Direkt zum Hauptbereich

Posts

Biene sticht Bauer - Gedanken zum Bürgerbegehren

"Rettet die Bienen!" - Wer will das nicht? Das muss man den Initiatoren lassen. Indem sie die arme kleine Biene Maja auf ihrer Klatschmohnwiese bedrohen, nimmt man allen Gegnern den Wind aus den Segeln. Wer Kritik am Gesetzesentwurf äußert, wird (vor allem in den sozialen Medien) schnell ausgehebelt: "Also willst du, dass die Bienen aussterben?" "Nein, natürlich nicht!" "Also musst du unterschreiben!" Bäm. Ende der Diskussion.

Die Fronten verhärteten schnell, das Motto "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns!" ist allgegenwärtig. Wegen der paar Änderungen im Bayerischen Naturschutzgesetz werden weder die Bauernhöfe aussterben, noch wäre im Falle eines Scheiterns die Welt untergegangen - nicht zuletzt, wenn man einmal ganz logisch die Gesamtfläche Bayerns an derselben bedenkt. Ein Tropfen auf den heißen Stein. Aber etwas tun ist besser als nichts tun. Irgendwer muss schließlich anfangen. Über das Wie kann man sich streiten, aber wichtige…
Letzte Posts

Schöne Bescherung

Es gibt Tage, an denen sollte man es vermeiden, einen Arzt zu benötigen. Weihnachten zum Beispiel oder überhaupt die Zeit zwischen den Jahren, wenn die Welt im Winterschlaf versinkt und alles auf Sparflamme läuft. Mir schwante also nichts Gutes, als ich Weihnachten mit einem stechenden Schmerz im rechten Arm aufwachte, der mir die Tränen in die Augen schießen ließ.  Ich konnte entweder stehen oder liegen, aber sitzen war unmöglich. Da half auch kein Schmerzmittel aus Omas Giftschrank. Ich musste zum Bereitschaftsdienst ins Klinikum Deggendorf, sonst würden die Feiertage die Hölle auf Erden.

Der diensthabende Orthopäde bejahte meine Befürchtung eines Bandscheibenvorfalls mit starkem Akzent, spritzte mir ein Schmerzmittel und schickte mich mit drei erbettelten Ibus nach Hause. Von der Notaufnahme würde ich auch nichts anderes erhalten, erklärte er mir auf Nachfrage. Er könne mich nicht einmal röntgen. Der Hausarzt würde ein MRT veranlassen und dann sähe man weiter. Na toll. Mein Hausarz…

Echte Freunde

Echte Freunde zu finden ist schwer. Es gibt nicht viele, die mit sich so im Reinen sind, dass sie dir dein Glück uneingeschränkt gönnen. Die meisten sind vom Neid zerfressen und geben dir die Schuld an ihrer eigenen Unzufriedenheit. Nur wenn sie etwas brauchen, erinnern sie sich an dich und stehen mit großen Rehaugen an deiner Tür. Wohl wissend, dass man es aller Wahrscheinlichkeit nicht übers Herz bringt, ihnen diese direkt vor der Nase wieder zuzuschlagen. Klingt frustriert? Ist es auch. 
Doch glücklicherweise kann man dagegen etwas machen. Entweder, man hört sich den Titel "Ein Freund" von der EAV an. Oder man sucht sich eben neue Freunde. Am besten solche, die ihren Prinzipien treu sind, was auch passieren mag. Auf die du dich in jeder Situation zu 100 Prozent verlassen kannst, weil du sie so gut kennst, dass keine ihrer Reaktionen mehr überraschend für dich ist. Wo man solche Freunde findet? In aller Regel auf allen Streaming-Kanälen. Am besten wählt man Serien mit meh…

Die kalte Schulter

Es gibt Möbelstücke, die sind wie ein guter Freund. Man fühlt sich rundum wohl und wünscht sich, dass die gemeinsame Zeit nie enden würde. Doch die Lebensumstände verändern sich, was einst passte wird nun unpassend. Plötzlich ist die Beziehung fad und abgelegen. Es drückt hier und da und du weißt, etwas Neues muss her. Wie es der Zufall will, denkt sich das auch der Bekannte eines Bekannten... - ihr wisst schon. Auf alle Fälle will der seine neuwertige Ledercouch zu einem Bruchteil ihres Anschaffungswertes loswerden. Ideal für uns! Abwischbares Leder ist äußerst kinderlieb und so geben wir ihr das Ja-Wort.
Doch prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich nicht was Besseres findet!  So ist es eben, wenn man sich vorher nicht beschnuppert. Man hegt große Erwartungen. Zu große, die dann bitter enttäuscht werden. Dass sich die Couch einfach abwischen lässt, ist schon der einzige Vorteil. Ansonsten leben wir aneinander vorbei. Manchmal hat das Herz eben seine Gründe, die die Vernunft nicht kennt.…

