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WhatsApp Gruppenchats

WhatsApp-Gruppen sind eine praktische Sache. Es gibt kaum noch jemanden, der den Messenger-Dienst nicht nutzt, sodass Omas 80. Geburtstag, der Jungesellinnenabschied der Freundin oder die Grillparty am Weiher einfach mit sämtlichen Beteiligten geplant werden kann. Außerdem gibt es die dauerhaft genutzten WhatsApp-Gruppen für die Fotos der Familie oder mit Freunden oder für den Kegelverein, den Schützenverein, für die Feuerwehr, den Fußballverein, das Ballett, für den Kindergarten, den Elternbeirat, die Schule und für alle sonstigen Aktivitäten, die man mit anderen Leuten gemein hat. Informationen können schnell und unkompliziert ausgetauscht werden. Es ist eine super Sache.

Wären da nicht die Bilder oder besser gesagt die automatische Speicherung derselben in der Fotogalerie des Smartphones. Sobald ein Chat etwas länger brach liegt, fühlt sich garantiert irgendjemand dazu berufen, dies zu ändern. Statt eine simple Textnachricht zu schicken, wird ein nettes Bildchen mit katastrophaler …
Letzte Posts

Die perfekte Maniküre

Ich bin keine Beautyqueen. Natürlich achte ich auf ein gepflegtes Erscheinungsbild, aber mein täglicher Aufwand dafür hält sich in Grenzen. Schnell muss es gehen und praktisch muss es sein. Bei Make-up und Frisur absolut kein Problem. Doch die Nagelpflege schließt beides kategorisch aus.

Der Nagellack ist mit Sicherheit FAST trocken, wenn du den Hosenknopf zumachst. Er ist auch FAST trocken, wenn du etwas in der Handtasche suchst oder die Jacke anziehst. Er verschmiert garantiert dann, wenn keine Zeit ist, die Nägel neu zu machen. Immer.

Von French und kreativen Verzierungen ganz zu schweigen! Die weiße Nagelspitze verwackelt sowieso und der Nagelsticker klebt überall, nur nicht da, wo er soll. Wenn er auf den Nagel fällt und du ihn zurecht rückst, verschmiert er den FAST trockenen Lack.

Mein Problem versteht aber keiner. Eine „Professionelle“ soll mir doch Gel-Nägel verpassen. Das hatte ich schon. Wieder ein Termin mehr, es macht die Nägel kaputt, kostet Geld und spätestens, wenn sic…

Fahren ohne Navi

Wir starren auf den Kartenausschnitt auf der Einladung. Da müssen wir abbiegen. Rechts. Nein, links. Ich drehe die Karte herum. Wenn ich aus dieser Richtung komme, ist links das andere rechts. Oder so ähnlich. Eigentlich sollte der Weiher ganz leicht zu finden sein, an dem wir zu einem kleinen Grillfest eingeladen sind. Das stellen wir fest, nachdem wir uns eine halbe Stunde mit der Karte beschäftigt haben. Die Herausforderung des 21. Jahrhunderts: Finde ein Ziel ohne Navi! Denn eine Adresse gibt es nicht.

Als wir am nächsten Tag ins Auto steigen, sind wir gut gelaunt und zuversichtlich. Kein Smartphone steckt in der Halterung. Wir schaffen das! Das größere Dorf, in dem wir einmal abbiegen müssen, erreichen wir ohne Probleme. Wir verlassen den Ort und fahren durch die Pampa. Links und rechts wird die Straße von Feldern gesäumt, wo laut Karte eigentlich kleine Waldstücke sein müssten. Wir werden misstrauisch. So weit hätte das laut Karte nicht sein dürfen. Wir passieren ein Ortsschild u…

Führerschein im Lotto

Ich stehe an der grünen Ampel. Hinter mir ein Hupkonzert, anschwellende Halsadern, eindeutige Gesten, rote Köpfe. Vor mir allerdings dasselbe. Die Kreuzung ist verstopft, nichts geht mehr. Die Ampel wird rot. Der Verkehr fließt ab, in der nächsten Grünphase ist von dem Chaos nichts mehr zu sehen.

