Herbst da. Schleichend. Zuerst merkte man es nur daran, dass es in der Nacht abkühlte und morgens auf dem Balkon kein T-Shirt mehr reichte. Ich habe mit Zwergnase ein Tablett mit Zier-Kürbissen, Teelichtern und Blättergirlande dekoriert. Daneben steht nun unsere Freibadtasche, in die ich Handtücher, Bikini, Badehose und Proviant stopfe. Der September schreckt uns nicht ab. Während andere ans Drachensteigen denken, wollen wir noch einmal planschen. Das Freibad gehört uns praktisch allein, seine Saison naht sich dem Ende vor der langen, langen Pause. Die 50 Freibadbesuche machen wir doch locker voll.

Was für ein Sommer! Er gönnte uns praktisch keine Pause vom Baden. Von den Gewittern mitten am Nachmittag ließen wir uns nicht die Laune verhageln. Wir …

IKEA hat mein Bett geklaut!

Der große IKEA-Fan war ich noch nie. Nur wenige Möbel aus Schweden nennen wir unser eigen. Als wir umgezogen sind, wollte ich zum Leidwesen meines Mannes für die Kinder ein PAX-Kleiderschranksystem. Die beiden Schiebetürenschränke haben sich aus mehreren Gründen als teurer Fehlkauf herausgestellt. (Ja, Schatz, du hattest recht.) Doch IKEA wirbt ja mit seinem Rückgaberecht. Für Zwergnases Bett galt eine lebenslange und für die beiden Schränke eine einjährige Frist bei Erstattung des vollen Kaufpreises! Alter Schwede! Sofort beauftragte ich online den Abtransport von PAX & Co. Bei der Terminvereinbarung war die Dame am anderen Ende der Leitung sehr entgegenkommend.

Sie: "Ich hätte einen Termin am Donnerstag."
Ich: "Hm, ginge nicht ein Mittwoch auch? Da hätte mein Mann frei."
Sie: "Ah, schön. Also Donnerstagnachmittag zwischen 13 und 17 Uhr. Sehr gerne. Bitte demontieren Sie die Möbel für den Transport!"

Um 12 Uhr mittags standen zwei Männer einer Möbelsp…