Freigang

Je älter man wird, umso weniger geht man am Wochenende raus. Dass man die Kinder zu Oma und Opa ausquartiert, wäre ja noch die leichteste Übung. Die Aussicht, sie am Sonntag mit einem verkaterten Kopf wieder bespaßen zu müssen, ist jedoch nicht sehr reizvoll. Einmal im halben Jahr zieht es uns dann doch vor die Tür, vor allem für so wichtige Ereignisse wie das Weinfest des örtlichen Sportvereins. 
Oma und Opa erklären sich sofort und ohne Umschweife bereit, die Kinder zu hüten. Ein bisschen Freigang haben wir uns wieder einmal verdient. Zwergnase ist dahingehend sowieso unkompliziert und da wir inzwischen im selben Haus wohnen, ist auch Apfelbäckchen kein Problem. Ich lege sie wie jeden Tag ins eigene Bett und so bekommt sie quasi gar nicht mit, dass Mama und Papa nicht da sind. Das Babyphon bringen wir zu Oma, wo Zwergnase schon aufgeregt auf der Couch herumhüpft. Er will uns so schnell los werden, dass uns Oma nur noch durch die zufliegende Tür "Viel Spaß!" zurufen kann. &…

Traumgewicht - Plötzlich schlank (Teil 3)

Panisch riss Rieke ihre Augen auf und tastete die Matratze neben sich ab. Sie war allein. Dann schlug sie die Hände vors Gesicht. Was hatte sie nur getan? Wie dumm konnte man denn sein? Sich ausgerechnet von dem Kerl verführen zu lassen, der einen wie einen Fußabtreter behandelt hat. Zu Riekes Traurigkeit gesellte sich Wut und erneut bahnten sich die Tränen ungehemmt ihren Weg. Es dauerte eine ganze Weile, bis Rieke bemerkte, dass etwas nicht stimmte. Sie atmete tief durch. Was war hier falsch? Sie sah sich in ihrem Schlafzimmer um. Es war gewohnt ordentlich, nur das schwarze, sackähnliche Etwas lag am Boden. Moment. Das schwarze? Müsste dort nicht ihr rotes Abendkleid liegen... und ihre Unterwäsche? Erst jetzt lugte Rieke vorsichtig unter die Bettdecke. Sie trug ihr gemütliches Schlafshirt. Wie immer. Rieke sprang aus dem Bett und stellte sich vor den Spiegel. Sie wollte ihn küssen, so leicht fühlte sie sich mit einem Mal. Sie sah auch aus wie immer. Sie hatte all das nur geträumt! D…

Traumgewicht - Plötzlich schlank (Teil 2)

Die Sonne kitzelte Rieke in der Nase. Sie nahm einen tiefen Atemzug, bevor sie die Augen öffnete. Sie streckte sich genüsslich und ausgiebig. Dann setzte Rieke beide Beine auf den Boden, hielt einen Moment inne, sprang leicht wie eine Feder auf die Füße und hüpfte ins Bad. Wie gewöhnlich schob sie sich die Waage zurecht, die Rieke erst mit der Zehenspitze antippte. Augen geradeaus und 1...2...3... drauf. Nach einigen Sekunden starrte sie auf das Display. Bitte sei gnädig!, sandte sie ein Stoßgebet zum Himmel. Rieke stieg von der Waage und wiederholte die Prozedur mehrmals. Langsam ging sie zurück in ihr Schlafzimmer und stellte sich vor ihren Spiegel. Sie ließ ihren Bademantel über die Schultern rutschen und zu Boden fallen. Der Spiegel warf das Bild eines absoluten Traumkörpers zurück.
Rieke sank auf das Bett und fuhr sich mit den Fingern durch die Haare. Wie war das möglich? In Gedanken versunken fasste sie in die Gummibärchen-Tüte neben ihrem Bett. Plötzlich fiel ihr der gestrige A…