Ich biege auf einen kleinen Parkplatz ein. Es gibt nicht viele Plätze. Doch ich habe Glück. Am Ende parkt gerade jemand aus. Ich warte. Im Rückspiegel sehe ich, dass zwei weitere Fahrzeuge wegfahren. Ehe ich mich entscheide, einen der beiden Parkplätze zu nehmen, parkt ein schwarzer SUV mittig ein. Der Autofahrer dahinter gestikuliert wild, steigt aus und schimpft. Die Fahrerin interessiert es nicht. Mit fetter Sonnenbrille stakselt sie auf ihren Heels davon. Vielleicht hat sie ja die Parkscheibe vergessen, schießt es mir durch den Kopf, so als ausgleichende Gerechtigkeit. Ich parke ein, erledige meinen Termin.

Es wird so spät, dass ich Zwergnase direkt vom Kindergarten abhole. Vor dem Treppe…

Das erste Mal

Die Aussicht auf rohen Fisch mit Reis und salziger Sojasauce versetzt mich nicht gerade in ekstatische Verzückung. Deshalb ernte ich regelmäßig ungläubige Blicke dafür, mit guten 30 Jahren noch nie Sushi essen gewesen zu sein. Allerdings bin ich stets offen für Neues und so bin ich nun keine Sushi-Jungfrau mehr.

Ich bin froh, erfahrene Begleitung um mich zu haben, denn die Speisekarte besteht aus einem blinkenden Bahnhofsschild. Ich verlasse mich auf die anderen. Zur Vorspeise gibt es edamame, gekochte grüne Sojabohnen mit Salz. Ungläubig starre ich auf das kleine Schälchen, die grünen Dinger locken mich so gar nicht. Tatsächlich schmecken sie aber sehr lecker. 
Als verschiedene Sushi eindrucksvoll auf einem Holzschiff serviert werden, muss ich mich den Essstäbchen stellen. Geduldig zeigen mir meine Begleiterinnen immer wieder, wie ich sie halten muss. Doch ich schaffe es nicht. Immer wieder rutscht mir eins aus der Hand oder ich verkrampfe dermaßen, dass ich sie nicht bewegen kann. Al…

Bella Italia

Ich könnte heulen. Als mich mein Mann ins Auto gesetzt hat, habe ich Zwergnase verstanden, wenn er noch nicht nach Hause will. Ich musste mich wirklich sehr zusammenreißen, nicht laut „ICH WILL ABER NICHT!“ zu schreien. Vielleicht hätte ich mich auch auf dem Boden gewälzt. Unser erster Familienurlaub in Italien war viel zu schnell vorbei. Dabei war er mit einem 4-Jährigen nicht immer einfach.

Zwergnase wusste nicht, wo ihm der Kopf stand. Er schoss durch die Gegend wie ein nervöses Eichhörnchen, ohne rechts und nach links zu sehen. Und zwar überall, nicht nur am Strand. Auch im Speisesaal des Hotels. Was wurden da Kaffeetassen von den Gästen und Teller von den Kellnern ausbalanciert, ausgewichen und zur Seite gehüpft, wenn unser Energiebündel nicht zu halten war. Im Restaurant versuchte Zwergnase gegen den hohen Geräuschpegel von Gesprächen und Geschirrgeklapper anzukommen, am Strand gegen Wellenrauschen, Gekreische der Möwen und spielende Kinder. Wir haben ein sehr lautes Kind mit nac…

Schadensbegrenzung

Eine entfernte Kusine von mir ist Mama von zwei Jungs. Es war mir unerklärlich, warum die Eltern die beiden schon beim kleinsten Muckser ermahnten und zurechtwiesen. Die Jungs waren artig und folgsam, die Strenge fand ich – kinderlos – übertrieben.

Dann kam Zwergnase. Er erinnert mich an Michel aus Lönneberga. Oft hegt er die besten Absichten und es geht alles schief. Mit der Zeit bekommt man ein Gespür für den Tatendrang des Nachwuchses. Anders als dieser entwickelt man auch eine Weitsicht für den größten anzunehmenden Unfall. Aufgeschlagene Knie, blaue Flecke, zerbrochene Gläser oder kaputtes Spielzeug. Meistens.
„Zwergnase, pass auf!“, „Lass das!“, „Da steht noch was!“, „Steig da nicht drauf!“, „Hör auf zu zappeln!“ oder „Leg das wieder hin!“ höre ich mich im Minutentakt sagen, um kleinere und größere Schäden zu verhindern. Meine eigene Stimme nervt mich selbst. „Schimpf doch nicht immer“, meinen sie dann, die Omas und Opas, die Tanten und Onkeln. Bis die Smarties durch die Gegend f…